Politik

Nach rassistischen Attacken: Pfarrer aus Nigeria muss gehen, Angreifer werden nicht ausfindig gemacht

Ein aus Nigeria stammender Pfarrer muss die pfälzische Gemeinde Queidersbach aufgrund von rassistischen Anfeindungen und Attacken gegen seine Person verlassen. Die Aggressoren werden nicht ausfindig gemacht und dürfen natürlich weitermachen.
18.04.2020 20:30
Lesezeit: 1 min
Nach rassistischen Attacken: Pfarrer aus Nigeria muss gehen, Angreifer werden nicht ausfindig gemacht
Die Angreifer in Queidersbach agierten aus dem Verborgenen. (Foto: dpa) Foto: Harald Tittel

Nach zahlreichen Anfeindungen verlässt der aus Nigeria stammende Pfarrer Patrick Asomugha zum 20. April die Pfarrei in der pfälzischen Gemeinde Queidersbach. „Die Sorge für den Schutz und die Gesundheit von Pfarrer Asomugha macht diesen Schritt unumgänglich“, sagt Generalvikar Andreas Sturm. In einer Mitteilung der Pfarrei Heiliger Franz von Assisi in Queidersbach heißt es: "Es fing mit zwei Einbrüche in das Pfarrhaus mit erheblicher Sachbeschädigung an. Seit Mitte des vergangenen Jahres gab es in der Gemeinde Queidersbach Anfeindungen gegen Pfarrer Asomugha. Im Herbst wurden die Reifen seines Autos zerstochen. Im März dieses Jahres haben Unbekannte auf dem Garagentor von Pfarrer Asomugha eine Morddrohung hinterlassen. Zwei Tage später haben Unbekannte zwei Glasflachen mit wahrscheinlich alkoholischem Inhalt vor der Hauseingangstür des Pfarrhauses, in dem Pfarrer Asomugha im Obergeschoss wohnt, zertrümmert. Die Ermittlungen der Polizei dauern an."

"Es wäre unverantwortlich, Pfarrer Asomugha weiterhin der Bedrohung auszusetzen", so Andreas Sturm.

Zu den Hintergründen führt der SWR aus: ",Aus diesen dreckigen schwarzen Händen nehme ich nichts' - diese Worte sollen beim Gottesdienst in Queidersbach (Kreis Kaiserslautern) gefallen sein, als der Pfarrer die Hostie geben wollte. Der Mann kommt aus Nigeria. In der Gemeinde soll es noch weitere Fälle von Rassismus gegen Pfarrer Patrick Asomugha gegeben haben. So sollen Eltern beispielsweise gesagt haben: ,Von dem Schwarzen lasse ich mein Kind nicht taufen.'

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Sachverständigenrat: Deutsche Regierung schlägt Felbermayr als "Wirtschaftsweisen" vor
08.03.2026

Ums Personal eines der wichtigsten Beratergremien der Bundesregierung gab es kürzlich Aufregung. Jetzt präsentiert Schwarz-Rot einen...

DWN
Finanzen
Finanzen Steuerbetrug mit Luxusautos: Festnahmen bei EU-weiter Razzia
08.03.2026

Großaktion gegen Steuerbetrug: In neun EU-Ländern durchsuchen Beamte Objekte. Die Köpfe des weit verzweigten Netzwerks sollten in...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Produktion unter Druck: Warum Deutschland die Verlagerung nach Osteuropa bereut
08.03.2026

Die Verlagerung der Produktion nach Osteuropa galt lange als bewährte Strategie deutscher Industrieunternehmen, um Kosten zu senken und...

DWN
Finanzen
Finanzen Inflation in der Eurozone: EZB vor dem nächsten Zinsschock
07.03.2026

Die Inflation in der Eurozone galt vielen bereits als gebändigt. Doch ausgerechnet Frankreich und Spanien liefern neue Preissignale, die...

DWN
Finanzen
Finanzen Börsengänge 2026: Diese zehn IPO könnten den Aktienmarkt prägen
07.03.2026

Raumfahrt, Künstliche Intelligenz, Rüstung und Fintech - Unternehmen aus verschiedenen Bereichen planen in diesem Jahr Börsengänge....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Rekrutierung von Führungskräften: Wie Unternehmen Fehlbesetzungen vermeiden
07.03.2026

Fehlbesetzungen im Management entstehen oft weniger aus mangelnder Qualifikation als aus Schwächen im Rekrutierungsprozess und in der...

DWN
Finanzen
Finanzen Angriff auf PayPal, Visa, Mastercard: Digitaler Euro rückt näher
07.03.2026

Der digitale Euro soll Europa unabhängiger von US-Zahlungsanbietern machen. In Brüssel wird über den finalen Gesetzestext verhandelt,...

DWN
Politik
Politik Europas Volkswirtschaften unter Reformdruck: Leistungsanreize als Schlüssel zur Stabilität
07.03.2026

Deutschland und andere europäische Volkswirtschaften stehen durch steigende Sozialausgaben, hohe Krankenstände und eine alternde...