Unternehmen

Immer pessimistischer: Drucker rechnen 2020 mit weiteren Ertragsrückgängen

Die Druckindustrie kommt einfach nicht in Schwung: Die deutschen Manager gehen überwiegend davon aus, dass die Erträge im laufenden Jahr weiter zurückgehen. Die schwache Konjunktur macht sich bei den Unternehmen schon lange bemerkbar.
28.01.2020 11:00
Lesezeit: 1 min
Immer pessimistischer: Drucker rechnen 2020 mit weiteren Ertragsrückgängen
Die Druckmaschinenbranche blickt nicht gerade positiv nach vorne. (Foto: dpa) Foto: Uwe Anspach

Die Manager in der deutschen Druckindustrie, eines der traditionellen Branchen Deutschlands, zeigen sich sehr pessimistisch. Wie aus der Konjunkturumfrage „Print Business Herbstprognose“ hervorgeht, gehen 60 Prozent der befragten Teilnehmer davon aus, dass die Erträge 2020 sinken werden. Nur sieben Prozent rechnen damit, dass sich die Ergebnisse verbessern werden. Vor allem die Mediendienstleister erwarten einen Stellenabbau.

Diese Aussagen entsprechen dem negativen Trend, den es derzeit am deutschen Markt gibt. Wie aus dem aktuellen Konjunkturbericht hervorgeht, den der Bundesverband Druck und Medien (bvdm) Mitte Januar veröffentlicht hat, ist die von vielen Unternehmen erhoffte Konjunkturerholung in der ersten Jahreshälfte des vergangenen Jahres ausgeblieben.

So entwickelten sich die wichtigsten Konjunkturindikatoren, der Produktions- und der Umsatzindex, in den ersten sechs Monaten des Berichtsjahres schlechter als im Vorjahreszeitraum. Die Produktion von Druckerzeugnissen ging saison- und kalenderbereinigt um durchschnittlich 5,1 Prozent zurück. Demgegenüber fiel der nominale Umsatz saison- und kalenderbereinigt nur um durchschnittlich 2,8 Prozent.

Preisanstieg bei grafischen Papieren setzt Ertragslage der Unternehmen weiter zu

Auch der Preisanstieg bei grafischen Papieren hielt an und setzte der Ertragslage der Druckunternehmen weiter zu. Die Wachstumsdynamik der Papierpreise hingegen nahm im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr ab. So legten die Erzeugerpreise für grafische Papiere (ohne Zeitungsdruckpapier) im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 um durchschnittlich 5,2 Prozent zu und die Zeitungsdruckpapierpreise um durchschnittlich 9,2 Prozent. Als Reaktion auf diese Papierpreissteigerungen erhöhten sich auch die Verkaufspreise für Druckereileistungen. Das Plus im ersten Halbjahr 2019 betrug im Mittel 1,3 Prozent. Die Preise für Druckerzeugnisse steigen somit seit mittlerweile 18 Monaten.

Auf Jahressicht deutet die Entwicklung der Konjunkturindikatoren auf keine Trendwende hin. Hierfür sprechen die Entwicklungen des Produktions- und des Umsatzindexes im dritten Quartal. So sank die Produktion zwischen Juli und September durchschnittlich um 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im selben Zeitraum fiel der nominale Umsatz durchschnittlich um 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal und um 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorquartal.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie iFLYTEK AINOTE Air 2 bringt KI-gestützte Notizen in ein noch kompakteres E-Ink-Tablet

Für viele Menschen sind die besten Produktivitätstools diejenigen, die nicht versuchen, den gesamten Arbeitstag zu übernehmen. Sie...

 

DWN
Panorama
Panorama 250 Jahre USA: Warum viele nicht mehr an den amerikanischen Traum glauben
04.07.2026

Die Vereinigten Staaten blicken auf 250 Jahre Geschichte zurück. Doch während das Land sein Jubiläum begeht, wächst die Skepsis über...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Unternehmen setzen auf KI: Wer braucht schon Horden von Managern?
04.07.2026

Unternehmen bauen weltweit mittlere Führungsebenen ab und setzen stärker auf KI, Daten und flachere Strukturen. Was das konkret für die...

DWN
Panorama
Panorama Sechs tote Mitarbeiter in Stade – Schwiegermutter von SPD-Migrationsbeauftragtem fuhr Fluchtwagen
03.07.2026

In einer Jugendeinrichtung im niedersächsischen Stade sind sechs Mitarbeiter erschossen wurden. Nun werfen sowohl die Recherchen zur...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Varso Tower: Zweite Glasscheibe fällt vom höchsten Gebäude der EU
03.07.2026

Erst fiel Glas auf eine Straße, jetzt beschädigte eine Scheibe ein Auto: Am Varso Tower in Warschau häufen sich Vorfälle an der...

DWN
Finanzen
Finanzen Ethisches Investieren: Der Vatikan predigt Moral und kauft Tech-Aktien
03.07.2026

Der Vatikan will Geld nach moralischen Kriterien anlegen und landet dabei ausgerechnet bei Meta, Nvidia, Apple, Amazon und Alphabet. Was...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Vogelhaus mit Kamera: Wie Bird Buddy an Amerikaner vier Mal so teuer verkauft wie an Chinesen
03.07.2026

Wer ein Vogelhaus mit Kamera sucht, um Meise, Spatz und andere heimische Singvögel zu beobachten, kommt an Bird Buddy kaum vorbei. Das...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Blase: Warum Anleger wieder an die nächste Wunderwelt glauben
03.07.2026

Erst kaufen Kleinanleger Chipaktien auf Kredit, dann sammelt SpaceX Milliarden ein, obwohl das Unternehmen weiter Verluste schreibt. Was...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis startet gut in den Juli: Erholung oder nur eine Atempause vor neuen Kursverlusten?
03.07.2026

Ist der diesjährige Ausverkauf lediglich eine starke Korrektur nach einem außergewöhnlichen Anstieg oder der Beginn einer längeren...