Politik

Vorwurf: Jared Kushner hat Corona-Hilfsgüter gezielt umgeleitet

Abgeordnete des US-Kongresses werfen Trumps Schwiegersohn vor, medizinische Hilfsgüter gegen die Corona-Pandemie gezielt weitergeleitet zu haben. Wenn sich dieser Vorwurf erhärten sollte, würde Kushner eine Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA darstellen.
08.04.2020 23:23
Aktualisiert: 08.04.2020 23:23
Lesezeit: 1 min
Vorwurf: Jared Kushner hat Corona-Hilfsgüter gezielt umgeleitet
Jared Kushner (r), Schwiegersohn und Berater von US-Präsident Trump. (Foto: dpa) Foto: Dominique A. Pineiro

Die US-Abgeordneten Bennie Thompson und Carolyn Maloney haben sich beide in einem Brief an den Chef der Federal Emergency Management Agency (FEMA), Pete Gaynor, gewandt. Sie fordern Antworten auf die Rolle von Jared Kushner bei der Steuerung und Umleitung des Flusses lebensrettender medizinischer Geräte zwischen privaten Unternehmen, verschiedenen Regierungsebenen und Krankenhäusern in Not.

Sie fordern Gaynor auf, bis zum 15. April, Akten über die Bemühungen von Kushner, dem leitenden Berater des Präsidenten, bereitzustellen. Die Anfragen von NBC News nach Stellungnahmen der FEMA, des Weißen Hauses und des Kushner-Teams zum Brief der US-Abgeordneten blieben unbeantwortet.

Die US-Abgeordneten interessieren sich sehr für Kushners Beteiligung an Project Airbridge, einem neuen Programm, bei dem die Bundesregierung Flüge plant und bezahlt, um medizinische Geräte für private Unternehmen aus Übersee in die USA zu bringen. Die Bundesregierung kann bestimmen, wo 50 Prozent der Waren verteilt werden - möglicherweise werden Sendungen, die für einen Bedarfsbereich bestimmt sind, zugunsten eines anderen umgeleitet -, aber das Unternehmen wird weiterhin für die Lieferung bezahlt.

Die Abgeordneten fordern Dokumente zu “allen Flügen, die die FEMA über Project Airbridge geplant hat, einschließlich der Ziele aller dieser Flüge”. Sie wollen wissen, wohin die medizinischen Hilfsgüter und Ausrüstungsgegenstände umgeleitet wurden.

“Wir sind besonders besorgt darüber, dass die Arbeit von Herrn Kushner sogar darin bestehen könnte, 'FEMA- und HHS-Beamte (Ministerium für Gesundheitspflege und Soziale Dienste, Anm.d.Red.) anzuweisen, bestimmte Anfragen von Personen zu priorisieren”, so die Abgeordneten.

Am vergangenen Donnerstag hatte Kushner die US-Bundesstaaten dafür kritisiert, dass sie den medizinischen Vorrat für die Versorgung der US-Bürger nutzen. Die Bundesstaaten hätten auf die Vorräte der Bundesregierung zurückgegriffen. Das sei aber “unser Vorrat”, zitiert ihn CNN Kushner.

Der Spiegel geht in einem aktuellen Artikel näher auf das "Problem Kushner" ein.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Stahlbranche: Stahlproduktion 2025 gesunken - Krise dauert an
21.01.2026

Strompreise, Importdruck, schwache Nachfrage: Warum die deutsche Stahlbranche auch 2025 unter massiven Problemen leidet – und was die...

DWN
Finanzen
Finanzen Digitalwährung: Sparkassenverband sieht digitalen Euro kritisch
21.01.2026

Verbandspräsident Hirsch sieht hohe Kosten und keinen Nutzen für Kunden. Außerdem wirft er Fragen zu möglichen Rollenkonflikten bei der...

DWN
Finanzen
Finanzen Ära der Milliardäre: Vermögen von Milliardären legt rasant zu
21.01.2026

Debattenstoff für das Weltwirtschaftsforum in Davos: Seit 2020 wurden Milliardäre inflationsbereinigt um mehr als 80 Prozent reicher....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Neue Unternehmensform EU Inc: EU will Firmen-Registrierung in 48 Stunden möglich machen
21.01.2026

Firmengründer sollen neue Unternehmen in der EU künftig innerhalb von 48 Stunden online anmelden können. Das kündigt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Scott Bessent auf dem Weltwirtschaftsforum: „Die Staats- und Regierungschefs werden nicht eskalieren“
21.01.2026

Die US-Mitgliedschaft in der Nato stehe nicht zur Debatte, und Europa sei selbstverständlich ein Verbündeter. Das sagte US-Finanzminister...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-Spitze weist Trump auf dem WEF in Davos zurecht: „Ein Abkommen ist ein Abkommen“
21.01.2026

Die Zoll-Drohungen der USA nach der Grönland-Krise seien ein Fehler – und die Antwort der EU werde „unerschütterlich, geschlossen und...

DWN
Politik
Politik Deutschlands Aufrüstung: Frankreich bewertet Machtverhältnisse in Europa neu
21.01.2026

Deutschlands sicherheitspolitischer Kurs verändert die strategische Ordnung Europas. Welche Folgen hat diese Entwicklung für das...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Netflix übertrifft Erwartungen, doch Aktie fällt
21.01.2026

Netflix gab am Dienstag nach Börsenschluss die Ergebnisse für das vierte Quartal bekannt, die besser ausfielen als erwartet. Die Aktie...