Deutschland

Bauern: Mit digitaler Job-Börse gegen drohenden Ernteausfall

Den deutschen Bauern droht wegen Corona ein erheblicher Schaden. Doch Not macht erfinderisch.
21.05.2020 13:07
Lesezeit: 1 min
Bauern: Mit digitaler Job-Börse gegen drohenden Ernteausfall
Ein Erntehelfer in einem Spargelfeld (Foto: dpa) Foto: Armin Weigel

Noch vor kurzer Zeit hatten die deutschen Bauern riesige Probleme für die Ernte auf sich zukommen sehen. Denn die Bundesregierung hatte wegen der Corona-Pandemie für osteuropäische Erntehelfer ein Einreise-Stopp verhängt. Und gerade die Polen und Rumänen sind für die deutsche Landwirtschaft besonders wichtig, weil sie als gute Arbeitskräfte für die Spargel- und Erdbeer-Ernte gelten. Gewöhnlich kommen hunderttausende von ihnen zwischen April und Oktober nach Deutschland. Skeptiker befürchteten sogar, dass deswegen ab Mai die gesamte Obst- und Gemüseversorgung in Gefahr sei.

Doch macht Not oft erfinderisch – und bringt in diesem Fall sogar die Digitalisierung in der Branche voran: So hat das Bundesministerium für Landwirtschaft die Onlineplattform „Das Land hilft“ vorgestellt, die es in Zusammenarbeit mit dem "Bundesverband der Maschinenringe" entwickelt hat – einem Verband landwirtschaftlicher Betriebe. Diese Plattform ist eine Art Jobbörse, die Erntehelfer an Betriebe und umgekehrt vermittelt. Auf einer Karte kann man Angebote und Gesuche nach Region suchen und finden. Auf diese Weise wird versucht, Mitarbeiter zu finden, die aufgrund der Pandemie ihrer ursprünglichen Arbeit nicht nachgehen können.

Und so wie es aussieht, war der Start des Projektes ein Erfolg. Denn bereits innerhalb von nur 24 Stunden wurden 15.000 Inserate auf der Website platziert. Wenig später waren es schon 17.000. Zur Zeit der höchsten Auslastung der Plattform benötigte die Seite acht zusätzliche Server, die Microsoft in München bereitstellt.

„Der Ansturm und die Resonanz waren groß“, erklärt Erwin Ballis, der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Maschinenringe, der die Idee für dieses Projekt hatte. Sein Team hatte die Plattform innerhalb von nur sechs Tagen aufgebaut. Ein bayerisches Software-Unternehmen unterstützte die Kollegen beim Programmieren. Die Website basiert auf einer Vorgänger-Plattform – einer ehemaligen Futtermittelbörse.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kapitalismus lebt: Warum Yanis Varoufakis mit seiner Theorie vom Technofeudalismus zugleich falsch und richtig liegt
25.10.2026

Der Kapitalismus ist tot. An seine Stelle ist ein neofeudales System getreten, in dem sich die Macht in den Händen der Eigentümer...

DWN
Finanzen
Finanzen OpenAI-IPO: Die wahre Sorge der Finanzchefin vor dem Börsengang
25.10.2026

Während die Finanzwelt auf den milliardenschweren OpenAI-Börsengang wartet, treibt Finanzchefin Sarah Friar eine ganz andere Sorge um:...

DWN
Technologie
Technologie Adobe-Alternative kostenlos: Ein verärgerter Kunde fordert den Milliardenkonzern heraus
25.10.2026

Ein Kunde will sein Adobe-Abo kündigen und soll dafür auch noch bezahlen. Seine Rache könnte den Software-Riesen teuer zu stehen kommen....

DWN
Unternehmen
Unternehmen KI im Unternehmen: Warum ChatGPT allein noch keine Prozesse automatisiert
25.10.2026

ChatGPT schreibt Texte, fasst Informationen zusammen und spart Mitarbeitern Zeit. Doch wer KI wirklich zur Prozessautomatisierung nutzen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Robin Zeng: Der Chinese, von dem Deutschlands Autobauer abhängen
25.10.2026

Er baut keine Autos, doch ohne ihn hätten BMW, Volkswagen und Mercedes-Benz ein gewaltiges Problem. Der chinesische Milliardär Robin Zeng...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Pflege statt Arbeit: Immer mehr pflegende Erwerbstätige gehen Arbeitsmarkt verloren
25.10.2026

Die wachsende Zahl pflegender Angehöriger könnte den Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren laut einer Prognose spürbar belasten: Bis 2045...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Umsatzwarnungen: Lindt & Sprüngli entlässt Konzernchef Lechner
25.10.2026

Der Schokohasen-Hersteller leidet unter teuren Kakaopreisen und dem heißen Sommer. Nun soll ein alter Bekannter vorm Weihnachtsgeschäft...

DWN
Politik
Politik Frankreich führt Aufschläge für Medikamente ein. Was bedeutet das für die Preise in Deutschland und für Generika?
25.10.2026

In Frankreich wurde eine neue Vereinbarung mit der Pharmaindustrie über Arzneimittelpreise erzielt, die dazu führen könnte, dass einige...