Politik

China bringt hochmodernen Satelliten zur Erdvermessung ins All

China hat am Sonntag seinen bisher modernsten Satelliten ins All gebracht. Dieser wird fortan dreidimensionale Datenbilder im Submeterbereich liefern.
07.11.2019 13:00
Lesezeit: 1 min
China bringt hochmodernen Satelliten zur Erdvermessung ins All
Eine Rakete des Typs Langer Marsch 4B startet am 3. November vom Satellitenstartzentrum der nordchinesischen Provinz Shanxi, um den Beobachtungssatelliten Gaofen-7 in den Weltraum zu befördern. (Foto: Sun Gongming/Xinhua/dpa) Foto: Sun Gongming

China hat am Sonntag einen neuen Erdbeobachtungssatelliten mit dem Namen Gaofen-7 ins All geschossen. Nach Angaben der China National Space Administration (CNSA) wird der Satellit eine wichtige Rolle bei der Landvermessung spielen sowie für das städtische und ländliche Bauwesen und für statistische Untersuchungen.

Gaofen-7 wurde vom Kosmodrom Taiyuan in der nordchinesischen Provinz Shanxi gestartet. Mit der Trägerrakete, welche China selbst entwickelt hat, wurden noch drei weitere kommerzielle und wissenschaftliche Satelliten ins All geschickt, darunter einer für den Sudan, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet.

Gaofen-7 ist Chinas erster ziviler Vermessungssatellit, der eine Genauigkeit im Submeterbereich erreicht, sagt CNSA. Die Nutzer des Satelliten sollen hauptsächlich das Ministerium für natürliche Ressourcen, das Ministerium für Wohnungswesen und Stadt-Land-Entwicklung und das Nationale Statistikamt sein.

Der neue Satellit kann hochauflösende optische 3D-Beobachtungsdaten und hochpräzise Laser-Altimetrie-Daten aufnehmen und ermöglicht die 3D-Kartierung im Maßstab 1:10.000 für den zivilen Einsatz in China, so CNSA. Er weise die höchste Kartierungsgenauigkeit unter den bisher sieben Erdbeobachtungssatelliten im Rahmen des Gaofen-Projekts auf, das im Jahr 2010 lanciert wurde.

  • Gaofen-1 wurde im April 2013 in den Weltraum geschickt und kann die Welt komplett in nur vier Tagen abdecken.
  • Gaofen-2 wurde im August 2014 gestartet, ist bis zu 0,8 Meter genau in Vollfarbe und kann multispektrale Bilder von Objekten mit einer Länge von mehr als 3,2 Metern aufnehmen.
  • Gaofen-4 wurde Ende 2015 gestartet und ist Chinas erster geosynchroner, hochauflösender optischer Bildgebungssatellit.
  • Gaofen-3 wurde im August 2016 gestartet und ist Chinas erster Radarsatellit mit synthetischer Apertur.
  • Gaofen-5 wurde im Mai 2018 gestartet und hat die höchste spektrale Auflösung unter den chinesischen Fernerkundungssatelliten.
  • Gaofen-6 wurde im Juni 2018 gestartet und hat eine ähnliche Funktion wie Gaofen-1, aber mit besseren Kameras und seine hochauflösenden Bilder können einen großen Teil der Erde abdecken.
  • Der Gaofen-7 wurde in November 2019 gestartet und ist Chinas erster ziviler dreidimensionaler Vermessungs- und Kartierungssatellit, der eine Genauigkeit im Submeterbereich erreicht.

Der Start von Gaofen-1 im Jahr 2013 fiel zeitlich mit dem Starttermin der Neuen Seidenstraße zusammen, der groß angelegten globalen Infrastrukturentwicklungs- und Investitionsinitiative. Seitdem hat China im Rahmen dieser Initiative Projekte in 152 Ländern in Asien, Europa, Afrika, dem Nahen Osten und Nord- und Südamerika gestartet. Die sieben Erdbeobachtungssatelliten der Gaofen-Serie ermöglichen dem Land nun die Entwicklung und Überwachung seiner Infrastrukturprojekte aus dem All.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Firma gründen in 24 Stunden: Was jetzt wirklich möglich ist – und was nicht
23.10.2026

Ein eigenes Unternehmen an nur einem Tag gründen: Das neue Bundesportal G24 soll dem behördlichen Zickzackkurs ein Ende setzen. Seit Ende...

DWN
Finanzen
Finanzen Größter Verkauf russischen Goldes seit der Finanzkrise 1998: Weitere Tonnen verschwinden aus den Tresoren
23.10.2026

Die neuesten Daten der russischen Zentralbank zeigen, dass die Verkäufe aus den Goldreserven seit Jahresbeginn bereits 62 Tonnen erreicht...

DWN
Finanzen
Finanzen Warum Frankreich weniger Schulden hat als die USA, dafür aber härter bestraft wird
23.10.2026

Die neuesten Eurostat-Daten für das zweite Quartal zeigen, dass die französische Staatsverschuldung im Verhältnis zur...

DWN
Politik
Politik Bundeswehr: Wehrdienst-Fragebogen ignoriert? Dann droht ein Bußgeld
23.10.2026

Seit Januar werden in Deutschland junge Menschen ab 18 von der Bundeswehr zu ihrer Bereitschaft eines möglichen Wehrdiensts angeschrieben....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft DWN-Podcast Folge 48: Die Woche im Rückblick – KW 43
23.10.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...

DWN
Politik
Politik Länderfinanzausgleich: Söder will AfD- und Linke-Ländern Geld streichen
23.10.2026

Mit einer sogenannten "Extremismusklausel" will Bayerns Ministerpräsident Markus Söder mögliche von der AfD oder der Linken geführten...

DWN
Technologie
Technologie Weltweiter Kohlekraft-Ausbau steigt trotz Klimazielen
23.10.2026

Wind- und Solarenergie haben Kohle in vielen Teilen Europas überholt – doch weltweit wächst die Zahl geplanter Kohleprojekte weiter,...

DWN
Immobilien
Immobilien Zinsbindung, Tilgung, Sondertilgung: Die wichtigsten Begriffe der Baufinanzierung erklärt
23.10.2026

Die Hindernisse für den Hauskauf sind höher denn je. Interessierte Käufer müssen gut vorbereitet bei der Bank vorsprechen. Deswegen...