Unternehmen

Durchbruch zum Bau des ersten deutsch-französischen Kampfpanzers

Deutsche und französische Rüstungskonzerne haben sich jetzt bei einem milliardenschweren Projekt geeinigt, um einen neuen Kampfpanzer zu entwickeln.
14.10.2019 15:28
Aktualisiert: 14.10.2019 15:35
Lesezeit: 1 min
Durchbruch zum Bau des ersten deutsch-französischen Kampfpanzers
Ein "Leopard 2" vom Hersteller KWM. Das Modell soll durch einen neuen Panzer ersetzt werden, der von Deutschland und Frankreich gemeinsam produziert wird (Foto. dpa). Foto: Peter Steffen

Deutschland und Frankreich verhandeln schon seit geraumer Zeit über eine Rüstungskooperation. Die beiden Länder wollen unter anderem gemeinsam einen neuen Panzer herstellen. Jetzt ist in das milliardenschwere Projekt, das den Namen 'Main Ground Combat System' (MGCS) trägt, eine neue Bewegung gekommen, weil sich beide Staaten auf einen internen Kompromiss geeinigt haben, berichtet die FAZ.

So werden der französische Konzern Nexter und die deutschen Partner Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und Rheinmetall künftig an einem Strang ziehen, um den neuen Kampfpanzer zu bauen. Ursprünglich hatte die deutsche Rheinmetall die Federführung für sich in Anspruch genommen. Der Hersteller wird sich nun allerdings auf die Rolle des Zulieferers beschränken, schreibt die FAZ.

Der neue Kampfpanzer soll bei der Bundeswehr den „Leopard 2“ und bei der französischen Armee den „Leclerc“ ersetzen, so die Planungen. Der „Leopard 2“ war bisher schon ein Gemeinschaftsprojekt – und zwar von den deutschen Partnern KMW und Rheinmetall. So hatte KMW die Karosserie dieses Modells entwickelt und Rheinmetall die Kanone geliefert.

Folglich haben die beiden Hersteller bereits zusammenarbeitet. Nun wollen sie sich noch den französischen Konzern ins Boot holen, um gemeinsam den neuen Panzer zu bauen. Über den Zeitpunkt, wann das MGCS-Programm starten soll, gibt es unterschiedliche Angaben:

Während die FAZ 2038 nennt, ist auf der Website des Nachrichtensenders „n-tv“ von einem Termin zwischen 2030 und 2035 zu lesen. Der Sender berichtet von einem Auftragsvolumen in Höhe von hundert Milliarden Euro.

Die Idee für das Projekt MGCS existiert zwar schon seit Jahren. Allerdings war es politisch nie einfach, das Vorhaben durchzusetzen. Und zwar insbesondere deswegen, weil sich die Hersteller einfach nicht einigen konnten.

So hat die Bundesregierung erst im vergangenen Jahr eine Absichtserklärung für die Rüstungskooperation unterzeichnet. Die damalige deutsche Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen und ihre französische Amtskollegin Florence Parly unterschrieben das Dokument erst im Juni 2018. Mit der neuen Einigung, von der die FAZ jetzt berichtet, rückt die Entwicklung des ersten deutsch-französischen Kampfpanzers näher.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

DWN
Politik
Politik Analyse: Ukraine-Krieg kippt Putins Rechnung in Russland
20.05.2026

Der Ukraine-Krieg verlagert sich immer stärker auf russisches Gebiet. Kiews Drohnen und Raketen treffen Raffinerien, Rüstungsbetriebe und...

DWN
Finanzen
Finanzen Commerzbank-Aktie: Warnung vor Unicredit-Offerte
20.05.2026

Zwischen Übernahmeofferte, politischen Widerständen und milliardenschweren Interessen verschärft sich der Machtkampf um die Commerzbank....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KI-Tsunami setzt Kapitalfonds unter Druck und macht IT-Firmen unverkäuflich
20.05.2026

Der KI-Tsunami trifft Kapitalfonds ausgerechnet dort, wo sie jahrelang besonders teuer eingekauft haben. Viele IT- und Softwarefirmen...

DWN
Finanzen
Finanzen Nvidia-Aktie: Prognose bei Nvidia-Quartalszahlen entscheidend – KI-Boom auf dem Prüfstand
20.05.2026

Die nächsten Nvidia-Quartalszahlen dürften richtungsweisend für die gesamte KI-Branche werden. Nach der jüngsten Kursrally der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Stihl kämpft mit Flaute und setzt auf Akku-Geräte
20.05.2026

Motorsägen, Heckenscheren und Akku-Technik: Stihl setzt konsequent auf den Wandel im Gartengeräte-Markt. Während die Nachfrage nach...

DWN
Finanzen
Finanzen DAX-Kurs vor Nvidia-Zahlen: Anleger zwischen Hoffnung und Nervosität
20.05.2026

Zwischen KI-Euphorie, Rüstungsboom und kritischen Analystenurteilen bleibt die Stimmung an den Märkten angespannt. Anleger blicken...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Geopolitik in der Unternehmensstrategie: Wie Firmen ihre Resilienz stärken
20.05.2026

Die geopolitische Lage rückt Lieferketten, Rohstoffe und Märkte stärker ins Zentrum unternehmerischer Entscheidungen. Wie können Firmen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Eurozone: Inflation schnellt wegen Iran-Kriegs auf 3,0 Prozent hoch
20.05.2026

Steigende Ölpreise infolge des Iran-Krieges sorgen in der Eurozone für neuen Inflationsdruck. Verbraucher müssen erneut tiefer in die...