Finanzen

Milliarden-Risiko: Deutsche Versicherer in Sorge um Spanien

Lesezeit: 1 min
25.05.2012 12:39
Die schwierige Situation in Spanien kann zunehmend auch für deutsche Versicherer und deutsche Banken zur Bedrohung werden. Allein die deutschen Banken sollen Forderungen von mehr als 100 Milliarden Euro gegenüber dem südeuropäischen Land haben.
Milliarden-Risiko: Deutsche Versicherer in Sorge um Spanien

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Wahrscheinlichkeit eines Bailouts für Spanien steigt stetig und nur mit dem ESM könnte dies überhaupt annähernd gelingen. Doch gerade im Fall Spanien geht es nicht allein um den maroden Bankensektor und die tiefe Rezession des Landes selbst, sondern vor allem um die Folgen für andere europäische Länder – auch für Deutschland. Nach Kenntnissen der Bundesregierung haben deutsche Banken Forderungen von mehr als 100 Milliarden Euro gegenüber spanischen Kreditnehmern.

In einem Schreiben des Parlamentarischen Staatssekretärs des Bundesfinanzministeriums, Hartmut Koschyk, an den FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler heißt es, dass Daten der Deutschen Bank zufolge deutsche Banken Ende 2011 im unteren dreistelleigen Milliardenbereich engagiert waren.

Aber auch die deutschen Versicherer tragen ein erhebliches Risiko. Hartmut Koschyk zufolge waren sie im März dieses Jahres mit Vermögensanlagen in einem mittleren zweistelligen Milliardenbereich engagiert. Hartmut Koschyk bezieht sich dabei auf eine Abfrage der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bei den 30 größten deutschen Versicherungen.

Gerade der Immobilienboom sorgte für die jetzige dramatische Situation der spanischen Banken und scheint auch bei den deutschen Banken und Versicherern eine Rolle gespielt zu haben. Zwar könne die Bundesbank keine exakte Zuordnung machen, so Hartmut Koschyk, aber man könne das Engagement auf immobiliennahe Branchen eingrenzen. „Hieraus ergaben sich nach Angaben der Deutschen Bundesbank Ende 2011 für deutsche Bankengruppen und Versicherungen Gesamtforderungen gegenüber immobiliennahen Branchen von 24,7 Milliarden Euro“, ist dem Brief an Frank Schäffler zu entnehmen.


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik „Anarchokapitalist“ Milei trifft Scholz in Berlin: Viel Konsens, Streitpunkt Wirtschaftsreformen
24.06.2024

Nur 60 Minuten dauerte der Antrittsbesuch von Argentiniens exzentrischem Präsidenten bei Olaf Scholz in Berlin. Bei den Themen Ukraine und...

DWN
Politik
Politik Reservisten-Präsident und Militärexperte Patrick Sensburg: „Die Ukraine braucht Langstreckenwaffen“
23.06.2024

Seit Ende Mai ist es der Ukraine erlaubt, mit westlichen Waffen Ziele in Russland zu beschießen. Im DWN-Interview erklärt Patrick...

DWN
Finanzen
Finanzen Sterben der Bankfilialen: Ein stiller Vorbote für das Ende des Bargelds?
23.06.2024

In Deutschland schrumpft das Netz der Bankfilialen dramatisch. Diese Entwicklung wirft nicht nur Fragen zur Zukunft des Bargelds auf,...

DWN
Immobilien
Immobilien Berlin wächst: Neue Hochhäuser am Gleisdreieck erweitern City am Potsdamer Platz
23.06.2024

Über Jahrzehnte lag das Gleisdreieck im städtischen Niemandsland von West-Berlin. Mit dem Fall der Mauer und der Bebauung des...

DWN
Technologie
Technologie Der Europäische Erdgasmarkt bleibt volatil – auch wegen neuer Abhängigkeiten
23.06.2024

Europa hat sich von Russlands Energiemonopol gelöst und Versorgungsalternativen gefunden. Auch deshalb bleibt die heimische Gasversorgung...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Energiewende: Deutsche Wirtschaft durch Regularien und Bürokratie ausgebremst
23.06.2024

Bürokratie und ständig wechselnde Regularien erschweren deutschen Unternehmern die Energiewende im eigenen Betrieb – insbesondere die...

DWN
Politik
Politik Israel und Hisbollah: Ein größerer Krieg und seine möglichen Konsequenzen
23.06.2024

Der letzte große Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah liegt mittlerweile 18 Jahre zurück. Doch die aktuellen Grenzscharmützel, die...

DWN
Politik
Politik Appell an Scholz: Gewerkschaften und Sozialverbände fordern Milliardeninvestitionen
23.06.2024

Wohlfahrts- und Sozialverbände, die Gewerkschaft Verdi und das Kampagnennetzwerk Campact fordern den Bund zu Milliardeninvestitionen in...