Deutschland

Trotz Protest: Tesla eröffnet Bürgerbüro in Brandenburg

Der US-Elektroautobauer Tesla wird am Donnerstag in Brandenburg ein Bürgerbüro eröffnen. Zuvor hatte es Proteste gegeben, weil ein Waldgebiet gerodet werden muss, um eine geplante Tesla-Fabrik zu errichten.
15.01.2020 14:12
Lesezeit: 1 min
Trotz Protest: Tesla eröffnet Bürgerbüro in Brandenburg
Der Chef von Tesla, Elon Musk, kann die Ansichten seiner Kritiker nicht nachvollziehen. (Foto: dpa) Foto: Andrew Gombert

Der US-Elektroautobauer Tesla will vor dem Bau der geplanten Fabrik bei Berlin seine Informationspolitik verbessern. Das Unternehmen öffnet an diesem Donnerstag in Grünheide im Kreis Oder-Spree ein Informationsbüro, um auf Fragen von Bürgern zu reagieren. Erst am Wochenende hatte es eine Demonstration gegen die geplante Ansiedlung auf dem Gebiet der Gemeinde gegeben. Mit dem Informationsbüro im Auftrag von Tesla gebe es nun “kontinuierlich die Möglichkeit des Dialogs”, sagte Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach am Mittwoch im Wirtschaftsausschuss des Landtags. “Ich hoffe, dass sich mit diesem Bürgerbüro die Situation jetzt auch ein bisschen entspannt”, so Steinbach.

Steinbach sagte zugleich, es könne und dürfe nicht Aufgabe der Landesregierung sein, “dass wir die Öffentlichkeitsarbeit für Tesla machen”.

Am vergangenen Sonntag hatten mehrere Dutzend Menschen in Grünheide gegen die Ansiedlung und die damit zusammenhängende Rodung von Wald friedlich demonstriert, meldet die dpa. Weiterer Protest soll folgen: Nach Angaben der Polizei vom Mittwoch hat eine Privatperson im Auftrag einer Bürgerinitiative eine Demonstration für kommenden Samstag von Grünheide bis zum nahen Ort Fangschleuse angemeldet. Die Polizei erwartet zwischen 50 und 100 Teilnehmer. Der Freie-Wähler-Abgeordnete Philip Zeschmann warnte davor, dass die Stimmung vor Ort kippen könnte.

Tesla will in der Fabrik bis zu 500.000 Fahrzeuge der Typen Model 3 und Y sowie künftiger Modelle pro Jahr bauen, zunächst sollen es etwa 150.000 Fahrzeuge pro Jahr sein. Der Tesla-Vorstand hat den Kaufvertrag mit dem Land bisher noch nicht unterschrieben. Wirtschaftsminister Steinbach sagte, dies solle laut Tesla bis Ende dieser Woche geschehen. Er rechnet damit, dass das Gelände nach Abschluss der Rodung von zunächst 90 Hektar Wald Mitte März für den Bau vorbereitet sei. Das gut 300 Hektar große Gelände wird derzeit auf Munition aus dem Zweiten Weltkrieg abgesucht.

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