Finanzen

Anlagen in Gold-ETFs stiegen 2019 um 14 Prozent, erreichten Allzeithoch

Die Goldbestände der weltweiten ETFs haben im Jahr 2019 einen neuen Rekord erreicht. Hinzu kommt, dass der Goldpreis im Jahresverlauf deutlich anstieg.
14.01.2020 17:03
Lesezeit: 2 min
Anlagen in Gold-ETFs stiegen 2019 um 14 Prozent, erreichten Allzeithoch
Goldbarren (Foto: dpa) Foto: .

Die Nettozuflüsse in mit Gold hinterlegte börsengehandelte Fonds (ETFs) im Jahr 2019 beliefen sich nach Angaben des World Gold Council auf 400,3 Tonnen. Damit lagen die Goldbestände dieser Fonds zum Jahresende bei 2881,2 Tonnen. Dies ist ein Plus im Jahresverlauf um 14 Prozent. Da außerdem der Goldpreis im Verlauf des letzten Jahres um rund 18 Prozent anstieg, ergibt sich in Dollar gerechnet ein Anstieg der weltweiten in Gold-ETFs angelegten Vermögenswerte um 37 Prozent.

Die Goldbestände der börsengehandelten Goldfonds erreichten im vierten Quartal vorübergehend einen neuen Rekordstand von rund 2.900 Tonnen. Der bisherige Rekord für die Goldmenge in den börsengehandelten Fonds war im Jahr 2012 erreicht worden, als zudem der Goldpreis bei knapp 1.700 Dollar pro Unze lag. Aktuell liegt der Goldpreis trotz des positiven letzten Jahres und des Preisanstiegs der letzten Wochen deutlich unterhalb von 1.600 Dollar.

Die nordamerikanischen Gold-ETFs verzeichneten mit einem Zuwachs von 206 Tonnen die höchsten Zuflüsse. Das entspricht einem Zuwachs um 14,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Als Gründe für die starke Nachfrage nach auf Gold nannte der World Gold Council die wachsenden geopolitischen Spannungen und die ersten Zinssenkungen der US-Notenbank seit einem Jahrzehnt.

Die europäischen Fonds verzeichneten einen Zufluss von 188 Tonnen, was einem Anstieg von 13,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Aufgrund der Unsicherheiten im Hinblick auf den Brexit waren die in England ansässigen Gold-ETFs führend. Deutsche Fonds verzeichneten ebenfalls einen starken Anstieg ihrer Goldbestände um 13 Prozent, der hauptsächlich auf die negativen Zinsen zurückzuführen war.

Die asiatischen börsengehandelten Goldfonds beendeten das vergangenen Jahr fast unverändert mit Abflüssen in Höhe von rund 0,1 Tonnen. Die Fonds in anderen Regionen, wo 6,3 Tonnen des gelben Metalls hinzukamen, legten um 16,3 Prozent zu. Der Großteil dieses Wachstums kam von in Australien notierten Gold-ETFs.

Im Jahr 2019 erreichte der Goldpreis in allen wichtigen Währungen mit Ausnahme des US-Dollars und des Schweizer Frankens historische Höchststände. Das weltweite Handelsvolumen stieg im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent auf 145 Milliarden Dollar pro Tag. Im Jahr 2018 hatte das tägliche Handelsvolumen bei im Schnitt 114 Milliarden Dollar gelegen.

Der World Gold Council schreibt, dass die Stärke des Goldes im vergangenen Jahr vor allem eine Nebenwirkung der geldpolitischen Lockerungen war, darunter in erster Linie die niedrigen Zinsen. "Und da über 90 Prozent der Staatsschulden mit negativen Realzinsen gehandelt werden, verbesserten sich die Opportunitätskosten für die Anlage in Gold."

Dem Bericht zufolge werden die Hauptantriebskräfte für Gold wahrscheinlich auch im Jahr 2020 bestehen bleiben, darunter die Interventionen der US-Notenbank auf den Repo-Märkten und die damit einhergehende quantitative Lockerung, die anhaltenden Handelsspannungen zwischen den USA und China sowie die niedrigen Renditen selbst für spekulative Unternehmensanleihen.

Die Goldzuflüsse in die ETFs haben eine entscheidende Wirkung auf den globalen Goldmarkt, da sie die Gesamtnachfrage nach Gold nach oben treiben. Denn die ETFs werden mit physischem Gold unterlegt und am Markt wie Aktien gehandelt. Sie ermöglichen es Anlegern, auf einfache und relativ kostengünstige Weise vom Anstieg des Goldpreises zu profitieren. Zudem ist der ETF-Markt sehr liquide.

Trotz ihrer Vorzüge sind börsengehandelte Goldfonds kein Ersatz für den Besitz von physischem Gold. Anleger sollten bedenken, dass sie ihr Gold im Falle von ETFs nicht wirklich besitzen. Der Kauf der gängigen ETFs gibt den Anlegern keinen Anspruch auf eine tatsächliche Menge des Edelmetalls. Doch gerade im Krisenfall kann es von Vorteil sein, das Gold tatsächlich zu besitzen.

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