Politik

Einwohner protestieren gegen SDF-Milizen im Nordosten Syriens

Im Nordosten Syriens sind Proteste gegen die Miliz der sogenannten Syrischen Demokratischen Kräfte, die von der Kurden-Miliz YPG kontrolliert wird, ausgebrochen. Die Menschen protestieren gegen Plünderungen und Zwangsrekrutierungen.
24.09.2019 13:58
Aktualisiert: 24.09.2019 14:00
Lesezeit: 1 min

Einwohner der Stadt al-Shaddadi, etwa 60 Kilometer südlich von Hasaka, gingen am Dienstag auf die Straße, um gegen Repressalien der von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) zu protestieren. Die Demonstranten fordern den Abzug der SDF. Die Proteste wurden nach Angaben der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana durch die lokalen Händler, die ihre Läden als Zeichen des Protests schlossen, unterstützt.

Die Demonstranten sollen die Hauptstraße der Stadt blockiert und Reifen in Brand gesteckt haben, um zu verhindern, dass Mitglieder der SDF die Stadt betreten. SDF-Mitglieder sollen seit geraumer Zeit Geschäfte und Privatgrundstücke plündern und junge Kurden gewaltsam rekrutieren. Die Stadt al-Shaddadi befindet sich im Nordosten Syriens und wurde am 19. Februar 2016 von den SDF besetzt. Zuvor hielt die Terror-Miliz IS die Stadt in ihrer Gewalt.

Die US-Webseite Al-Monitor mit Sitz in Washington D.C. hatte im Juni 2019 berichtet, dass die SDF auch versuchen, junge arabische Männer gewaltsam zu rekrutieren. Wer sich dem Rekrutierungsprozess widersetzt, müsse mit Strafaktionen rechnen.

Borgen Project, eine internationale Organisation für Armutsbekämpfung, führt aus: “Die Partei der Kurdischen Demokratischen Union (PYD) hat Mitglieder der politischen Opposition und Aktivisten festgenommen und schikaniert. Human Rights Watch erhielt Berichte über Folter und Misshandlungen in Einrichtungen, die von den Syrischen Demokratischen Kräften, von denen die meisten Mitglieder der PYD sind, kontrolliert werden.” Die UN wirft den SDF vor, während der Operation “Al Jazeera Storm” in der Provinz Deir Ezzor Kriegsverbrechen begangen zu haben. “Das Starten wahlloser Angriffe, die zum Tod oder zur Verletzung von Zivilisten führen, ist in Fällen, in denen solche Angriffe rücksichtslos durchgeführt werden, ein Kriegsverbrechen”, zitiert die New York Times die UN aus einer Mitteilung.

Nächtliche Razzien durch SDF-Einheiten mit Unterstützung von Hubschraubern der Anti-IS-Koalition, bei denen Zivilisten in Schahil und anderen Teilen der Provinz Deir Ezzor getötet und verwundet wurden, verstießen demnach gegen internationales Recht.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis bei 10.000 US-Dollar? Warum Analysten einen historischen Durchbruch erwarten

Gold gilt seit jeher als sicherer Hafen, doch die aktuelle Debatte wirkt anders. Steigende globale Verschuldung, anhaltende Inflation und...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Verdacht auf Geldwäsche: BKA durchsucht Deutsche Bank
28.01.2026

Erneut Ärger wegen möglicher Geldwäsche: Justiz und BKA sichern Beweise bei der Deutschen Bank. Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Konjunkturausblick für Deutschland: Bundesregierung reduziert Wachstumsprognose
28.01.2026

Die Bundesregierung senkt ihre Wachstumsprognose und passt den wirtschaftspolitischen Kurs an. Welche Folgen hat der Beschluss für...

DWN
Finanzen
Finanzen Gehaltsverhandlung: Tipps für mehr Gehalt in schwierigen Zeiten – der 7-Punkte-Plan zur Gehaltserhöhung
28.01.2026

Inflation, Unsicherheit, Sparkurs: Viele Beschäftigte zögern mit der Gehaltsverhandlung. Doch gerade jetzt kann der richtige Ansatz den...

DWN
Finanzen
Finanzen Bafin warnt: Risiko für Marktverwerfungen steigt
28.01.2026

Droht ein Kursrutsch an den Aktienmärkten? Die Finanzaufsicht sieht reichlich Risiken und warnt: Ein Härtetest werde wahrscheinlicher.

DWN
Finanzen
Finanzen Bundesbank-Chef: Deutsche Goldreserven in USA sind sicher
28.01.2026

Sind die riesigen deutschen Goldreserven in New York noch sicher? Mit dem Vorgehen von Donald Trump gegen Grönland und enge...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis-Rekordhoch: Trump treibt Gold-Rallye weiter an – sind bald schon 6.000 Dollar möglich?
28.01.2026

Der Goldmarkt erlebt derzeit eine historische Ausnahmesituation: Ein neues Goldpreis-Rekordhoch folgt dem nächsten. Trumps...

DWN
Immobilien
Immobilien Baukrise: DIW erwartet Wende am Bau - Hoffnung für Wohnungssuchende
28.01.2026

Höhere Zinsen, gestiegene Kosten: Bauherren haben schwierige Zeiten hinter sich. Nun soll es am Bau wieder aufwärtsgehen, dank...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Konsumklima: Kauflaune steigt, aber Unsicherheiten bleiben
28.01.2026

Mehr Geld im Portemonnaie und weniger Angst vor steigenden Preisen: Die Konsumstimmung hellt sich auf. Wie Experten das einschätzen.