Unternehmen

Der Abschwung trifft zunehmend große Unternehmen

Aufgrund der schwachen Konjunktur melden mehr Unternehmen Insolvenz an. Zunehmend sind auch große Firmen betroffen.
28.12.2019 10:08
Lesezeit: 1 min
Der Abschwung trifft zunehmend große Unternehmen
Auch der traditionsreiche Fahrrad- und Kettcar-Hersteller "Kettler" musste 2019 Insolvenz anmelden. (Foto: dpa) Foto: Oliver Dietze

Die Zahlungsunfähigkeit trifft zunehmend solche Unternehmen, die mehr als 50 Millionen Euro Umsatz im Jahr generieren. Gegenüber dem Vorjahr ist die Insolvenzquote solch großer Firmen im Jahr 2019 um 42 Prozent gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt die internationale Kreditversicherungsgruppe Euler Hermes in einer aktuellen Studie. "Wenn es knallt, dann richtig", so die Einschätzung der Experten.

"Der Zuwachs ist insofern dramatisch, weil der Ruin großer Firmen sich oft wie ein Dominoeffekt auf alle Unternehmen der Lieferkette auswirkt", erklärte Ron van het Hof, der Sprecher von Euler Hermes. Der Studie zufolge haben in den ersten neun Monaten 27 große deutsche Unternehmen die Zahlungsunfähigkeit angemeldet. Zwölf Monate zuvor waren es lediglich 19 Pleiten gewesen.

Aus der Analyse geht hervor, dass der durchschnittliche Umsatz der insolventen Großunternehmen in den ersten neun Monaten bei 339 Millionen Euro gelegen hat. Damit ist das durchschnittlichen Umsatz-Volumen im Vergleich zum Vorjahr um 81 Prozent gestiegen. Zu den Branchen, die besonders in Mitleidenschaft gezogen wurden, gehören die Zulieferer-Industrie und der Dienstleistungsektor. Darüber hinaus haben die Metall- und die Textilindustrie große Probleme. "Vorsicht ist also auch bei großen Namen geboten, weil sie nicht vor der Pleite schützen", fügte Van het Hof hinzu.

Ähnlich wird es wohl auch im kommenden Jahr weitergehen. 2020 dürfte es den Prognosen des Kreditversichers zufolge zwei bis drei Prozent mehr Insolvenzen geben als noch 2019.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Technologie
Technologie "Tod der E-Zigarette"? Branche warnt vor Verbotsplänen
19.02.2026

Sind E-Zigaretten ein Segen, weil sie Kettenraucher von der klassischen Zigarette wegführen, oder ein Risiko, weil ihr Konsum Schadstoffe...

DWN
Politik
Politik Iran: Wann greift Trump an?
19.02.2026

Die Atomgespräche zwischen Washington und Teheran scheitern erneut. Experten warnen vor einem möglichen militärischen Konflikt, der die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen DB Cargo-Stellenabbau: 6.200 Jobs fallen bei Deutsche Bahn-Tochter weg
19.02.2026

Fast jede zweite Stelle soll weg – DB Cargo steht vor einem historischen Einschnitt. Der neue Chef setzt alles auf eine Karte, denn...

DWN
Finanzen
Finanzen Airbus-Aktie im Rückwärtsgang: 870 Jets reichen dem Markt nicht
19.02.2026

Die Airbus-Aktie bricht ein, obwohl der Konzern einen Auslieferungsrekord ankündigt. Doch Lieferprobleme, verfehlte Erwartungen und ein...

DWN
Politik
Politik Schulfach Wiederbelebung: DRK-Präsident für Training an Schulen
19.02.2026

Krisenfestigkeit wird zu eng gedacht, findet Hermann Gröhe. Der DRK-Chef und ehemalige Bundesgesundheitsminister fordert aber nicht nur...

DWN
Politik
Politik Uneinigkeit in der EU: Sanktionspaket gegen Russland gerät ins Wanken
19.02.2026

Die EU verhandelt ein neues Sanktionspaket gegen Russland, doch wirtschaftliche Eigeninteressen einzelner Mitgliedstaaten bremsen die...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Wall Street schiebt Unsicherheit beiseite und legt zu
18.02.2026

Die US-Aktienmärkte schlossen den Tag im Plus. Der S&P 500 stieg um 0,56 %, der Nasdaq Composite um 0,78 % und der Dow Jones Industrial...

DWN
Technologie
Technologie Ostsee-Stromprojekt: Baltic-German PowerLink geplant
18.02.2026

Das Ostsee-Stromprojekt zwischen Deutschland, Lettland und Litauen nimmt konkrete Formen an. Mit dem Baltic-German PowerLink entsteht ein...