Wirtschaft

Wegen Export-Abhängigkeit: Deutschland wird von Corona-Krise mehr gebeutelt werden als andere Volkswirtschaften

Kaum ein entwickeltes Land wird durch Corona so gebeutelt werden wie Deutschland.
29.03.2020 14:25
Lesezeit: 1 min
Wegen Export-Abhängigkeit: Deutschland wird von Corona-Krise mehr gebeutelt werden als andere Volkswirtschaften
Deutschlands Tor zur Welt, der Hafen von Hamburg: Dunkle Wolken ziehen auf. (Foto: dpa) Foto: Tobias Kleinschmidt

Von allen G20-Staaten wird Deutschland dieses Jahr durch den Corona-Virus den zweitgrößten Wachstumsverlust hinnehmen müssen. Das ist das Ergebnis einer Studie der renommierten „Analyse-Einheit“ des britischen Magazins „Economist“. Danach wird das deutsche Bruttosozialprodukt (BIP) dieses Jahr nicht um 0,9 Prozent wachsen, wie ursprünglich prognostiziert, sondern um 6,8 Prozent schrumpfen. Das heißt, das Jahresergebnis wird um 7,7 Prozent schlechter ausfallen als ursprünglich angenommen.

Als Grund geben die britischen Analysten Deutschlands starke Export-Abhängigkeit an. Die Bundesrepublik, so heißt es in der Studie, sei „von der Unterbrechung der Lieferketten sowie der schwächeren weltweiten Nachfrage besonders betroffen“.

Die europäischen G20-Mitglieder müssen allesamt mit schweren Verlusten rechnen. Laut Economist-Analyse wird Italiens Wachstum nicht 0,4 Prozent betragen, sondern minus 7,0 Prozent (Gesamtminus: -7,4 Prozent). Großbritanniens Gesamtminus wird 6,1 Prozent betragen und Frankreichs Gesamtminus 6,0 Prozent. Das Gesamtminus der Türkei wird auf 6,8 Prozent geschätzt, das von China auf 4,9 Prozent und das der USA auf 4,5 Prozent (wobei diese Zahl angesichts der in dieser Woche zu beobachtenden Verwerfungen voraussichtlich größer ausfallen wird).

Am glimpflichsten von allen G20-Staaten kommt Japan mit einem Gesamtminus von 1,9 Prozent davon, am schwersten trifft es Brasilien mit 7,9 Prozent.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

DWN
Politik
Politik Ehemaliger US-Diplomat: Trumps Regierung wird von persönlichen Interessen angetrieben
03.11.2026

Der frühere US-Diplomat George Kent erwartet auch nach den Zwischenwahlen keinen Kurswechsel von Donald Trump. Er wirft der Regierung vor,...

DWN
Technologie
Technologie Mangelnde Netzkapazitäten: KI-Boom lässt Strombedarf drastisch steigen
03.11.2026

Schon 2026 verbrauchen deutsche Rechenzentren so viel Strom wie rund 6,5 Millionen Haushalte. Bis 2035 könnte der Bedarf nochmals stark...

DWN
Finanzen
Finanzen Soll ich mein Geld in ein Auto ohne Fahrer stecken?
03.11.2026

Die Uber-Aktie ist in diesem Jahr deutlich gefallen. Das Unternehmen läuft operativ gut, doch seine Zukunft wird davon abhängen, wie es...

DWN
Politik
Politik Stromumlage ab 2031: Damit sollen neue Gaskraftwerke finanziert werden
03.11.2026

Elf Kraftwerksprojekte erhalten Geld dafür, Strom für Dunkelflauten bereitzuhalten. Die Kosten sollen auf alle Stromverbraucher umgelegt...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Schaeffler-Aktie rutscht ab: Autozulieferer Schaeffler streicht Tausende Jobs und schließt Werke
03.11.2026

Die Krise in der deutschen Industrie setzt sich fort: Der Autozulieferer Schaeffler will vier deutsche Standorte schließen und Tausende...

DWN
Politik
Politik Die Amerikaner haben uns bislang erfolgreich gespalten
03.11.2026

Russland gilt seit Jahren als Meister der Einflussnahme auf Europa. Doch inzwischen richtet sich der Blick zunehmend auf Washington. Auch...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell um 3.900 Dollar: Edelmetallpreise rutschen ab – Warnsignal für die Weltkonjunktur?
03.11.2026

Beim Goldpreis gerät die leichte Erholung vom Wochenbeginn am Dienstag mächtig ins Stocken. Zinsrisiken und Inflationssorgen drücken...

DWN
Finanzen
Finanzen Konto in Zürich, Kredit in London: Die neue EU-Bankenfalle ab 2027
03.11.2026

Millionen-Finanzierung in New York oder Vermögen in der Schweiz? Ab 2027 gelten im EU-Binnenmarkt neue Spielregeln für Auslandsbanken....