Wirtschaft

Trumps Zollroulette: Die Weltwirtschaft tanzt nach seiner Pfeife

Donald Trump zündet die nächste Eskalationsstufe im globalen Wirtschaftskrieg – mit Zöllen, Chaos und Drohgebärden. Experten sprechen von einem Albtraum für Unternehmen, Märkte und Verbraucher. Doch der wahre Preis dieser Politik dürfte weit höher sein, als es der US-Präsident einkalkuliert.
01.08.2025 16:00
Aktualisiert: 16.08.2025 10:46
Lesezeit: 1 min

Zölle als Machtinstrument: Trumps Angriff auf die globale Ordnung

Nur wenige Stunden vor Ablauf der Frist kam die Mitteilung, dass Donald Trumps neue Zolltarife auf nächste Woche verschoben werden. „Das ist absolut nicht gut. Es ist ein tragischer Schritt hin zu größerer Unvorhersehbarkeit“, zitiert das Wirtschaftsportal Dagens Industrie den SEB-Chefökonomen Robert Bergqvist. Trumps neue Anordnung sieht allgemeine Zölle auf Waren aus der EU und 68 weiteren Ländern vor. Robert Bergqvist beschreibt den Beschluss als ein vorläufiges Wirrwarr aus Zollsätzen, Aussetzungen und Ausnahmen, dem man kaum folgen könne. Zugleich handele es sich um eine Erpressungslage gegenüber der übrigen Welt – und das werde seinen Preis haben. „Es ist ein Albtraum für international tätige Unternehmen, und alle werden zahlen müssen, wenn der globale Handel infrage gestellt wird“, sagt er.

Die Rechnung wird vor allem bei den amerikanischen Haushalten und Importeuren landen, gefolgt von den Exporteuren. Für europäische Unternehmen könnte die wachsende Unberechenbarkeit letztlich bedeuten, dass Exportunternehmen gezwungen sind, Personal abzubauen. „Viele glauben, dass dies ein erster Schritt heraus aus totaler Unsicherheit ist. Es mag etwas klarer werden, aber ich denke dennoch, dass die Unsicherheit bestehen bleibt“, sagt Robert Bergqvist. „Alle verlieren. Das ist ein dauerhafter Schaden für die Weltwirtschaft.“

Dass die Entscheidung nun aufgeschoben wird, sei aber in gewisser Weise auch eine willkommene Atempause. „Das eröffnet ein Verhandlungsfenster für jene, die verhandeln wollen“, sagt Robert Bergqvist. Er glaubt, dass die Verhandlungen zwischen den Ländern nun weitergehen – aber nicht im Rampenlicht. Robert Bergqvist meint, Trump sei jedoch nicht völlig taub für die Reaktionen der Märkte. „Die Hoffnung ist, dass er einen Schritt zurück macht, wenn sich negative Effekte zeigen.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Umsatzwarnungen: Lindt & Sprüngli entlässt Konzernchef Lechner
25.10.2026

Der Schokohasen-Hersteller leidet unter teuren Kakaopreisen und dem heißen Sommer. Nun soll ein alter Bekannter vorm Weihnachtsgeschäft...

DWN
Politik
Politik Frankreich führt Aufschläge für Medikamente ein. Was bedeutet das für die Preise in Deutschland und für Generika?
25.10.2026

In Frankreich wurde eine neue Vereinbarung mit der Pharmaindustrie über Arzneimittelpreise erzielt, die dazu führen könnte, dass einige...

DWN
Unternehmen
Unternehmen US-Rüstungsfirma Covenant: Protest gegen Marschflugkörper-Produktion ab 2027 in Leipzig
24.10.2026

Die US-Rüstungsfirma Covenant will in Leipzig Marschflugkörper herstellen. Der Standort soll weltweit die größte Basis für Europas...

DWN
Politik
Politik China macht seine Grenzen dicht: Ein neuer Eiserner Vorhang
24.10.2026

China macht seine Grenzen dicht, und längst trifft es nicht mehr nur politisch unbequeme Bürger. Lehrer, Ärzte und KI-Ingenieure dürfen...

DWN
Technologie
Technologie Enthüllt: Diese US-Techkonzerne wollten den Stromverbrauch ihrer Rechenzentren geheim halten
24.10.2026

Google und Microsoft wollten zentrale Angaben zum Stromverbrauch ihrer irischen Rechenzentren unter Verschluss halten. Die Umweltbehörde...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wachstum in Europa: EIB-Ökonom rät Unternehmen, stärker nach Süden zu blicken
24.10.2026

Deutschland erholt sich, doch Europas Wirtschaft kämpft weiter mit Bürokratie, Investitionsschwäche und einem fragmentierten...

DWN
Finanzen
Finanzen Steuervergleich 2026: Was von 50.000 Euro Gehalt, Gewinn und Kapital wirklich übrig bleibt
24.10.2026

50.000 Euro verdienen und trotzdem völlig unterschiedlich viel Geld behalten? In Deutschland entscheidet nicht nur die Höhe des...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Online-Handel: Amazon plant Investitionen von rund 16 Milliarden Euro
24.10.2026

16 Milliarden Euro will Amazon 2027 in Deutschland investieren – ein großer Teil soll in Cloud und KI rund um Frankfurt fließen. Was...