Finanzen

Enteignung durch Niedrigzinsen: Deutsche Sparer verlieren pro Jahr 34 Milliarden Euro

Die niedrigen Zinsen haben dazu geführt, dass die deutschen Sparer in den vergangenen zwölf Monaten 34 Milliarden Euro verloren haben. Das entspricht der Gesamtwirtschaft Bremens.
11.10.2019 11:38
Aktualisiert: 11.10.2019 12:04
Lesezeit: 1 min
Enteignung durch Niedrigzinsen: Deutsche Sparer verlieren pro Jahr 34 Milliarden Euro
Die Zinsen sind derzeit extrem niedrig. (Foto: dpa) Foto: Karl-Josef Hildenbrand

34 Milliarden Euro – so viel haben deutsche Sparer in den vergangenen zwölf Monaten an Wert auf ihre Ersparnisse verloren. Der Grund sind die niedrigen Zinsen, die deutlich unter der Inflationsrate liegen. Allein im dritten Quartal dieses Jahres lag der dadurch entstandene Wertverlust bei 7,8 Milliarden Euro – das sind 94 Euro pro Bundesbürger. Zu diesen Ergebnissen kommt der aktuelle comdirect Realzins-Radar, der quartalsweise ermittelt wird.

Zum Vergleich: Der Wirtschaftsverlust, den die deutschen Sparer in einem Jahr erlitten haben, ist so groß wie Bremen pro Jahr an Wirtschaftsleistung ausweist.

„Die deutschen Sparer sollten diese Zahlen aufrütteln“, betont Arno Walter, Vorstandsvorsitzender von comdirect. Besonders deutlich werden die Folgen des negativen Realzinses in der langfristigen Betrachtung: Seit dem vierten Quartal 2010, also in den letzten neun Jahren, liegt der Wertverlust pro Bundesbürger bei 1.559 Euro.

„Es ist dringend an der Zeit, dass eigene Sparverhalten zu überdenken – zumal die jüngsten Zins-Entscheidungen der Europäischen Zentralbank und auch die Äußerungen der künftigen EZB-Chefin Christine Lagarde ein Ende der Nullzinsphase aktuell nicht erkennen lassen", sagte Walter.

Die deutschen Sparer halten allerdings weiterhin an niedrig verzinsten Sparprodukten fest. In den vergangenen zwölf Monaten flossen 124 Milliarden Euro auf Tagesgeld-, Festgeld und Girokonten sowie Spareinlagen. Das ist ein Plus von 5,5 Prozent.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

 

DWN
Finanzen
Finanzen Unser neues Magazin ist da: Steigende Zinsen, nervöse Börsen – Chancen für Ihr Kapital
16.10.2026

Das eigene Vermögen soll Sicherheit geben. Doch steigende Zinsen und nervöse Märkte machen derzeit Anlageentscheidungen schwieriger. Wer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft IWF-Warnung: Warum der KI-Boom eine neue Krise auslösen könnte
16.10.2026

Die Weltwirtschaft wächst, doch unter der Oberfläche braut sich eine gefährliche Mischung zusammen: Staaten häufen Rekordschulden an,...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis-Prognose: Einer der größten Käufer beginnt zu verkaufen
16.10.2026

Jahrelang kauften Zentralbanken Gold in außergewöhnlichem Umfang. Nun schlägt mit Kasachstan einer der größten Käufer einen anderen...

DWN
Politik
Politik Deal um Verbrenner-Aus: Deutschland und Frankreich vor Einigung?
16.10.2026

Deutschland setzt sich dafür ein, dass weiter Neuwagen mit Verbrennungstechnologie zugelassen werden können. Frankreichs Präsident...

DWN
Politik
Politik Frühstartrente: Bundestag entscheidet über zehn Euro für Kinder
16.10.2026

Mit der Frühstartrente will der Staat Kindern monatlich zehn Euro für ein langfristiges Aktiendepot geben. Wer zuerst von der...

DWN
Politik
Politik Wer ist wer in den Kriegen im Nahen Osten
16.10.2026

Zehn Punkte zu Staaten, Rebellen und politischen Gruppen, die für Kriege, Lieferwege und Energiepreise entscheidend sind.

DWN
Politik
Politik Energiewende: CO2-Preis soll stabil bleiben im nächsten Jahr
16.10.2026

Der CO2-Preis, der Heizen und Tanken teuer macht, soll mit dem Jahreswechsel nicht steigen. Das soll Verbraucher vor Preissprüngen...

DWN
Finanzen
Finanzen Unicredit: EZB genehmigt Übernahme von Commerzbank-Anteilen
16.10.2026

Seit zwei Jahren pirscht sich die Unicredit an die Commerzbank heran. Mit einem Übernahmeangebot im Sommer verfehlte sie eine Mehrheit nur...