Wirtschaft

Apple unter Druck: Corona-Virus blockiert iPhone-Produktion

Wenn der Produktionsstopp beim Apple-Zulieferer Foxconn wegen des Corona-Virus weiter anhält, muss das Unternehmen seine Lieferungen an Apple unterbrechen.
05.02.2020 10:44
Aktualisiert: 05.02.2020 10:44
Lesezeit: 2 min
Apple unter Druck: Corona-Virus blockiert iPhone-Produktion
Modelle des iPhone 11 stehen vor einem Apple-Geschäft. (Foto: dpa) Foto: Jonathan Brady

Das taiwanesische Unternehmen Foxconn, das Smartphones für Apple und andere Marken herstellt, hat "fast die gesamte" Produktion in China eingestellt, nachdem die Unternehmen aufgefordert wurden, mindestens bis zum 10. Februar zu schließen, sagte eine Person mit direktem Wissen über die Angelegenheit zu Reuters. Eine Verlängerung der Unterbrechung könnte die Lieferungen an Kunden, einschließlich Apple, unterbrechen.

Bisher habe es bei Foxconn "nur geringe Auswirkungen" gegeben, da das Unternehmen seine Fabriken in Ländern wie Vietnam, Indien und Mexiko nutze, um die Lücke zu schließen. Der Insider fügte hinzu, dass das Unternehmen in der Lage sein werde, die Verzögerung auszugleichen, wenn die Fabriken nach der Aufhebung des Verbots Überstunden machen.

Im ostchinesischen Suzhou, einem seiner größten Produktionszentren, wurden die Unternehmen angewiesen, mindestens bis zum 8. Februar und in Shanghai bis zum 9. Februar geschlossen zu bleiben. Fabriken im südlichen Produktionszentrum Dongguan in der exportorientierten Provinz Guangdong wurden ebenfalls angewiesen, nicht vor dem 10. Februar zu eröffnen.

Der Ausbruch des Coronavirus, den die Weltgesundheitsorganisation zum weltweiten Gesundheitsnotstand erklärt hat, droht weite Teile der chinesischen Produktion zu stören. Der Insider sagte, dass ein Stopp über den 10. Februar hinaus die Lieferungen von Foxconn unterbrechen könnte. Bedroht seien vor allem die Produktionszentren in der südlichen Provinz Guangdong und der Stadt Zhengzhou in der Provinz Henan, wo sich wichtige iPhone-Fabriken befinden.

"Was uns Sorgen bereitet, sind Verzögerungen um eine weitere Woche oder sogar einen weiteren Monat. Die Auswirkungen wären dann groß", so der Insider. Eine längere Unterbrechung werde "definitiv" auch Auswirkungen auf die Produktionslinie von Apple haben. Die entscheidende Frage sei, ob Foxconn die Produktion am 10. Februar wieder aufnehmen kann. Dies hänge von den Anweisungen der Zentral- und Provinzregierungen ab.

Das Ministerium für Arbeit und soziale Sicherheit in Guangdong sagte gegenüber Reuters, dass kein Unternehmen, einschließlich Foxconn, seine Arbeit vor dem 9. Februar wieder aufnehmen könne, mit Ausnahme von Firmen, die medizinische Versorgung und andere Dinge des täglichen Bedarfs herstellen oder bereitstellen. Foxconn hat Mitarbeiter und Kunden in Hubei, dem Epizentrum des Ausbruchs, gebeten, nicht in die Fabriken zu kommen.

Zudem sollen die Mitarbeiter täglich über ihren Gesundheitszustand berichten, wie ein internes Memo zeigt. Demnach werden Mitarbeiter, die sich an die Regeln halten, wie üblich bezahlt. Wer sich nicht an die Regeln hält, werde hingegen schwer bestraft. Es wurde eine Hotline eingerichtet, wo Mitarbeiter diejenigen melden sollen, die gegen die Regeln verstoßen. Für die Meldung erhalten sie eine Geldprämie von 200 Yuan (29 Dollar), so das Memo vom 1. Februar.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Immobilien
Immobilien Wohnimmobilien in Deutschland: Preise steigen langsamer
26.06.2026

Große Preissprünge sind bei Wohnimmobilien in Deutschland derzeit nicht drin. Regional gibt es deutliche Unterschiede.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Unternehmensinsolvenzen treiben die Weltwirtschaft in den Stresstest
26.06.2026

Die Weltwirtschaft taumelt in den nächsten Belastungstest. Coface warnt vor teurem Öl, neuer Inflation und Lieferkettenstress, während...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Wall Street schließt uneinheitlich, da Apple-Kursrutsch Tech-Titel belastet
25.06.2026

Turbulente Entwicklungen im Technologiesektor bewegen die Gemüter der Anleger an den US-Märkten.

DWN
Finanzen
Finanzen Micron-Aktie hebt ab: Traumzahlen und Hammer-Ausblick
25.06.2026

KI boomt: Mit einem kräftigen Kurssprung hat die Micron-Aktie auf die jüngste Quartalsbilanz reagiert. Nicht nur Anleger zeigten sich...

DWN
Finanzen
Finanzen SpaceX-Anleihe zeigt, wie teuer Musks KI-Traum wirklich ist
25.06.2026

Elon Musk verkauft Anlegern eine Anleihe über 25 Milliarden Dollar und damit mehr als nur SpaceX. Hinter dem Deal steckt der Versuch,...

DWN
Politik
Politik AfD-Parteiverbot: NGO-Gutachten sieht gute Chancen für ein AfD-Verbotsantrag
25.06.2026

Eine Gruppe von Experten der NGO „Gesellschaft für Freiheitsrechte“ (GFF) hat das Grundsatzprogramm der AfD, ihre Wahlprogramme und...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Tesla drückt aufs Gas: 1.000 neue Jobs für das Werk in Grünheide
25.06.2026

Der US-Elektroautobauer Tesla lässt die Absatzkrise hinter sich und rüstet sich für die steigende Nachfrage. Mit erheblichem personellem...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Schluss mit leeren Versprechen: Bahn-Chefin schraubt die Erwartungen herunter
25.06.2026

Verlässlichkeit statt leerer Versprechungen: Die Deutsche Bahn verabschiedet sich von der geplanten Verdopplung der Fahrgastzahlen. Eine...