Deutschland

Der gefährlichste Mann für den Mittelstand ist Altmaier

Lesezeit: 1 min
09.05.2019 06:43  Aktualisiert: 09.05.2019 06:43
Mittelständische Familienunternehmen kritisieren, dass Wirtschaftsminister Altmaier sogenannte “nationale Champions”, also starke Großunternehmen, stützen will. Sie fürchten um ihre langfristige Existenz.
Der gefährlichste Mann für den Mittelstand ist Altmaier
Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie, schaut im Plenum auf sein Handy. (Foto: dpa)
Foto: Michael Kappeler

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die mittelständischen Familienunternehmer haben Wirtschaftsminister Peter Altmaier bei seiner Industriestrategie einen “Irrweg” vorgeworfen. Der Ansatz des CDU-Politikers, “planwirtschaftliche und protektionistische Elemente” anderer Wirtschaftssysteme nachzuahmen, würde die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands nachhaltig schädigen, heißt es in einem Gegenpapier des Verbands „Die Familienunternehmer“ .

Der Präsident des Verbandes, Reinhold von Eben-Worlée, sagte am Mittwoch in Berlin, es sei nicht Aufgabe des Staates, “nationale Champions” aufzubauen - wie es Altmaier will. Stattdessen müsse der Mittelstand als Stütze der deutschen Wirtschaft gestärkt werden. Der Mittelstand tauche in dem Papier aber gar nicht auf.

Dem Mittelstand fehlen in der Eurozone 400 Milliarden Euro!

In einem “Nationalen Fitness-Programm” fordert der Verband etwa Maßnahmen für steuerliche Entlastungen und gegen hohe Stromkosten. Genehmigungsverfahren für den Ausbau etwa der digitalen Infrastruktur müssten beschleunigt, der Kampf gegen den Mangel an Fachkräften vorangetrieben werden.

Altmaier setzt sich in seinen Thesen für eine aktivere staatliche Industriepolitik im globalen Wettbewerb ein. In sehr wichtigen Fällen sei eine befristete Beteiligung des Staates an Unternehmen möglich. Seine große Sorge: Deutschland und Europa drohen bei wichtigen Zukunftstechnologien wie der Künstlichen Intelligenz, dem autonomen Fahren oder der Batteriezellenfertigung für E-Autos abgehängt zu werden - auch weil die weltweite Konkurrenz aus den USA und Asien zunimmt. Gerade staatlich gelenkte Konzerne aus China verzerrten den Wettbewerb.

Der Verband warf Altmaier eine “defensiv-ängstliche” Haltung vor. Stattdessen aber könne die deutsche Wirtschaft aus einer Position der Stärke agieren und China auf Augenhöhe begegnen. “Wir sind nicht wehrlos gegenüber China”, sagte von Eben-Worlée.

Der Verband gilt als einer der schärfsten Kritiker des Ministers. Eben-Worlée hatte am Dienstag nach einem Kongress zur Industriestrategie zwar gesagt, er habe den Eindruck gehabt, der Minister habe erstmals mehr zugehört als selber zu reden.

Der Verband bleibt aber bei seiner Fundamentalkritik an der Strategie Altmaiers. Es sind nun aber weitere Gespräche mit dem Minister geplant. Altmaier plant einen Dialog auch mit anderen Wirtschaftsverbänden. Der Verband repräsentiert nach eigenen Angaben die wirtschaftspolitischen Interessen von rund 180.000 Firmen in Deutschland, die acht Millionen Mitarbeiter beschäftigen.

 


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Soll der Lockdown so lange greifen, bis der deutsche Mittelstand kapituliert?

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Lockdowns so lange greifen sollen, bis der deutsche Mittelstand vollständig kapituliert....

DWN
Politik
Politik Geheimpapier enthüllt: Der Tierarzt Lothar Wieler will tatsächlich noch einen Lockdown

Einem Bericht zufolge plant das RKI unter dem umstrittenen Tierarzt Lothar Wieler tatsächlich einen weiteren Lockdown.

DWN
Deutschland
Deutschland Konjunkturprogramme in den USA und China lösen Rohstoff-Krise in Deutschland aus

Das deutsche Unternehmertum bezeichnet die Rohstoffknappheit als ein großes Problem. Auslöser der Rohstoff-Krise in Deutschland sind die...

DWN
Finanzen
Finanzen Serie „So werde ich zum Anleger“: Das Portfolio

Einsteiger verzweifeln oft, wenn sie in Fonds, ETFs oder Aktien investieren wollen. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, auf welche...

DWN
Politik
Politik Türkei wütend auf Merkel und Kurz: „Wir sind nicht das Flüchtlings-Lager der EU, wollen keine Massenmigration mehr“

Die Türkei hat erbost auf den Vorschlag des Ösi-Kanzlers Sebastian Kurz, wonach die Türkei die neuen afghanischen Flüchtlinge aufnehmen...

DWN
Politik
Politik Die Wahrheit ist: Keine Macht der Welt kann China aufhalten

Mittlerweile weisen fast alle Länder der Welt ein größeres Handelsvolumen mit China als mit den USA auf. Alles deutet darauf hin, dass...

DWN
Finanzen
Finanzen Aktionäre müssten Lagarde und Yellen wie Heilige verehren

Aktionäre haben keinen Grund, die Fed oder die EZB zu kritisieren. Als Gewinner ihrer beispiellosen Rettungspolitik müssten sie die Damen...

DWN
Politik
Politik Bericht: Söder fordert „Exklusiv-Rechte“ für Geimpfte und Tempo bei Kinderimpfungen

Die „BILD“ führt in einem Bericht aus: „Söder führt in die Grundrechte-Debatte einen neuen Begriff ein: Geimpfte und Genesene...