Technologie

Für Raketen-Transport: Frankreich baut Hybrid-Frachter mit Segeln

In Frankreich wird ein Frachter gebaut, der sowohl mit einem Motor als auch mit Segeln ausgerüstet ist. Er soll Raketen-Teile nach Südamerika transportieren.
21.10.2019 16:09
Aktualisiert: 21.10.2019 16:25
Lesezeit: 1 min
Für Raketen-Transport: Frankreich baut Hybrid-Frachter mit Segeln
Futuristischer Hybrid-Frachter mit Motor und Segeln: Die Canopée. (Foto: VPLP) Foto: Jonathan Ross

Ein französisches Schiffs-Architekturbüro hat einen Hybrid-Frachter entworfen. Wie das Marine-Journal „Hansa“ berichtet, verfügt die „Canopée“ („Baldachin“) nicht nur über einen konventionellen Schiffsmotor, sondern auch über vier circa 12 Meter breite und 30 Meter hohe Segel. Die knapp 1.450 Quadratmeter große Segelfläche soll den Motor unterstützen und damit den Treibstoff-Verbrauch und den Schadstoff-Ausstoß um rund 30 Prozent senken. Der Frachter soll eine Geschwindigkeit von etwa 30 Stundenkilometern (16 Knoten) erreichen.

Die Länge des Schiffes beträgt 123 Meter, die Breite 23 Meter. Es verfügt über ein offenes Deck, wobei die Seitenwände extra hoch sind, um die Ladung zu schützen.

Die „Canopée“ soll Teile der Trägerrakete „Ariane 6“ von Frankreich nach Französisch-Guyana bringen, wo sich der Raketen-Startplatz „Kourou“ befindet. Die „ArianeGroup“ - ein Gemeinschaftsunternehmen des europäischen Luft- und Raumfahrtunternehmens „Airbus Group“ und des französischen Technologie-Konzerns „Safran“ - die die Rakete baut und entwickelt, hatte eine Ausschreibung für ein umweltfreundliches Schiff, das die „Ariane“-Teile transportieren kann, veröffentlicht. Sieger des Wettbewerbs war das Schiffbau-Unternehmen „Alizés“ geworden, das anschließend das Schiffs-Architekturbüro „VPLP“ mit der Planung des Schiffes beauftragte. „Alizés“ wird das Schiff bauen; der Stapellauf soll 2022 erfolgen.

Praktische Versuche, große Schiffe (vor allem Frachter) mit luftbasierten Antrieben auszustatten, gibt es schon seit über zehn Jahren. In Deutschland bekannt wurde vor allem der Lenkdrachen der (2011 Konkurs gegangenen) Bremer „Beluga“-Reederei. Jedoch hat sich bislang keiner dieser Versuche durchgesetzt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Unternehmen
Unternehmen Stellenabbau trotz hoher Umsätze: Elektroriese Media Markt plant Personalstreichung
16.09.2026

Media Markt und Saturn planen Stellenabbau: Trotz hoher Umsätze geraten Arbeitsplätze unter Druck. Nach Informationen der...

DWN
Finanzen
Finanzen Wall Street rutscht ab: Fed signalisiert dauerhaft höhere Zinsen
16.09.2026

Unerwartete Signale der US-Notenbank sorgen für Bewegung an den Märkten – erfahren Sie, welche Entwicklungen jetzt die Kurse belasten.

DWN
Politik
Politik Bedrohungen durch Russland: Von der Leyen will eigenen Artikel 4 für die EU
16.09.2026

Leipziger Sprengstoffdrohne als mahnendes Beispiel: Reicht die Nato aus, um die Sicherheit Europas zu gewährleisten?...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Investitionen in Europa: Der Osten gewinnt, der Westen besitzt
16.09.2026

Fabriken gehen nach Osten. Arbeitsplätze gehen nach Osten. Wo liegen die wertmäßig größten Projekte? Wem gehört das Kapital?

DWN
Finanzen
Finanzen Platzt die KI-Blase aufgrund des überhitzten Anleihemarktes?
16.09.2026

Ist der KI-Boom nur ein überzogener Hype? Wann ziehen die Investoren die Bremse - oder werden alle Erwartungen an die Einnahmen durch...

DWN
Politik
Politik Berlin-Wahl 2026: Pleite und schäbig? Was Berlin im Wahlkampf bewegt
16.09.2026

Kultur und Kunst im Überfluss, günstige Mieten und bei aller Atemlosigkeit eine gewisse "Jemütlichkeit" im Kiez – dieses Versprechen...

DWN
Politik
Politik Strafjustiz am Limit: 1,1 Millionen Strafverfahren auf Halde
16.09.2026

Deutschlands Staatsanwaltschaften kommen mit der wachsenden Zahl neuer Fälle kaum noch hinterher. Zur Jahresmitte 2026 lagen bundesweit...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Blase rückt in den Hintergrund, Zinsen werden zum Risiko
16.09.2026

Die KI-Blase galt lange als größte Sorge an den Finanzmärkten. Doch nun fürchten globale Investoren vor allem einen plötzlichen...