Finanzen
Fass ohne Boden

Ratingagentur S&P stuft Argentinien als Zahlungsausfall ein

Die Pläne der argentinischen Regierung, Verbindlichkeiten mit längeren Laufzeiten zu versehen, werden von der Ratingagentur S&P als Zahlungsausfall eingestuft. Bei den deutschen Pensionsfonds löste die Herabstufung eine Verkaufswelle argentinischer Anleihen aus.
30.08.2019 10:24
Aktualisiert: 30.08.2019 10:24
Lesezeit: 1 min

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat die Umschuldungspläne Argentiniens als "Zahlungsausfall" gewertet. Die S&P-Experten erklärten am Donnerstag, die Verlängerung der Laufzeiten von kurzlaufenden Staatsanleihen sei eine "einseitige" Entscheidung der Regierung in Buenos Aires. Die Bonität des Landes wurde auf CCC herabgestuft.

Die Herabstufung des Landes löst automatische Verkäufe bei deutschen Pensionsfonds aus. Nach dem Versicherungsaufsichtsgesetz sind die Papiere mit diesem Rating, das tief im Schrottbereich liegt, zu riskant. Die Rendite der Anleihen mit Laufzeit bis 2033 schnellte um fast 2,5 Prozentpunkte auf 24,135 Prozent nach oben.

Dazu sollen die Laufzeiten von Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt rund 100 Milliarden Dollar verlängert werden. Es geht um Bonds und Kredite des Internationalen Währungsfonds (IWF). Mit dem Schritt soll die Zahlungsfähigkeit der Regierung gewährleistet werden. Die Ankündigung von Finanzminister Hernan Lacunza sorgte für Unruhe an den Märkten.

Der IWF hatte der argentinischen Regierung im Herbst vergangenen Jahres eine Kreditlinie über 56 Milliarden US-Dollar eingeräumt – der höchste Kredit, den der Fonds jemals vergeben hatte. Die mit den Krediten verbundenen Auflagen (insbesondere Privatisierungen und Einsparungen im Sozialsystem) hatten die Wut der Bürger auf die Regierung jedoch dermaßen angefacht, dass diese bei den anstehenden Wahlen wahrscheinlich abgewählt und durch eine linke Regierung ersetzt wird.

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