Deutschland

Bundespolizei verstärkt Schleierfahndung an mehreren Grenzabschnitten

Die Bundesbehörden verstärken die Schleierfahndung an mehreren Grenzabschnitten, weil Schleuserbanden offenbar Migranten aus anderen EU-Staaten nach Deutschland bringen.
18.10.2019 16:26
Aktualisiert: 18.10.2019 16:29
Lesezeit: 1 min

Die Bundespolizei bereitet sich auf verstärkte Fahndungen an mehreren Grenzabschnitten vor. Damit setzt sie einen Erlass von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) um. Der hatte Ende September nicht nur eine Verlängerung der Kontrollen an der Grenze zu Österreich, sondern auch eine intensivierte Schleierfahndung an anderen Grenzabschnitten angekündigt. Diese Entscheidung sei aus «Migrations- und Sicherheitsgründen» getroffen worden, sagte der Sprecher des Ministeriums, Steve Alter, am Freitag in Berlin.

Der «Spiegel» berichtet unter Berufung auf ein Schreiben des Bundespolizeipräsidiums in Potsdam, Ziel sei außerdem, bisher nicht bekannte Methoden und «Täterstrukturen» der Schleuser zu erkennen. Das Bundespolizeipräsidium stellte demnach Direktionen, die durch die Intensivierung der Schleierfahndung besonders gefordert sein sollten, Unterstützung in Aussicht. Laut einer aktuellen Umfrage findet die Mehrheit der Bevölkerung intensivere verdachtsunabhängige Kontrollen an den Grenzen richtig.

Die Behörden hatten von Januar bis August diesen Jahres 26 490 unerlaubte Einreisen registriert. Im August waren es 3300, davon weniger als ein Drittel (929) an der österreichischen Grenze.

Bei der Schleierfahndung geht es um verdeckte grenzpolizeiliche Maßnahmen, die ohne konkreten Anlass oder Verdacht stattfinden. Sie brauchen allerdings eine Zielsetzung, etwa die Verhinderung unerlaubter Einreisen. Was die Bundesregierung zurzeit besonders umtreibt, ist die sogenannte Sekundärmigration nach Deutschland. Darunter versteht man die Weiterreise von Asylbewerbern von einem EU-Mitgliedstaat zum nächsten.

Die Schleierfahndung erlaubt verdachts- und anlassunabhängige Kontrollen in einem 30-Kilometer-Gebiet diesseits der Grenze. Kritiker dieser Art der verdeckten Fahndung sehen hier einen Widerspruch zu den Grundsätzen der Personenfreizügigkeit im Schengen-Raum.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Elektroindustrie sieht Licht am Ende der Flaute: Wachstum für 2026 erwartet
26.01.2026

Nach drei Jahren stagnierender Produktion blickt die deutsche Elektroindustrie optimistisch auf 2026. Der Branchenverband ZVEI...

DWN
Finanzen
Finanzen XRP-News: Ripple-Kurs zwischen Crash und Comeback – was jetzt zählt
26.01.2026

Der Ripple-Kurs steht zum Wochenbeginn erneut unter Druck: Analysten warnen vor weiteren Rücksetzern bis 1,40 Dollar – manche sprechen...

DWN
Panorama
Panorama Mikrozensus 2026 gestartet: Ein Prozent der Bevölkerung wird befragt
26.01.2026

Die wichtigste amtliche Sozialerhebung Deutschlands läuft wieder: Von Januar bis Dezember 2026 nimmt der Mikrozensus Daten über die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Deutsche Post: Briefzustellung ohne staatliche Kontrolle
26.01.2026

Damit die Post beim Transport und bei der Zustellung von Briefen nicht bummelt, gibt es staatlich verordneten Zeitdruck. Doch nun zeigt...

DWN
Finanzen
Finanzen Gold, Bitcoin, Aktien, Immobilien: Wie Investoren bei der Geldanlage 2026 auf Nummer sicher gehen
26.01.2026

Gold zur Absicherung, Aktien als Produktivkapital, Immobilien unter politischem Vorbehalt und Krypto als infrastrukturelle Beimischung. Was...

DWN
Finanzen
Finanzen Silberpreis-Allzeithoch: Silber schießt auf über 110 Dollar – was hinter der Rally steckt
26.01.2026

Es wird immer wilder am Edelmetallmarkt: Erst ist zum Start in die neue Handelswoche der Goldpreis über die magische Marke von 5.000...

DWN
Politik
Politik Wadephul warnt: Europas Einheit steht auf dem Prüfstand
26.01.2026

In turbulenten Zeiten fordert Außenminister Johann Wadephul Geschlossenheit von den Europäern. Vor Reisen zu EU- und Nato-Partnern in...

DWN
Politik
Politik Analyse: Karten zeigen einen weiteren möglichen Grund, warum Trump Grönland ins Visier nimmt
26.01.2026

Donald Trump begründet sein Interesse an Grönland mit nationaler Sicherheit. Doch hinter den Kulissen eröffnen sich weitreichendere...