Politik

Corona-Virus löst Anti-China-Hysterie in Japan aus

Millionen von Chinesen treten ihren Neujahrs-Urlaub im Ausland an. Doch in Japan sind die Chinesen ziemlich unerwünscht, weil einige Japaner befürchten, sich mit dem Corona-Virus anzustecken.
22.01.2020 15:26
Lesezeit: 1 min
Corona-Virus löst Anti-China-Hysterie in Japan aus
Die Chinesen zieht es ins Ausland. (Foto: dpa) Foto: Mark Schiefelbein

Am Mittwoch kündigten Gesundheitsbehörden in China erneut einen starken Anstieg der gemeldeten Fälle des mysteriösen neuen Corona-Virus an. Bisher wurden neun Todesfälle registriert. Trotzdem fliegen derzeit Millionen von Chinesen ins Ausland, um dort ihren Neujahrs-Urlaub zu verbringen.

Doch dort werden sie mit diskriminierenden Maßnahmen konfrontiert, da die Menschen in den Urlaubszielen Angst vor dem Virus haben. Das Virus ist mittlerweile auch auf Macau und Hongkong übergesprungen.

Die japanische Bevölkerung macht den Chinesen auf unterschiedlichste Weise deutlich, dass sie unerwünscht sind. Beispielsweise hat ein Ladenbesitzer in der Bergstadt Hakone (einem beliebten Urlaubsziel) vor seiner Tür ein Schild mit der Aufschrift “Kein Chinese erlaubt” aufgehängt, berichtet die South China Morning Post (SCMP). Die vollständige Aufschrift auf dem Schild lautet: “Kein Chinese darf den Laden betreten (...) Ich möchte den Virus nicht verbreiten.” Japanische Tourismusbeamte entschuldigen sich mittlerweile bei den Chinesen, ohne damit jedoch die Haltung ihrer Landsleute zu beeinflussen: Sie bleibt abwehrend.

Shin Hae-bong, Professor für Rechtswissenschaft an der Aoyama Gakuen Universität, sagte, der Ladenbesitzer verstoße nicht gegen das Gesetz, da Japan keine Gesetze gegen Diskriminierung habe. Währenddessen unternehmen chinesische Beamte in Wuhan drastische Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus aus der Stadt, in der es erstmals entdeckt wurde, einzudämmen.

Laut Bloomberg haben Gesundheitsbehörden erklärt, China habe die Überwachung der Verkehrsverbindungen intensiviert und eine fast vollständige Schließung der Innenstadt von Wuhan angeordnet. Beamte gaben jedoch zu, dass sie immer noch Probleme haben, den Erreger zu verstehen, der mehrere medizinische Fachkräfte infiziert hat.

“Wir sind immer noch in der Lernphase”, sagte Gao Fu, Leiter des chinesischen Zentrums für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten. Bisher wurden in 13 chinesischen Provinzen 440 Fälle des SARS-ähnlichen Virus bestätigt. Chinas medizinische Behörden haben 1.394 Patienten unter ärztlicher Beobachtung.

Alle Todesfälle waren bisher in Wuhan zu verzeichnen, einer Stadt mit 11 Millionen Einwohnern, Darunter sind acht Männer im Alter von 61 bis 87 Jahren und eine 48-jährige Frau.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Tech-Aktien fallen weiter, da die Angst vor kriegsbedingter Inflation zunimmt
19.05.2026

Düstere Wolken über den Märkten: Erfahren Sie, welche Entwicklungen die Börse heute in Atem halten und worauf Anleger jetzt achten...

DWN
Politik
Politik Bundeswehr-Beförderungsstopp sorgt für massive Kritik
19.05.2026

Mitten in den Reformplänen der Bundeswehr löst der Bundeswehr-Beförderungsstopp heftige Diskussionen aus. Gerichtsurteile erzwingen...

DWN
Politik
Politik Koalition sucht richtigen Zeitpunkt: Bundestag diskutiert Verzicht auf Diätenerhöhung
19.05.2026

Eigentlich war die nächste Diätenerhöhung bereits fest eingeplant. Doch die wirtschaftliche Lage und harte Sparmaßnahmen verändern die...

DWN
Finanzen
Finanzen VW-Aktie: Anleger blicken auf Stellenabbau beim VW-Entwicklungsdienstleister IAV
19.05.2026

Tausende Arbeitsplätze stehen bei IAV auf dem Spiel, die Stimmung unter den Beschäftigten ist angespannt. Während die IG Metall massive...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Varta-Stellenabbau: Produktion in Nördlingen endet, über 300 Arbeitsplätze fallen weg
19.05.2026

Varta verliert einen entscheidenden Kunden und zieht drastische Konsequenzen. Die Produktion im Werk Nördlingen endet, rund 350...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Schutz für Stahlindustrie: EU verschärft Zollregeln für Stahlimporte
19.05.2026

Europas Stahlhersteller kämpfen seit Jahren gegen günstige Importe aus dem Ausland. Nun zieht die EU die Reißleine und verschärft die...

DWN
Finanzen
Finanzen Cerebras-Aktie: Nvidia-Konkurrent startet mit großem Knall an der Börse
19.05.2026

Vor ein paar Tagen ging in den USA ein Chiphersteller an die Börse, der als einer der heißesten Nvidia-Konkurrenten gilt. Die...

DWN
Politik
Politik Straße von Hormus unter Druck: VAE planen Pipeline als Antwort auf den Iran-Krieg
19.05.2026

Die VAE beschleunigen den Bau einer neuen Ölpipeline, die den Export unabhängiger von der Straße von Hormus machen soll. Für Europa und...