Wirtschaft

Iran-Konflikt belastet deutsche Wirtschaft, Öl wird teurer

Der aktuelle Iran-Konflikt hat die Ölpreise drastisch ansteigen lassen, was sich negativ auf die deutsche Wirtschaft und die Unternehmensaktien auswirkt.
06.01.2020 15:03
Aktualisiert: 06.01.2020 15:03
Lesezeit: 1 min
Iran-Konflikt belastet deutsche Wirtschaft, Öl wird teurer
Überschüssiges Gas verbrennt in einer Rohölverarbeitungsanlage in Schwedt. (Foto: dpa) Foto: Patrick Pleul

Die deutsche Wirtschaft steht bei einer weiteren gefährlichen Eskalation des Konflikts im Nahen Osten aus Sicht führender Ökonomen vor einer zusätzlichen Belastungsprobe. Hintergrund sei vor allem die hohe Exportabhängigkeit deutscher Unternehmen, wie die Präsidenten des Berliner DIW und des Kieler IfW, Marcel Fratzscher und Gabriel Felbermayr, deutlich machten.

"In diesen Zeiten enormer Unsicherheiten wäre ein Nahostkonflikt das Letzte, das die Wirtschaft verkraften kann", sagte Fratzscher, Präsident des Deutsches Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), der Deutschen Presse-Agentur. Aus Sicht von IfW-Chef Felbermayr verstärken solche Krisen die politische Unsicherheit und sind damit ein weiterer Faktor, der die Weltwirtschaft belastet. Deutschland sei angesichts zunehmender geopolitischer Risiken "gut beraten, sich wetterfest zu machen, indem es die Kräfte für wirtschaftliche Dynamik stärkt", sagte der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) der dpa.

Der steigende Ölpreis hat unter anderem die Papiere der Lufthansa herunter gezogen. Nach einem Kurssturz am Freitag gab der Wert der Papiere mit einem Minus von rund 4,5 Prozent am Montagmorgen weiter nach. Mit 14,12 Euro fiel die Aktie damit auf ihr Niveau von Mitte Oktober vergangen Jahres zurück. Auch die Kurse von Air France-KLM und IAG gerieten erneut unter Druck. Nach der Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani durch einen US-Drohnenangriff zogen die Ölpreise bereits am Freitag an: Mit knapp 70 Dollar ist europäisches Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee derzeit teurer als US-Öl der Sorte WTI. Der Preis von WTI-Rohöl gilt als weniger abhängig von den Entwicklungen im Nahen Osten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen BYDFi im ausführlichen Test 2026

In deutschsprachigen Krypto-Foren hält sich eine Überzeugung besonders hartnäckig: Börsen ohne KYC-Pflicht sind unseriös, unsicher und...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Lufthansa-Aktie: Technik-Sparte betritt mit militärischen Projekten Neuland
20.04.2026

Mit einem ungewöhnlichen Auftrag sorgt Lufthansa Technik für Aufmerksamkeit rund um die Lufthansa-Aktie. Die Wartung moderner...

DWN
Politik
Politik Analyse: Präsident Trump hat die USA zum mächtigsten Schurkenstaat der Welt gemacht
20.04.2026

Der Begriff Schurkenstaat wurde einst in den USA geprägt, um Staaten wie Nordkorea oder Iran zu beschreiben. Inzwischen wird er zunehmend...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie: Düsseldorfer Rüstungskonzern beginnt Serienfertigung von Drohnenbooten
20.04.2026

Mit einem neuen Produktionsstart sorgt die Rheinmetall-Aktie für Aufmerksamkeit am Markt. Die Rüstungsaktie profitiert von wachsender...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell: Was ist nur mit den vermeintlich sicheren Häfen Gold und Bitcoin los?
20.04.2026

Gold und Bitcoin gelten als klassische Krisenanlagen. Doch ausgerechnet in einer Phase geopolitischer Spannungen zeigen sowohl der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Verschuldungsdynamik? Bundesrechnungshof warnt vor wachsender Staatsverschuldung
20.04.2026

Deutschland steht vor wichtigen finanzpolitischen Entscheidungen: Der Bundeshaushalt 2027 soll kommende Woche konkrete Formen annehmen....

DWN
Finanzen
Finanzen Commerzbank-Aktie: Unicredit greift deutsches Geldinstitut scharf an - und fordert strategische Neuausrichtung
20.04.2026

Im Ringen um die Commerzbank verschärft Unicredit den Ton und kritisiert zentrale Strukturen des Instituts. Die Commerzbank-Aktie zeigt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KI im Management: Warum Führung unersetzlich bleibt – Tipps von Experte Hilgenstock
20.04.2026

Künstliche Intelligenz verändert Management, Beratung und Mittelstand rasant. Doch ersetzt KI wirklich Führungskräfte – oder...

DWN
Politik
Politik Tankrabatt ab 1. Mai erreicht Verbraucher womöglich verspätet
20.04.2026

Mit dem Tankrabatt plant die Politik sinkende Spritpreise. Doch zwischen Gesetz und Zapfsäule liegen komplexe Mechanismen. Schon einmal...