Politik

UN-Syrienvermittler fordert wegen Coronavirus Waffenruhe

Der UN-Vermittler für Syrien, Geir Pedersen, fordert für alle Regionen in Syrien eine Waffenruhe, um das Coronavirus bekämpfen zu können.
26.03.2020 09:00
Lesezeit: 1 min
UN-Syrienvermittler fordert wegen Coronavirus Waffenruhe
UN-Syrienvermittler Geir Pedersen. (Foto: dpa) Foto: Martial Trezzini

UN-Syrienvermittler Geir Pedersen hat zu einer landesweiten Waffenruhe für das Bürgerkriegsland aufgerufen, um das neuartige Coronavirus zu bekämpfen. Die Lungenkrankheit Covid-19 bedrohe dort alle Menschen und Regionen, teilte Pedersen am Dienstag in Genf mit. In Syrien seien medizinische Einrichtungen zerstört worden, es fehlten medizinische Güter und Fachpersonal. Vertriebene, Flüchtlinge, Häftlinge und Entführte lebten unter besonders gefährlichen Umständen, erklärte der UN-Sonderbeauftragte.

Im letzten großen Gebiet unter Kontrolle von Söldnern und Rebellen um die Stadt Idlib im Nordwesten Syriens gilt seit fast drei Wochen eine Waffenruhe, die die Schutzmächte Russland und Türkei vereinbart hatten, so die dpa. Trotz regelmäßiger Verstöße hält diese weitestgehend. Pedersen warnte jedoch, jederzeit könne neue Gewalt ausbrechen.

Syrien hatte am Montag seinen ersten Coronafall gemeldet. Betroffen davon ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums ein Patient in Gebieten unter Kontrolle der Regierung. Um eine Ausbreitung des Erregers Sars-CoV-2 zu verhindern, ordnete die Regierung eine Ausgangssperre an. Sie trete am Mittwoch in Kraft und gelte von 18 bis 6 Uhr (Ortszeit; 17 bis 5 Uhr MEZ), meldete die staatliche Agentur Sana.

Vor allem unter den Hunderttausenden Vertriebenen in den verbliebenen Gebieten unter Kontrolle von Regierungsgegnern könnte ein Ausbruch der neuartigen Lungenkrankheit verheerende Folgen haben. Allein seit Anfang Dezember sind nach UN-Angaben fast eine Million Menschen im Nordwesten Syriens vor Kämpfen und Bombardierungen geflohen.

In den dortigen Rebellengebieten herrscht große humanitäre Not. Es fehlt an Essen, Unterkünften, Heizmaterial, aber vor allem an medizinischer Versorgung. Viele Kliniken sind nach Luftangriffen Syriens oder seines Verbündeten Russland außer Betrieb.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Die wirtschaftlichen Aspekte von kostenlosen Testversionen und wiederkehrenden Zahlungen

Kostenlose Testversionen sind der erste Schritt im Marketing. Damit können Nutzer einen Dienst ausprobieren, bevor Geld fließt und die...

DWN
Finanzen
Finanzen Frankreich zieht Goldreserven aus den USA ab: Welche Folgen hat das für Europa?
08.04.2026

Frankreich ordnet seine Goldreserven neu und verlagert zentrale Bestände aus den USA nach Europa. Steht Europa damit vor einer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energiepreis-Entlastung: Streit in der Koalition verschärft sich
08.04.2026

Die Hoffnung auf sinkende Energiepreise nach geopolitischer Entspannung erfüllt sich bislang nicht. Stattdessen rückt die...

DWN
Finanzen
Finanzen Ölpreis aktuell unter Druck: Märkte reagieren auf Feuerpause
08.04.2026

Nach politischen Signalen der Entspannung fällt der Ölpreis aktuell deutlich. Anleger reagieren nervös, während Unsicherheiten weiter...

DWN
Politik
Politik Trump droht mit 50-Prozent-Zöllen gegen Iran-Partner – das könnten die Folgen sein
08.04.2026

Mit drastischen 50-Prozent-Zöllen erhöht Donald Trump den Druck auf Irans Unterstützer. Gleichzeitig kündigt er weitreichende...

DWN
Politik
Politik Ungarn vor entscheidenden Wahlen: Orbán setzt gleichzeitig auf die USA und Russland
08.04.2026

Viktor Orbán verschärft im Wahlkampf seinen außenpolitischen Kurs und setzt zugleich auf Unterstützung aus Washington und Moskau....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Netflix verliert Verfahren in Italien: Drohen Milliarden-Rückforderungen?
08.04.2026

Das Urteil eines italienischen Gerichts setzt Netflix in Europa unter juristischen Druck. Könnte der Fall eine Welle neuer Verfahren...

DWN
Finanzen
Finanzen Krypto-Wallet-Vergleich: So verwalten Sie Bitcoin & Co. sicher – die besten digitalen Geldbörsen
08.04.2026

In digitalen Geldbörsen verwalten Nutzer Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether und bewahren sie sicher auf. Doch welches Krypto-Wallet...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Exporteure: Wachstum erwartet – doch Risiken für Exporte steigen
08.04.2026

Die deutsche Exportwirtschaft trotzt internationalen Konflikten und blickt weiterhin nach vorn. Doch steigende Risiken in Lieferketten und...