Deutschland

Daimler streicht mindestens 10.000 Jobs

Lesezeit: 2 min
29.11.2019 13:16  Aktualisiert: 29.11.2019 13:16
Daimler will im Zuge seines Spargramms eine fünfstellige Zahl von Mitarbeitern abbauen. "Wir werden die Maßnahmen so sozialverträglich wie möglich gestalten", sagte Personalvorstand Porth.
Daimler streicht mindestens 10.000 Jobs
Ole Källenius, CEO von Daimler, steht während der Präsentation von Mercedes auf der IAA im September in Hessen vor ausgewählten Mitarbeitern. (Foto: dpa)
Foto: Boris Roessler

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Nachdem bereits Audi jeden sechsten Arbeitsplatz in Deutschland streichen will, plant nun auch Konkurrent Daimler einen massiven Stellenabbau. Mindestens 10.000 Jobs würden gestrichen, kündigte Personalvorstand Wilfried Porth am Freitag in einer kurzfristig angesetzten Telefonkonferenz an. Der Konzern habe für die kommenden drei Jahre ein Einsparpotenzial von mindestens einer Milliarde Euro ausgemacht.

"Die Zahl wird im niedrigen fünfstellig Bereich liegen", sagte Porth. Ziel sei, Mitarbeiter durch verschiedene Maßnahmen zum freiwilligen Ausscheiden zu gewinnen. Betriebsbedingte Kündigungen seien weiterhin bis Ende 2029 ausgeschlossen, bekräftigte er. "Wir reden hier über ein Paket für die Mitarbeiter in der Verwaltung." In der Produktion sei kein Stellenabbau geplant. Sollte auch dies notwendig werden, werde man sich mit dem Betriebsrat darüber unterhalten.

Daimler erklärte in einer Pressemitteilung, das Management habe sich mit dem Gesamtbetriebsrat auf Eckpunkte geeinigt, um die Konzernstruktur zu verschlanken und damit Effizienz und Flexibilität zu steigern. Der Arbeitsplatzabbau sei weltweit bis Ende 2022 geplant.

"Wir werden die Maßnahmen so sozialverträglich wie möglich gestalten", erklärte Porth. Frei werdende Stellen sollen nicht wiederbesetzt werden. Außerdem will der Konzern das Angebot zur Altersteilzeit erweitern und plant in Deutschland zudem ein Abfindungsprogramm.

Die Umsetzung soll in den kommenden Wochen mit dem Betriebsrat ausgearbeitet werden. Der bei der Ausgliederung der operativen Geschäftsfelder Mercedes-Benz Cars & Vans und Daimler Trucks & Buses bis Ende 2029 vereinbarte Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen in Deutschland bleibe davon unberührt.

Daimler hatte bereits Mitte November angekündigt, ein Sparprogramm zu starten. Ziel ist es, die Personalkosten bis Ende 2022 um rund 1,4 Milliarden Euro zu senken und die Zahl der Management-Stellen weltweit um zehn Prozent zu kürzen.

Die Volkswagen-Tochter Audi will ebenfalls mit einem radikalen Sparkurs aus der Krise kommen. Bis 2025 streicht die vom Dieselskandal erschütterte Volkswagen-Tochter in Deutschland 9500 Stellen - jeden sechsten Arbeitsplatz. Zugleich will Audi allerdings 2000 neue Stellen in Bereichen wie Elektromobilität und Digitalisierung schaffen.

Auch BMW spart beim Personal, kommt allerdings ohne tiefe Einschnitte aus. Der Autobauer einigte sich mit dem Betriebsrat diese Woche unter anderem auf eine niedrigere Gewinnbeteiligung der Mitarbeiter. Die Zahl der fest angestellten Mitarbeiter soll unter dem Strich stabil bleiben.

"Die Automobilindustrie steckt in der größten Transformation ihrer Geschichte", erklärte Daimler. Alle traditionellen Hersteller stehen unter Druck, Milliardensummen in die Einführung von Elektroautos und andere Zukunftsgeschäfte zu investieren.


