Technologie

Netzagentur: Huawei lässt sich kaum aus 5G-Netz ausschließen

Lesezeit: 2 min
15.03.2019 10:57
Die Bundesnetzagentur sieht große technische Hürden, um Huawei aus dem neuen 5G-Netz auszuschließen. Inzwischen hat die Versteigerung der Lizenzen begonnen.
Netzagentur: Huawei lässt sich kaum aus 5G-Netz ausschließen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Bundesnetzagentur hält den von den USA geforderten Ausschluss des chinesischen Huawei-Konzerns vom deutschen 5G-Netz für problematisch. Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, sagte dem Nachrichtenmagazin "Focus" laut Vorabmeldung, es sei "nicht ohne weiteres möglich, die chinesischen Anbieter zu verbannen". Die Technik der chinesischen Netzausrüster Huawei und ZTE komme bereits heute in den Mobilfunknetzen mehrerer deutscher Anbieter zum Einsatz.

Die US-Regierung hat Deutschland und andere westliche Regierungen aufgefordert, Huawei wegen Spionageverdachts vom 5G-Ausbau auszuschließen - und gewarnt, eine Berücksichtigung von Huawei könne sowohl die deutsch-amerikanische Geheimdienstzusammenarbeit als auch die Kooperation auf militärischer Ebene gefährden. Homann sagte: "Beweise für technische Hintertüren in Produkten von Huawei und ZTE liegen uns nicht vor."

Die Bundesnetzagentur kann die Versteigerung von Frequenzen für  5G nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Köln in Angriff nehmen. "Die Versteigerung wird am Dienstag um 10.00 Uhr in Mainz beginnen", sagte ein Sprecher des Regulierers am Freitag. Das Kölner Gericht hatte zuvor die gegen die Bundesnetzagentur gerichteten Eilanträge der Mobilfunknetzbetreiber Telekom, Telefonica und Vodafone abgeschmettert. Auch ein Eilantrag des Mobilfunkanbieters Mobilcom-Debitel scheiterte. Die Entscheidungen seien unanfechtbar, teilte das Gericht mit.

Vodafone werte den Beschluss aus und wolle sich noch nicht zu Details äußern, sagte ein Sprecher. Telefonica nehme die Entscheidung zur Kenntnis, teilte das Unternehmen mit. Eine Sprecherin der Mobilcom-Debitel-Mutter Freenet erklärte, das Unternehmen sei überrascht, dass der Eilantrag abgewiesen worden sei: "Eine genaue Bewertung der Entscheidung können wir erst nach Vorlage der Entscheidungsgründe abgeben."

Telekom, Telefonica und Vodafone hatten sich vor dem Gericht unter anderem gegen Versorgungsauflagen gewehrt, die die künftigen Frequenzanbieter nach dem Willen der Netzagentur erfüllen sollen. Diese müssen bis Ende 2022 mindestens 98 Prozent der Haushalte je Bundesland, alle Bundesautobahnen, die wichtigsten Bundesstraßen sowie die wichtigsten Schienenwege mit schnellen Datenverbindungen versorgen. Die Unternehmen hielten diese Vorgaben für unzumutbar. Die Kläger gingen zudem auch gegen vom Regulierer erlassene Verhandlungsgebote vor, die künftige Frequenzinhaber insbesondere dazu verpflichten, mit Wettbewerbern, die das Mobilfunknetz gegen Entgelt mitbenutzen wollen, über solche Kooperationen zu verhandeln.

Das Gericht folgte dem nicht. Die Entscheidung der Netzagentur sei nach dem im Eilverfahren gewonnenen Erkenntnisstand rechtmäßig, teilte das Gericht mit. Zudem bestehe an einer Versteigerung der 5G-Frequenzen ein erhebliches öffentliches Interesse. Die von Klägern geltend gemachten Argumente hätten dagegen geringeres Gewicht. "Wir freuen uns über die Entscheidung des Verwaltungsgerichts", sagte der Sprecher der Netzagentur. Das Gericht habe die Position des Regulierers auch inhaltlich gestützt.

5G soll den Weg für neue Schlüsseltechnologien wie autonomes Fahren und Industrie 4.0 ebnen. Es stehen Frequenzen im 2-Gigahertz-Band sowie im 3,6-Gigahertz-Band zur Zuteilung. Um diese wollen Marktführer Deutsche Telekom, Vodafone, Telefonica Deutschland sowie erstmals die United-Internet-Tochter Drillisch bieten. 5G soll Daten mindestens hundert Mal schneller übertragen als die der aktuellen 4G-Netze und für sehr niedrige Reaktionszeiten sorgen. Zudem müssen keine Unterbrechungen während der Übertragung befürchtet werden.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Politik
Politik „Bausteine einer anderen Gesellschaftsordnung“: BDI identifiziert den totalitären Charakter der Grünen

Der Bundesverband der deutschen Industrie warnt vor den im Parteiprogramm der Grünen verankerten Zielen. Diese liefen nicht nur der...

DWN
Politik
Politik Machtwechsel stoppt Abbau Seltener Erden auf Grönland

Ein politischer Machtwechsel legt Pläne für einen umfassenden Abbau Seltener Erden auf Grönland auf Eis.

DWN
Panorama
Panorama 40 Prozent der US Marines lassen sich nicht gegen Covid-19 impfen

Knapp 40 Prozent der Soldaten im U.S. Marine Corps weigern sich, den Covid-19-Impfstoff zu nehmen. Die Militärführung kann nichts dagegen...

DWN
Finanzen
Finanzen Drohende US-Sanktionen: China gründet Joint Ventures mit globalem Zahlungsdienstleister Swift

Mehrere chinesische Finanz-Institutionen haben Joint Ventures mit dem internationalen Zahlungsabwickler Swift gegründet. Beobachter stufen...

DWN
Politik
Politik Israel: Mossad führt Cyber-Attacke gegen iranische Atomanlage aus

In der iranischen Atomanlage Natans hat es offenbar einen Zwischenfall gegeben.

DWN
Deutschland
Deutschland Heribert Prantl: „In der Geschichte der Bundesrepublik gab es noch nie so umfassende Eingriffe in die Grundrechte“

DWN-Chefredakteur Hauke Rudolph hat mit Heribert Prantl gesprochen. Der prominente Journalist und Jurist warnt davor, dass der Staat die...

DWN
Finanzen
Finanzen Dax: Das große Warten auf die wichtigen Impulse

Die Lage sieht derzeit sehr ruhig aus. Der Tag ist sehr nachrichtenarm.

DWN
Politik
Politik Irreführung der Öffentlichkeit? Inzidenz-Karten der Tagesschau werfen einige Fragen auf

Die Tagesschau hat auf Grundlage der Daten des RKI ihre Corona-Inzidenz-Karten derart verändert, dass die aktuelle Corona-Karte...