Deutschland

Wirtschaftsforscher: Aufschwung kommt - allerdings erst nächstes Jahr

Das Kieler Institut für Wirtschaftsforschung (IfW Kiel) prognostiziert, dass die deutsche Wirtschaft dieses Jahr wieder stärken wachsen wird. Einen moderaten Aufschwung soll es allerdings erst 2021 geben.
10.01.2020 09:00
Lesezeit: 1 min
Wirtschaftsforscher: Aufschwung kommt - allerdings erst nächstes Jahr
Am Konjunkturhimmel geht allmählich wieder die Sonne auf - scheinen wird sie allerdings erst 2021 wieder. (Foto: dpa) Foto: Daniel Reinhardt

2020 wird das Wachstum der deutschen Wirtschaft wieder anziehen, so die Prognose des „Kieler Instituts für Wirtschaftsforschung“ (IfW Kiel). Die Konjunkturforscher prognostizieren, dass sich das deutsche Bruttoinlandsprodukt um 1,1 Prozent erhöhen wird, eine deutliche Verbesserung zu 2019 (nach vorläufigen Berechnungen 0,5 Prozent). Einen spürbaren, wenn auch moderaten Aufschwung wird die deutsche Wirtschaft allerdings erst 2021 erleben, glauben die Kieler: Dann werde das Wachstum 1,5 Prozent betragen. Nach Meinung von Ökonomen verfügt die deutsche Wirtschaft über ein Potential, das für ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 2,0 bis 2,2 Prozent im Jahr gut ist.

Der derzeitige Konjunktur-Abschwung sei vor allem durch die „Rezession in der Industrie“ getrieben worden, wo die Normalauslastung „unterschritten“ wurde und immer noch wird, schreiben die Forscher. Ab diesem Jahr werde der Abwärtssog jedoch schwächer. Allerdings dauere es im Schnitt etwa fünf Quartale, bis die Industrie eine Rezession überwindet und die Kapazitätsauslastung wieder spürbar zulegt. Das heißt, dass der Aufschwung frühestens Ende 2020 einsetzen wird, aller Voraussicht nach erst 2021. Das trifft auch auf die Unternehmens-Investitionen zu. Nachdem sie 2019 – trotz der sich abschwächenden Konjunktur – um 1,2 Prozent gestiegen waren, dürften sie 2020 um 1,1 Prozent sinken. Erst 2021 ist wieder mit einem Plus zu rechnen, und zwar von immerhin rund 2,3 Prozent.

Fazit von Stefan Kooths, Leiter des IfW-Prognose-Zentrums: „Zunächst kriecht die deutsche Wirtschaft in das neue Jahr.“ Aber: „Der Abwärtssog wird schwächer.“ Grund also für vorsichtigen Optimismus.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold erlebt ein Comeback: Wie das MTS Money Transfer System Sicherheit und digitale Freiheit verbindet

Steigende Staatsverschuldung, Inflation und geopolitische Spannungen stärken die Bedeutung von Gold als Vermögenswert. Das MTS Money...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Drohnen-Shows: Das Start-up Skydance will mit 1.000 Drohnen Europas Himmel erobern
30.10.2026

400 Drohnen über einem Megafestival, ein QR-Code am Himmel und bald eine Flotte mit 1.000 Fluggeräten: Das slowenische Unternehmen...

DWN
Finanzen
Finanzen Verwirrung bei Rentenzahlung: Wer das November-Geld bekommt – und wem ein Zahlungsstopp droht
30.10.2026

An diesem Freitag werden die gesetzlichen Renten überwiesen. Doch die Zahlung betrifft je nach Rentenbeginn unterschiedliche Monate. Für...

DWN
Finanzen
Finanzen Wenn Paris brennt, denkt man an Anlageratschläge, Straßen und Blut
30.10.2026

Kann ein brennendes Paris gute Nachrichten für Anleger bedeuten? Auf den ersten Blick klingt diese Frage zynisch. Doch an den...

DWN
Finanzen
Finanzen Tankrabatt dämpft Inflation - aber noch keine Entwarnung
30.10.2026

Mit dem erneuten Tankrabatt ist die Inflationsrate in Deutschland deutlich gesunken. Doch eine Trendwende sehen Volkswirte nicht.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Das ist Russlands neuer Albtraum
30.10.2026

Das deutsche Verteidigungsunternehmen Helsing bringt zwei neue Luftabwehrraketen und ein KI-gestütztes Abwehrsystem auf den Markt. Ziel...

DWN
Politik
Politik DWN-Podcast Folge 49: Die Woche im Rückblick – KW 44
30.10.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...

DWN
Finanzen
Finanzen Silberpreis fällt zum Monatsende deutlich: Warum selbst ein Angebotsdefizit den Kurs nicht stützt
30.10.2026

Der Silberpreis steht zum Monatsende erneut unter Druck. Am Freitagmorgen rutschte der Kurs des Edelmetalls zeitweise nur rund 50,65...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Warum der Körper im Urlaub schlappmacht
30.10.2026

Der letzte Arbeitstag ist geschafft, der Urlaub beginnt – und plötzlich kommen Kopfschmerzen, Erschöpfung oder Infekte. Warum der...