Politik

Rechnungshof entdeckt Bilanz-Lücken bei milliardenschwerem EU-Fonds

Der Europäische Rechnungshof hat Unklarheiten bezüglich der Kosten für Verwaltungsaufgaben in einem milliardenschweren Hilfsfonds der EU entdeckt.
16.04.2020 12:00
Lesezeit: 1 min
Rechnungshof entdeckt Bilanz-Lücken bei milliardenschwerem EU-Fonds
Euromünzen. (Foto: dpa) Foto: Uli Deck

Bei den milliardenschweren Hilfsfonds der Europäischen Union (EU) fehlen aus Sicht des Europäischen Rechnungshofs belastbare Daten zu den Verwaltungskosten. Die Rüge äußerten die obersten EU-Finanzkontrolleure in einem am Donnerstag veröffentlichten Prüfbericht.

Es geht um die sogenannten Strukturfonds, die die wirtschaftliche Entwicklung und Angleichung in der EU fördern sollen. Im laufenden Finanzrahmen für die Jahre 2014 bis 2020 stehen dafür 352 Milliarden Euro zur Verfügung.

Die Verwaltungskosten zur Abwicklung der Programme seien zwar niedriger als bei anderen internationalen Förderprogrammen, schrieben die Rechnungsprüfer. Allerdings habe die EU-Kommission «die zugrunde liegenden Daten zu den Kosten nicht vollständig, einheitlich und kohärent erhoben».

Somit lasse auch nicht einschätzen, ob eine Vereinfachung von Verwaltungsvorschriften die von der Kommission erwartete Senkung der Kosten gebracht habe. Die 27 Mitgliedsstaaten seien in einer Umfrage des Rechnungshofs von einer Erhöhung der Kosten ausgegangen. Der Rechnungshof empfahl, weiteres Sparpotenzial zu ermitteln und dann auch nachzuverfolgen, ob es tatsächlich verwirklicht wurde.

«Die Informationen über die Verwaltungskosten von EU-finanzierten Programmen sollten vollständig und öffentlich zugänglich sein, damit den Bürgerinnen und Bürgern gegenüber der Nachweis erbracht wird, dass die Maßnahmen effizient umgesetzt werden», mahnte Pietro Russo, das für die Prüfung zuständige Mitglied des Rechnungshofs.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Nvidias steiler Kurssturz drückte den Technologiesektor ins Rote
26.02.2026

Trotz der hervorragenden Finanzergebnisse des KI-Riesen Nvidia konnte das Unternehmen die Investoren nicht ausreichend überzeugen. Dies...

DWN
Politik
Politik EU-Klimazoll: CO2-Zoll soll auch für Waschmaschinen und andere Waren kommen
26.02.2026

Künftig sollen 180 Industrieprodukte, darunter auch Haushaltswaren, unter den EU-CO2-Zoll fallen. Was die Kommission damit erreichen will.

DWN
Politik
Politik Bundeswehr bekommt Kamikaze-Drohen: Stärkung der Nato-Ostflanke
26.02.2026

Deutschland stellt 540 Millionen Euro für Kamikaze-Drohnen bereit und stärkt damit gezielt die militärische Präsenz an der...

DWN
Politik
Politik AfD: Verwaltungsgericht Köln stoppt die vorläufige Einstufung der AfD als rechtsextrem
26.02.2026

Die AfD hat vor dem Verwaltungsgericht Köln mit einem Eilantrag einen Erfolg erzielt: Der Verfassungsschutz darf sie vorerst nicht als...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KMU unter Druck: Deutscher Mittelstand leidet unter Konkurrenz aus China
26.02.2026

Einst brachte China deutschen Unternehmen glänzende Geschäfte, heute wächst der Druck aus Fernost. Einen harten Wettbewerb mit China...

DWN
Politik
Politik Epstein-Skandal: Chef des Weltwirtschaftsforums tritt zurück
26.02.2026

Der frühere norwegische Außenminister, Børge Brende, legt sein Amt als Präsident des WEF nieder. Was ist über seine Verbindungen zum...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Verlust 2025: Erneut keine Überweisung an die Bundesbank
26.02.2026

Die Zinspolitik der Euro-Währungshüter hinterlässt seit Jahren Spuren in der Bilanz der Europäischen Zentralbank. Über zehn Milliarden...

DWN
Finanzen
Finanzen Kupferpreis-Prognose: Was das Metall über die Industrie verrät – und was für Anleger jetzt wichtig wird
26.02.2026

Der Kupferpreis rückt angesichts globaler Infrastrukturprogramme, Energiewende und geopolitischer Verschiebungen zunehmend ins Zentrum der...