Politik
Weitere Schlüssel-Industrie gerät in Schieflage

Deutschen Elektro-Unternehmen brechen die Aufträge weg

Nach der Automobil-Wirtschaft und dem Maschinenbau bekommt eine weitere deutsche Schlüssel-Industrie Probleme: Die Elektro-Industrie musste in der ersten Jahreshälfte Umsatzrückgänge sowie sinkende Aufträge hinnehmen, und die Aussichten für die zweite Jahreshälfte verheißen nichts Gutes.
13.08.2019 10:57
Lesezeit: 1 min

Die deutsche Elektro-Industrie steht vor großen Problemen. Laut einer Pressemitteilung des „Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie“ (ZVEI) haben sich die relevanten Kennzahlen der Branche in der ersten Jahreshälfte (Januar bis Juni) fast durchgehend verschlechtert. Die Umsatzerlöse gingen im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent auf 94,1 Millionen Euro zurück. Die Produktion ging um 3,9 Prozent zurück. Bei den Auftragseingängen steht ein Minus von 1,6 Prozent in den Büchern. Die Kapazitäts-Auslastung fiel um 1,5 Prozent auf derzeit 84,2 Prozent. Die Reichweite der Auftragsbestände verringerte sich von 3,4 auf 3,1 Monate.

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass sich die negative Entwicklung im Juni verstärkte. „Allein Großaufträge aus dem nicht zur Eurozone zählenden Ausland verhinderten einen wesentlich stärkeren Rückgang“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann. Auffällig war auch, dass der Rückgang der Inlands-Bestellungen mit minus 8,7 Prozent besorgniserregende Dimensionen erreichte. Das ist ein deutliches Anzeichen dafür, dass sich die Konjunktur in Deutschland auf Talfahrt befindet. Im Juli sank das Geschäftsklima innerhalb der Branche auf den schlechtesten Stand seit fast fünf Jahren (Oktober 2014).

Die Elektro-Industrie ist die nach Umsatz sechstgrößte Branche in Deutschland und gehört zu den Schlüssel-Industrien des Landes. Nach Angaben des ZVEI erzielten die Branchen-angehörigen Unternehmen im Jahr 2018 einen Gesamtumsatz von 193,5 Milliarden Euro, was elf Prozent der deutschen Industrie-Produktion entspricht. Im Inland beschäftigten die Firmen 887.000 Mitarbeiter, im Ausland 766.000.

Auch andere deutsche Schlüssel-Industrien wie die Automobil-Wirtschaft sowie der Maschinenbau haben derzeit große Probleme.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Das ist Russlands neuer Albtraum
28.10.2026

Das deutsche Verteidigungsunternehmen Helsing bringt zwei neue Luftabwehrraketen und ein KI-gestütztes Abwehrsystem auf den Markt. Ziel...

DWN
Politik
Politik Wahl von AfD-Politikern: Streit um eidesstattliche Erklärung – Rücktrittsforderungen für Schulze
28.10.2026

Die Debatte über den Umgang mit der AfD wird zur Zerreißprobe für die CDU-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt: Aktueller Tiefpunkt ist...

DWN
Finanzen
Finanzen Europäische Banken: Höhere Zinsen dämpfen bereits die Kreditnachfrage
28.10.2026

Vor ihrer Zinssitzung veröffentlichte die EZB einen Bericht über den Stand der Kreditvergabe der Banken. Daraus geht hervor, dass ihre...

DWN
Finanzen
Finanzen Silber stürzt ab: Schmerzhafte Lektion oder erwartete Chance an einer runden Marke?
28.10.2026

Der Silberpreis ist auf den niedrigsten Stand seit elf Monaten gefallen und liegt inzwischen mehr als 50 Prozent unter seinem Rekordhoch...

DWN
Politik
Politik Analyse: Trump kann nur neidisch sein – Präsident Xi ist bereit für eine vierte Amtszeit
28.10.2026

Im kommenden Jahr soll Xi Jinping eine weitere fünfjährige Amtszeit als mächtiger Präsident Chinas erhalten. In dieser Woche treffen...

DWN
Finanzen
Finanzen Einkommensausfall: Viele Deutsche haben kaum finanzielle Reserven
28.10.2026

Eine kaputte Waschmaschine, eine Autoreparatur: Für 37 Prozent wären unerwartete 3.000 Euro ein echtes Problem. Besonders junge...

DWN
Finanzen
Finanzen Drei Dinge, die mir bei Teslas aktuellem Quartalsbericht aufgefallen sind
28.10.2026

Beim Lesen von Teslas aktuellem Quartalsbericht entstand bei mir der Eindruck, es mit zwei getrennten Unternehmen zu tun zu haben. Das eine...

DWN
Finanzen
Finanzen Longevity-Aktien: Wohin die Milliarden des Booms wirklich fließen – und wo Investoren auf Sand bauen
28.10.2026

Nach Angaben des Longevity Biotech Report von Longevity.Technology stieg das weltweite Investmentvolumen in Longevity-Biotech von 4,7...