Politik

Portugal: Sozialistischer Wahlsieger will Bündnis mit EU-Gegnern fortsetzen

Lesezeit: 1 min
07.10.2019 08:00  Aktualisiert: 07.10.2019 09:11
Die Sozialistische Partei von Ministerpräsident Antonio Costa geht als Sieger aus den Parlamentswahlen hervor und kann voraussichtlich das Bündnis mit zwei EU-kritischen Parteien fortsetzen.
Portugal: Sozialistischer Wahlsieger will Bündnis mit EU-Gegnern fortsetzen
Antonio Costa, Ministerpräsident von Portugal und Kandidat der Sozialistischen Partei, jubelt am Sonntagabend in Lisbon nach seinem Wahlsieg. Die regierenden Sozialisten haben die Parlamentswahl mit großem Vorsprung gewonnen. (Foto: dpa)

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Portugal  
Europa  
EU  

Ministerpräsident Antonio Costa hat seine Sozialistische Partei (PS) zum Sieger der Parlamentswahl in Portugal erklärt. Die Wähler hätten sich für eine Fortsetzung des Bündnisses mit anderen linken Parteien ausgesprochen, sagte Costa am frühen Montagmorgen.

"Den Portugiesen gefiel unser Arrangement. Eine Erneuerung wäre wünschenswert", sagte er vor jubelnden Anhängern. Nach Auszählung der meisten Stimmen können die Sozialisten mit 106 der 230 Abgeordnetensitze rechnen. Für eine absolute Mehrheit müssten es aber 116 Sitze sein. Größte Oppositionspartei sind die konservativen Sozialdemokraten mit voraussichtlich 77 Abgeordneten.

Die Sozialisten führen seit 2015 eine Minderheitsregierung an und werden von zwei Euro-skeptischen Parteien toleriert - den Kommunisten und dem Linken Block. Beide signalisierten ihre Bereitschaft zur Fortsetzung der Zusammenarbeit, sollten sich die Sozialisten für bessere Lebensverhältnisse von Arbeitnehmern einsetzen.

Costa kündigte außerdem an, auch mit der aufstrebenden Umweltschutzpartei Volk-Tiere-Natur (PAN) sprechen zu wollen. Er werde das Staatsdefizit weiter abbauen und den Schuldenberg des Landes verringern, sagte er. "Es ist wichtig für die internationale Glaubwürdigkeit des Landes, den Investoren Vertrauen zu geben."

Costa dürfte bei der Wahl vor allem von der brummenden Wirtschaft profitiert haben. Seine bisherige Regierung hat viel Lob von der EU und im eigenen Land dafür erhalten, dass Haushaltsdisziplin mit Maßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur kombiniert wurden. Portugal litt viele Jahre unter den Nachwehen der Schuldenkrise.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Politik
Politik „Schwerwiegende Nebenwirkungen“: Norwegen streicht AstraZeneca vollständig aus Impfkampagne

Norwegen verzichtet wie Dänemark bei seiner laufenden Impfkampagne gegen Corona gänzlich auf den umstrittenen Impfstoff von AstraZeneca....

DWN
Deutschland
Deutschland Polizei löst Corona-Party mit Pfefferspray auf, droht Bürgern mit Elektroschock-Pistole

In Düsseldorf hat die Polizei eine private Feier in einer Privatwohnung aufgelöst. Dabei setzten die Beamten nicht nur Pfefferspray ein,...

DWN
Politik
Politik Gegen Macron und EU: Millionen Franzosen laufen zu Marine Le Pen über

Nach aktuellen Umfragen wird Marine Le Pen die nächste Präsidentin Frankreichs. Sie fordert ein Ende der Globalisierung, bekennt sich zur...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Konkurrent Ethereum setzt seinen Höhenflug fort

Ethereum eilt von Allzeithoch zu Allzeithoch. Damit entkoppelte sich die Währung in den letzten Wochen vom restlichen Kryptomarkt, der...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Marc Friedrich: Corona ist bald vorbei - wann wird die Politik mit der ganzen Wahrheit herausrücken?

Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten veröffentlichen einen Auszug aus dem im April erschienenen neuesten Buch von Marc Friedrich: "Die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lieferketten-Gesetz: "Die Belastungen für die Unternehmer stehen in keinem Verhältnis zum Ergebnis"

Das Parlament diskutiert gerade das neue Lieferketten-Gesetz der Bundesregierung: Unternehmen sollen künftig dafür Sorge tragen, dass...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Eine neue Macht übernimmt den Fußball: Die Fans werden den reichen Club-Besitzern und Oligarchen noch hinterhertrauern

Früher wurde der Profi-Fußball von selbsternannten Sonnenkönigen beherrscht. Mittlerweile ziehen Multi-Milliardäre die Fäden. Doch...

DWN
Politik
Politik Bericht: Türkische Kampf-Drohnen erobern die Welt

Einem Bericht zufolge hat sich die Türkei zu einer Drohnenmacht entwickelt. Dabei soll die Drohne des Typs Bayraktar TB2 in Syrien, Libyen...