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Bericht: „Eine weitere Studie zeigt erneut, dass Lockdowns nicht funktionieren“

Das „Ludwig von Mises Institute“ berichtet: „Obwohl die Befürworter von Corona-Lockdowns weiterhin darauf bestehen, dass sie Leben...

DWN
Politik
Politik Corona 2021: Kommt es in der EU bald zu einer Nahrungsmittel-Krise?

Es ist nicht ausgeschlossen, dass es in Europa zur Nahrungsmittel-Krise kommt. So ist davon auszugehen, dass der Nahrungsmittel-Preisindex...

DWN
Deutschland
Deutschland Insider: Merkel will touristische Reisen verbieten

Sie sei nicht für ein Reiseverbot, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Es sollten aber möglichst keine touristischen Reisen stattfinden.

DWN
Finanzen
Finanzen Konkurrenz zum Bargeld: EU-Pläne zu digitalem Euro werden konkret

Die EU-Kommission unterstützt die Pläne der Europäischen Zentralbank zur Einführung eines digitalen Euros. Wirtschaft und Finanzwesen...

DWN
Finanzen
Finanzen Gegen das Bargeld: EU-Kommission will europaweite Obergrenze für Bar-Zahlungen

Die EU-Kommission erwägt eine europaweite Obergrenze bei der Nutzung von Bargeld. Experten der Kommission behaupten, dass sie dadurch...

DWN
Politik
Politik Das große deutsche Bildungs-Desaster: Ein ganzer Jahrgang wird dem Lockdown geopfert

Die Schließung von Schulen hat bei vielen Schülern praktisch ein ganzes Bildungsjahr ausradiert - mit spürbaren Folgen für die...

DWN
Deutschland
Deutschland Deutsche Autobranche erwartet weiter schwache Pkw-Nachfrage

Die deutschen Autobauer und ihre Zulieferer rechnen nicht damit, dass der durch Corona verursachte Schaden rasch wettgemacht werden kann....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lastwagenbauer MAN baut in Deutschland 3500 Stellen ab

Im Herbst wollte MAN 9500 Stellen in Deutschland und Österreich abbauen und trieb die Arbeitnehmer damit auf die Barrikaden. Jetzt...

DWN
Politik
Politik Entschädigung von Nerzzüchtern kostet Dänemark Milliardenbetrag

In Dänemark hatte die Regierung angeordnet, dass alle rund 17 Millionen Nerze im Land getötet werden. Nun muss der Steuerzahler die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bahn-Techniker Vossloh kämpft sich nach Corona-Rückschlägen zurück – mit Großorder aus Australien

Die Pandemie hat ganz besonders die Transportbranche getroffen – und somit auch den Bahn-Techniker Vossloh. Doch kommt jetzt wieder...

DWN
Deutschland
Deutschland Warum deutsche Exporteure wieder optimistischer werden

Eine ganze Reihe von globalen Entwicklungen haben im Januar die Erwartungen der deutschen Exporteure steigen lassen, berichtet das...

DWN
Deutschland
Deutschland Corona verändert deutschen Online-Handel: Plattformen sind die Gewinner

Der Branchenverband BEVH meldet eine Reihe interessanter Entwicklungen im deutschen Online-Handel. So haben die großen Onlinemarktplätze...

DWN
Politik
Politik Rund 150 Festnahmen bei erneuten Krawallen in den Niederlanden

In den Niederlanden ist es den dritten Abend in Folge in mehreren Städten zu Krawallen gekommen. "So viel Gewalt haben wir seit 40 Jahren...

DWN
Deutschland
Deutschland Konjunkturbelebung schlägt auf Maschinenbau durch

Dem als Rückgrat der deutschen Wirtschaft geltenden Maschinenbau hat die konjunkturelle Belebung im vierten Quartal durch die Corona-Krise...