Deutschland

Ölpreis: Syrien-Krieg treibt Indien in den Zusammenbruch

Lesezeit: 1 min
29.08.2013 10:44
Die rasante Abwertung der indischen Rupie setzt Indien unter Druck. Und der drohende Syrien-Krieg treibt die Ölpreise in die Höhe. Als Öl-importierendes Land ist Indiens Wirtschaft extrem abhängig vom Ölpreis. Zusammen mit dem Fall der Rupie kann der gestiegene Ölpreis Indien massiv gefährden.
Ölpreis: Syrien-Krieg treibt Indien in den Zusammenbruch

Benachrichtigung über neue Artikel:  

Am Mittwoch verzeichnete die indische Rupie den schlimmsten Tag seit fast zwei Jahrzehnten. Wieder sank die Währung mit rasantem Tempo.  Fast vier Prozent verlor sie gegenüber dem Dollar. Zwischenzeitlich kostete ein Dollar 68,75 Rupien. Die Interventionen der indischen Zentralbank konnten bisher nichts an dieser Entwicklung ändern.

„Es ist atemberaubend“, mit welcher Geschwindigkeit die Rupie an Wert verliert, sagt Shubhada Rao, Chefökonom der „Yes Bank“ in Mumbai. „Ich verfolge die Märkte seit 23 Jahren, aber ich habe so etwas noch nie gesehen“, zitiert ihn die FT.

Doch nicht nur die Währung bereitet der indischen Regierung derzeit Sorgen. Indien ist ein Öl-importierendes Land und als solches stark abhängig von den Ölpreisen. Diese waren in den vergangenen Tagen allerdings angesichts des drohenden Syrienkrieges stark gestiegen. Am Mittwoch  kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent für eine Lieferung im Oktober teilweise 116,61 US-Dollar. Der Preis für ein Fass der Sorte WTI lag bei  110,10 Dollar.

Am Donnerstagmorgen sind zwar die Preise für beide Sorten leicht zurückgegangen. Doch der Ölpreis ist insgesamt noch höher als vor drei Wochen. Im August war der Preis für Brent beispielsweise um 8,3 Prozentpunkte nach oben geschossen, der für WTI um 4,9 Prozentpunkte. Angesichts des massiven Wertverfalls der Rupie stellen diese steigenden Ölpreise entsprechend ein großes Risiko für Indien dar. Das Leistungsbilanzdefizit droht sich zu weiter zu verschlechtern. Die indische Wirtschaft stagniert derzeit.

Die Entwicklungen stellen entsprechend auch die Umsetzbarkeit der politischen Ankündigungen der vergangenen Tage in Frage. Im Kampf gegen den Hunger hat die indische Regierung ein immenses Ernährungsprogramm verabschiedet, das die Ernährung von 820 Millionen Menschen sicherstellen soll. Aber es gibt nicht genügend Lebensmittelvorräte. Die Finanzierung des 16 Milliarden Euro-Projektes ist bis jetzt nicht geklärt.

Indes versucht die indische Regierung, die Finanzmärkte zu beruhigen. „Niemand wird leugnen, dass Herausforderungen da sind, aber das sollte uns nicht lähmen“, sagt der Handelsminister Anand Sharma. „Es gibt keinen Grund zur Panik. Die indische Wirtschaft ist stark.“

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..



DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Politik
Politik Palästinenser nehmen Tel Aviv unter Beschuss, Israel zerstört Medien-Hochhaus in Gaza

Gleich drei Mal gab es in Tel Aviv Raketenalarm. Israels Militär zerstört Dutzende Waffenfabriken der Hamas und ein Hochhaus mit...

DWN
Politik
Politik Unionsfraktionsvize will CO2-Preis ab 2022 fast verdoppeln

Andreas Jung schlägt vor, den CO2-Preis auf Öl und Gas bereits im kommenden Jahr drastisch zu erhöhen. Benzin würde sich dadurch um 13...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Inflationswarnung: Getreidehändler melden historische Preisanstiege

Getreidehändler verzeichnen historische Preisausschläge, die sich bald auch in den Supermärkten zeigen werden - etwa bei Mehl, Fleisch...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Konkurrent Ethereum setzt seinen Höhenflug fort

Ethereum eilt von Allzeithoch zu Allzeithoch. Damit entkoppelte sich die Währung in den letzten Wochen vom restlichen Kryptomarkt, der...

DWN
Politik
Politik Nahost-Konflikt: Jede Chance auf Frieden löst ein Blutbad aus

Friedensverhandlungen zwischen Palästinensern und Israelis sind sinnlos, wie die Geschichte lehrt: Nur wenn die Fronten verhärtet sind,...

DWN
Politik
Politik Deutschlandweit Proteste gegen Israel, Ausschreitungen in Berlin

Auch in Deutschland sind die Auswirkungen des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern zu spüren. Zunächst friedliche...

DWN
Technologie
Technologie China landet erstmals Rover auf dem Mars

China feiert die erfolgreiche Landung der Sonde Tianwen-1 auf dem Mars. Es ist das erste Mal, dass das Land auf einem Planeten eine Sonde...

DWN
Deutschland
Deutschland 850 Menschen stehen in Bayern Schlange für eine Impfdosis

Im oberbayerischen Ebersberg standen am Samstag 850 Menschen an, einige schon ab 5 Uhr früh. Der Vorfall ist kein Einzelfall.