Deutschland

Soros: „Merkel führt Europa in die falsche Richtung“

Lesezeit: 1 min
26.06.2012 00:40
Der US-Investor George Soros kritisiert Angela Merkel, weil sie dem Drängen der Südeuropäer auf die rasche Einführung einer Schuldenunion partout nicht nachgeben will. Deutschland werde die Verantwortung für die weitere Entwicklung in Europa tragen.
Soros: „Merkel führt Europa in die falsche Richtung“

Mehr zum Thema:  
Europa >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Europa  

Der Milliardär George Soros, der kürzlich in einer interessanten Rede vor der deutschen Vorherrschaft in Europa gewarnt hatte (hier), hat erneut heftige Kritik an Bundeskanzlerin Angela Merkel geübt. In einem Interview mit Bloomberg TV in London sagte Soros: „Merkel hat sich zu einer starken Führerin entwickelt. Unglücklicherweise führt sie Europa in die falsche Richtung.“ Merkel handle in guter Absicht, tue jedoch das Falsche - was die Sache so tragisch mache. Wenn der Gipfel in diesen Tagen keine Lösung für die Euro-Krise finden sollte, würde das ein Fiasko sein, mit fatalen Folgen für den Kontinent.

Soros hatte in einem Gastbeitrag für die FT vorgeschlagen, die EU solle alle angelaufenen Schulden in einem Fonds bündeln und gewissermaßen von vorne anfangen. In einer Übergangszeit von einem bis fünf Jahren sollten Italien und Spanien nur noch 1 Prozent Zinsen für die in der Vergangenheit aufgelaufenen Schulden Zahlen. Gleichzeitig sollten mit dem neuen Europa dann einen Bankenunion, eine gemeinsame Regulierung der Banken und Eurobonds kommen.

Es läge nun in den Händen der Deutschen, über das Schicksal Europas zu entscheiden. Deutschland müsse die Verantwortung dafür übernehmen, was aus Europa werde.


Mehr zum Thema:  
Europa >

DWN
Politik
Politik Putin fördert intensivere Geschäftspartnerschaften mit China
18.05.2024

Putin hat während seines Staatsbesuchs in China eine Stärkung der wirtschaftlichen Kooperation betont und die Sanktionen des Westens...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Überraschende Wende: China nicht mehr Deutschlands Top-Handelspartner
18.05.2024

Für eine beträchtliche Zeit war die Volksrepublik Deutschland der primäre Handelspartner. Jetzt besteht die Möglichkeit, dass China...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Nike schnappt Adidas die Nationalmannschaft weg: Der DFB kennt keine Gnade
18.05.2024

Über 70 Jahre waren sie eine Einheit – die deutsche Nationalmannschaft in ihren Adidas-Trikots und ihren Schuhen mit den drei Streifen....

DWN
Finanzen
Finanzen Günstiger Urlaub? Versteckte Kosten, die Sie unbedingt im Blick haben sollen!
18.05.2024

Sie haben Ihren Sommerurlaub bestimmt schon geplant und freuen sich darauf, eine schöne Zeit am Strand zu verbringen und sich zu...

DWN
Finanzen
Finanzen Schulden-Restrukturierung: Ukraine braucht weitere Zugeständnisse von internationalen Investoren
18.05.2024

Die Ukraine will möglichst schnell ihre Finanzierung über den Kapitalmarkt neu aufstellen. Es geht um bereits am Markt platzierte...

DWN
Politik
Politik Für immer beschützt von Uncle Sam? Warum Europa nicht mehr auf die Hilfe der USA zählen sollte
18.05.2024

Sinkt das Interesse der USA an Europa? Für Jahrzehnte galt es als gesichert, dass die Vereinigten Staaten von Amerika Westeuropa vor...

DWN
Panorama
Panorama Studie: Klimawandel führt zu weniger Ertrag und Qualität bei Reis
18.05.2024

Japanische Forscher wollten herausfinden, wie sich der Klimawandel auf die Reisernte auswirkt. Dafür haben sie mehrere Szenarien...

DWN
Unternehmen
Unternehmen DWN-Kommentar: 4-Tage-Woche und Work-Life-Balance - das ist doch ein unternehmerischer Alptraum!
17.05.2024

Liebe Leserinnen und Leser, jede Woche gibt es ein Thema, das uns in der DWN-Redaktion besonders beschäftigt und das wir oft auch...