Wirtschaft
Mehrmonatige Verzögerung

Dänemark blockiert Weiterbau von Nord Stream 2

Die dänischen Behörden haben den Weiterbau des Pipelineprojekts Nord Stream 2 zum Stocken gebracht. Es drohen mehrmonatige Verzögerungen.
08.08.2019 17:10
Lesezeit: 1 min
Dänemark blockiert Weiterbau von Nord Stream 2
Die Pipeline Nord Stream 2. (Grafik: CFR)

Der Weiterbau der Gaspipeline Nord Stream 2 zwischen Russland und Deutschland hängt immer noch an der ausstehenden Genehmigung durch die dänischen Behörden. Die zuständige Projektgesellschaft stellt sich auf eine Verzögerung von mehreren Monaten ein. Diese dürfte zu zusätzlichen Kosten in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro führen, teilte die Firma auf Reuters-Anfrage mit. "Aber wir können dies nicht genau beziffern, weil die endgültigen Auswirkungen davon abhängen, wann die Genehmigung durch die verantwortlichen Behörden erteilt wird."

Nach ursprünglicher Planung sollte Nord Stream 2 Ende 2019 an den Start gehen. Im Mai hatte die Projektgesellschaft aber schon signalisiert, dass sich der Termin wohl ins kommende Jahr verschiebt. In einem Reuters vorliegenden Beschwerdebrief, der im April an die dänischen Behörden ging, nennt die Firma eine Verzögerung von bis zu acht Monaten und taxiert die daraus resultierenden Extrakosten auf 660 Millionen Euro. Das anfängliche Gesamtbudget lag bei 9,5 Milliarden Euro.

Die Ostsee-Pipeline wird durch russische und europäische Firmen unter Führung des russischen Gaskonzerns Gazprom gebaut. Beteiligt ist auch die BASF-Tochter Wintershall Dea. Mehr als 70 Prozent der Gasleitung sind bereits fertiggestellt. Mit Finnland, Schweden, Deutschland und Russland haben fast alle Länder dem Projekt grünes Licht gegeben, durch deren Gewässer die Pipeline verlaufen soll. Einzig die Zustimmung Dänemarks steht noch aus.

Das Vorhaben wird heftig kritisiert von den USA sowie einigen osteuropäischen und baltischen Staaten. Sie fürchten, die Gasleitung könne die Abhängigkeit Mitteleuropas von russischer Energie verstärken.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

DWN
Politik
Politik Stromumlage ab 2031 geplant: Stromverbraucher sollen neue Gaskraftwerke finanzieren
04.11.2026

Elf Kraftwerksprojekte erhalten Geld dafür, Strom für Dunkelflauten bereitzuhalten. Die Kosten sollen auf alle Stromverbraucher umgelegt...

DWN
Technologie
Technologie Digitale Souveränität: Wie Trump Europas Cloud-Abhängigkeit offenlegt
04.11.2026

Europäische Unternehmen speichern ihre Daten in heimischen Rechenzentren und verlassen sich auf deren Sicherheit. Doch der...

DWN
Technologie
Technologie Dacia Duster im Test: Wenn die Reichweite an der Grenze zur Unwahrscheinlichkeit liegt
04.11.2026

1.410 Kilometer Reichweite, Allradantrieb und drei Antriebstechnologien in einem Auto: Der Dacia Duster Hybrid 4x4 verspricht erstaunlich...

DWN
Politik
Politik Die Amerikaner haben uns bislang erfolgreich gespalten
04.11.2026

Russland gilt seit Jahren als Meister der Einflussnahme auf Europa. Doch inzwischen richtet sich der Blick zunehmend auf Washington. Auch...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Maschinenbau: 14 Prozent mehr Aufträge im September
04.11.2026

14 Prozent mehr Aufträge im September, vor allem aus dem Inland: Für den Maschinenbau ist das ein Hoffnungsschimmer. Doch der starke...

DWN
Politik
Politik Pleitewelle erwartet: Krankenhäuser fürchten neue Milliardenlöcher und Insolvenzen
04.11.2026

Die Finanzlöcher deutscher Krankenhäuser werden immer tiefer: Eine Welle von Klinik-Insolvenzen wird erwartet. Um gegenzusteuern, wollen...

DWN
Finanzen
Finanzen Wie reagiert die EZB? Inflationsrate in Eurozone steigt im Oktober auf 4,0 Prozent
04.11.2026

Die Inflation in der Eurozone ist im Oktober auf den höchsten Stand seit über drei Jahren gestiegen. Damit entfernt sich die Teuerung...

DWN
Politik
Politik Midterms 2026: Doppelniederlage für Trumps Republikaner
04.11.2026

Zwanzig Jahre hat es gedauert, jetzt ist es wieder passiert: Trumps Republikaner verlieren Repräsentantenhaus und Senat zugleich. Selbst...