Deutschland

Arbeitslos ins E-Zeitalter: Mehr als jeder zweite Autozulieferer plant Stellenstreichungen

Einer aktuellen Umfrage zufolge plant jeder zweite deutsche Auto-Zulieferer, Arbeitsplätze abzubauen. Hauptgrund dafür ist der Strategieschwenk hin zur Elektromobilität. Es dürfte bald zu weiteren Kahlschlägen in der INdustrie kommen.
17.02.2020 12:40
Aktualisiert: 17.02.2020 12:40
Lesezeit: 1 min

Die Autobranche, eine der Schlüsselindustrien in Deutschland, droht noch tiefer in die Krise zu rutschen. Mehr als jeder zweite Autozulieferer plant inzwischen mit einem Stellenabbau, wie aus einer neuen Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) hervorgeht. Der Grund für die Stellenkürzungen sei nicht nur, dass konjunkturbedingt Aufträge wegbrechen, sondern auch der riskante Umstieg auf elektrische Antriebe, erklärten die Befragten. Hier seien weniger Bauteile nötig und die Fertigung könne stärker automatisiert werden. Der von der Bundesregierung und der EU-Kommission geführte Feldzug gegen Benziner und Dieselautos und die politisch motivierte Bevorzugung von Elektroautos wird damit noch größeren Schaden für die deutsche Volkswirtschaft anrichten, als dies bisher schon geschehen ist.

Die schlechte Lage der Autoindustrie sei ein Warnsignal für die Konjunktur, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. Die internationalen Handelskonflikte, der Brexit und die schwache Weltkonjunktur belasteten die Geschäfte. Doch statt die Fokussierung auf die nicht wettbewerbsfähige E-Mobilität aufzugeben, fordert der Verband von der Politik bessere Rahmenbedingungen für noch stärkere Subventionen. "Wir brauchen eine klare Strategie für den Ausbau der Ladeinfrastruktur und ab 2021 einen fairen Kostenausgleich für höhere CO2-Preise auf Gas, Öl und Treibstoffe", forderte Wansleben.

Der Umfrage zufolge sieht inzwischen mehr als jeder zweite Kraftfahrzeugbauer ein Geschäftsrisiko in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise als Belastung. 44 Prozent der Zulieferer wollten wegen der schwelenden Diskussion um alternative Antriebe ihre Investitionen zurückschrauben. 167 Unternehmen aus dem Kraftfahrzeugbau beteiligten sich an der Umfrage des DIHK.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EZB-Leitzinsen: Die Zinswende kommt anders als erwartet
10.10.2026

Erst schien die nächste Zinserhöhung der EZB fast sicher, jetzt rudern die Finanzmärkte zurück. Trotz hartnäckiger Inflation und...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Anleger wägen SpaceX-Schritt ab, während die Wall Street boomt
09.10.2026

Wie ein überraschender Deal die Kräfteverhältnisse an der Börse nachhaltig verschiebt.

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Finanz Informatik: Der unsichtbare Riese hinter der Sparkassen-Digitalisierung
09.10.2026

Vom Online-Banking bis zu Wertpapiergeschäften – die Finanz Informatik digitalisiert 338 Sparkassen und betreut rund 114 Millionen...

DWN
Politik
Politik Brüssel schlägt vor: weniger Kommissare, weniger Vetos, mehr Schutzklauseln und 15 Jahre Kontrolle neuer Mitglieder
09.10.2026

Die Europäische Kommission will in den bisherigen Mitgliedstaaten Unterstützung für die Erweiterung gewinnen, da dort Sorgen über die...

DWN
Finanzen
Finanzen Investor Felix: Sechs Gründe, warum die Micron-Aktie zum Kauf einlädt
09.10.2026

Das Problem besteht nicht darin, einen Grund für den Kauf zu finden, sondern sich zu vergewissern, dass man davon nicht bereits zu viel im...

DWN
Politik
Politik Per Haftbefehl gesucht: Mehr als 148.000 offene Haftbefehle in Deutschland
09.10.2026

Warum bleiben Tausende Haftbefehle in Deutschland offen? Welche Rolle spielen Ersatzfreiheitsstrafen und die Staatsangehörigkeit dabei?

DWN
Unternehmen
Unternehmen Entstehung eines Mega-Reeders stockt: Israel hat ZIM-Übernahme noch nicht genehmigt
09.10.2026

Hapag-Lloyd will mit der Übernahme von ZIM einen der größten Deals seiner Geschichte abschließen. Doch Israel hat dem 4,2 Milliarden...

DWN
Politik
Politik DWN-Podcast Folge 46: Die Woche im Rückblick – KW 41
09.10.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...