Finanzen
Nach Startschuss der Fed

Asiens Zentralbanken senken ihre Leitzinsen

Mehrere Zentralbanken aus asiatisch-pazifischen Ländern haben in den vergangenen Tagen ihre Leitzinsen gesenkt. Die Entwicklung findet vor dem Hintergrund eines ernsten Abschwungs in der Weltwirtschaft statt.
07.08.2019 11:27
Lesezeit: 2 min

Verschiedene Notenbanken aus dem asiatisch-pazifischen Raum sind der US-Notenbank gefolgt und haben ihre Leitzinsen gesenkt. Die Notenbanken aus Indien und Neuseeland reduzierten ihre Zinsen am Mittwoch überraschend deutlich. Die Lockerung der Notenbank von Thailand kam gänzlich unerwartet. Die Abschwächung der Weltwirtschaft und der sich verschärfende Handelskonflikt gelten als Hauptgründe für die Entscheidungen. China und die USA sind wichtige Handelspartner der Länder.

In Mumbai hat die indische Notenbank ihren Leitzins von 5,75 Prozent auf 5,40 Prozent reduziert. Volkswirte hatten im Schnitt lediglich mit einer Verringerung um 0,25 Prozentpunkte gerechnet. Es war die vierte Zinssenkung in Folge. Der aktuelle Leitzins ist der niedrigste Stand seit dem Jahr 2010.

Die indische Notenbank hat im laufenden Jahr im Vergleich zu anderen Zentralbanken besonders stark die Zinsen gesenkt. Das Wirtschaftswachstum ist so schwach wie seit fünf Jahren nicht mehr. Indien erlebe eine zyklische Abschwächung, sagte Notenbankchef Shaktikanta Das. Sowohl die Binnennachfrage als auch die Investitionen kühlten sich ab. Ob es zu weiteren Zinssenkungen komme, hänge von den Wirtschaftsdaten ab.

Die neuseeländische Zentralbank hat die Märkte besonders stark überrascht. Der Zins für Zentralbankgeld wurde um einen halben Prozentpunkt auf 1,0 Prozent reduziert. Experten hatten nur mit einer Senkung um 0,25 Prozentpunkte gerechnet. Der Leitzins Neuseelands ist damit so niedrig wie noch nie in der Geschichte des Landes. Notenbankchef Adrian Orr schloss zudem weitere Schritte und auch einen Negativzinssatz nicht aus.

In Neuseeland waren die Kursreaktionen auch am deutlichsten. Der Kurs des neuseeländischen Dollar fiel im Vergleich zum US-Dollar auf den tiefsten Stand seit 2016. Auch der australische Dollar geriet unter Druck, da Erwartungen auf eine Zinssenkung im Nachbarland geschürt wurden.

Unerwartet war die Zinssenkung in Thailand. Die Notenbank in Bangkok hat ihre Geldpolitik erstmals seit rund vier Jahren gelockert. Der Leitzins wurde um 0,25 Punkte auf 1,5 Prozent reduziert. Analysten hatten mit keiner Änderung gerechnet. Die Zentralbank selbst hatte lange Zeit den Anschein erregt, Zinssenkungen mit Verweis auf die hohe private Verschuldung und Risiken für die Finanzstabilität eher abzulehnen. Der thailändische Bath gab aber nur etwas nach.

In der vergangenen Woche hatte die US-Notenbank Federal Reserve ihren Leitzins erstmals seit dem Jahr 2008 gesenkt. Dies macht es für Schwellenländer wie Indien leichter, ebenfalls die Zinsen zu senken.

Die Europäische Zentralbank hat eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik für die Eurozone in Aussicht gestellt. Weltweit stehen damit die Signale auf Zinssenkungen.

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