Deutschland

Institut: Autobauer wälzen Mehrkosten von CO2-Rabatten auf die Händler ab

Die Autohändler halten sich derzeit sehr mit der Gewährung von Rabatten zurück. Doch dies dürfte sich im kommenden Jahr ändern.
20.12.2019 15:00
Lesezeit: 1 min
Institut: Autobauer wälzen Mehrkosten von CO2-Rabatten auf die Händler ab
Im neuen Jahr gibt es wohl neue Rabatte für die Kunden (Foto: dpa). Foto: Sebastian Gollnow

Die deutschen Autokäufer dürften im kommenden Jahr verstärkt von CO2-Rabatten profitieren, die durch die neuen Bonus-Systeme der Autobauer ausgelöst werden. Davon geht das wissenschaftliche CAR-Institut in Duisburg aus. So hat Peugeot jetzt Händlervorgaben für Elektroautos und CO2-Flottenemissionen an die Boni-Gewährung ihrer Händler geknüpft. Damit ist der Handel gezwungen, Elektroautos zu verkaufen. Das bedeutet, mit Rabatten die Verkaufsvorgaben zu erreichen.

Das Institut erwartet, dass nach Peugeot auch Opel und andere dem „Vorbild Peugeot“ folgen. Frühzeitig hatte PSA-Chef Carlos Tavares die Öffentlichkeit wissen lassen, dass PSA keine CO2-Strafzahlungen leisten werden und die CO2-Ziele erfüllt. Nach heutigem Bild werden die Händler einen Großteil Rechnung durch höheren Rabattdruck bezahlen. Die Forscher rechnen damit, dass neben Citroen und Peugeot auch Opel seinen Händler CO2- und Elektroauto-Ziele ins Geschäftsmodell schreibt und ein Teil des Kohlendioxid-Problems auf seine Händler abwälzt. Dem werden andere Hersteller folgen.

Damit werden im kommenden Jahr wieder verstärkt Rabatte gewährt, nachdem sie im November des laufenden Jahres rückläufig waren. Der CAR-Rabatt-Index ist im Monat November erneut gesunken - und zwar auf 128 Punkte. Das ist der niedrigste Wert in diesem Jahr. Ein wichtiger Grund ist, dass sich die Diskussion um Dieselfahrverbote beruhigt hat und offensichtlich von Autokäufern weniger ernst genommen wird. Daher bietet so gut wie kein Autobauer mit Ausnahme von BMW und Mercedes Umtauschprämien für alte Diesel.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Wie Twitch, Kick & Co. die Unterhaltungsbranche prägen

Das Bild der Unterhaltungsbranche hat sich dramatisch gewandelt. Dabei wurde aus einer Einbahnstraße eine Autobahn mit unzähligen Spuren...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Mythos Fachkräftemangel beendet: Deutschlands Arbeitsmarkt bricht langfristig ein
02.06.2026

Schwache Frühjahrsbelebung, keine Trendumkehr: Der deutsche Arbeitsmarkt kippt langfristig in eine neue Massenarbeitslosigkeit. Warum es...

DWN
Politik
Politik Nukleare Abschreckung wird zur Machtprobe für Europa
02.06.2026

Norwegen rückt an Frankreichs Atomschirm heran, und plötzlich wirkt Europas Sicherheitsarchitektur weniger stabil als lange behauptet....

DWN
Finanzen
Finanzen Konsumdruck im Alltag: Wie Sparen dennoch funktionieren kann
02.06.2026

Ob online oder im Alltag: Konsumreize lauern überall und machen es schwer, den Überblick über die eigenen Ausgaben zu behalten. Wer...

DWN
Panorama
Panorama Kölner Dom kostet ab Juli zwölf Euro Eintritt
02.06.2026

Alles wird teurer. Selbst der Kölner Dom kostet ab Juli nun zwölf Euro Eintritt. Warum das so ist - und welche Ausnahmen gelten.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ölpreise sprengen Europas Wirtschaft
02.06.2026

Die Ölpreise verhalten sich auf den ersten Blick erstaunlich ruhig, doch die Puffer des Weltmarkts verschwinden in gefährlichem Tempo....

DWN
Finanzen
Finanzen Bayer-Aktie stürzt ab: Glyphosat-Angst wächst
02.06.2026

Die Bayer-Aktie gerät erneut unter Druck: Wachsende Zweifel an einem Glyphosat-Vergleich und eine wichtige Entscheidung des...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Italo will auf die deutschen Schienen: Bahn schlägt Alarm - bei 60 Prozent Pünktlichkeit
02.06.2026

Können die Italiener die Deutsche Bahn retten? Die Deutsche Bahn selbst zeigt sich – wenig überraschend – skeptisch. Und lobt sich...

DWN
Politik
Politik Kann Europa Weltmacht werden? Eine Analyse
02.06.2026

Die alte Weltordnung bricht weg, und Europa steht plötzlich allein zwischen den streitenden Machtblöcken. Jetzt entscheidet sich, ob der...