Finanzen

Commerzbank führt Strafzinsen für Kunden ein: „Wir fangen jetzt mit Kunden mit hohen Einlagen an“

Die Commerzbank führt Negativzinsen für Privatkunden ein. Ein Sprecher sagte: "Wir fangen jetzt mit Kunden mit hohen Einlagen an." Dem Beispiel dürften schnell andere Banken folgen.
07.11.2019 10:51
Aktualisiert: 07.11.2019 10:51
Lesezeit: 1 min

Die Commerzbank verlangt von immer mehr Kunden Strafzinsen. "Wir haben zahlreiche Privatkunden angesprochen", sagte Finanzchef Stephan Engels am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. Man beginne jetzt, Maßnahmen umzusetzen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. "Das Potenzial ist sehr groß." Bislang habe die Commerzbank so gut wie keinem Privatkunden Strafzinsen in Rechnung gestellt. "Wir fangen jetzt mit Kunden mit hohen Einlagen an." Engels ließ offen, ab welcher Einlagenhöhe Strafzinsen gelten sollen. "Einfache" Sparer würden weiter verschont.

Bei Firmenkunden erhebt die Commerzbank ab einer bestimmten Einlagenhöhe bereits seit langem Strafzinsen und passt diese nun an die gesunkenen Zinsen an. "Wir überprüfen auch die Freibeträge", sagte Engels. Zudem wolle die Commerzbank mit Preiserhöhungen und einer Anpassung des Produktangebots einem zu hohen Zufluss von Einlagen entgegenwirken.

Seit 2014 müssen Geldinstitute Strafzinsen zahlen, wenn sie Gelder bei der Europäische Zentralbank (EZB) parken. Diesen sogenannten Einlagesatz hatte die EZB zuletzt auf minus 0,5 Prozent gesenkt, zugleich aber einen Teil der Einlagen von dem Strafzins ausgenommen. Doch die Entlastung durch diesen Staffelzins sei geringer als die Belastung durch die niedrigeren Zinsen, sagte Engels. Da kein Ende der lockeren Geldpolitik der EZB absehbar ist, sind die Marktzinsen in den vergangenen Monaten weiter unter Druck geraten.

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