Politik

Flaschenwurf und Kühnen-Gruß auf nationaler Demo in Chemnitz

Auf einer Demo der national gesinnten Vereinigung Pro Chemnitz sollen Demoteilnehmer angeblich "eine" leere Flasche in Richtung der Polizeibeamten geworfen haben. Zudem soll der Kühnen-Gruß gezeigt worden sein. Der Kühnen-Gruß geht zurück auf den schwulen Neonazi-Führer Michael Kühnen, der im Jahr 1991 an den Folgen des AIDS-Virus starb.
22.04.2020 19:45
Aktualisiert: 22.04.2020 19:45
Lesezeit: 1 min
Flaschenwurf und Kühnen-Gruß auf nationaler Demo in Chemnitz
20.04.2020, Sachsen, Chemnitz: Teilnehmer der rechtsextremen Vereinigung Pro Chemnitz mit demonstrieren. (Foto: dpa) Foto: Jan Woitas

Nach der nationalen Demo gegen die Corona-Maßnahmen am Montag in Chemnitz sind vier Menschen wegen verschiedener Straftaten angezeigt worden. Es wurde eine leere Flasche in Richtung der Polizeibeamten geworfen und der sogenannte «Kühnen-Gruß», eine Abwandlung des Hitlergrußes, gezeigt, wie eine Sprecherin der Polizei Chemnitz am Dienstag sagte. Man habe an Anzeige erstattet wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Außerdem seien zwei Personen wegen Widerstand gegen die Polizeibeamten angezeigt worden. Der Kühnen-Gruß geht zurück auf den homosexuellen Neonazi-Führer Michael Kühnen, der im Jahr 1991 an den Folgen des AIDS-Virus starb.

Die Demo der national gesinnten Vereinigung Pro Chemnitz richtete sich gegen die Einschränkungen im Alltagsleben zur Eindämmung des Corona-Virus. Ursprünglich hatte die Stadt dies untersagt, so die dpa. Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Chemnitz konnte sie nur mit 15 Teilnehmern stattfinden, die zudem Mundschutz tragen und einen Mindestabstand von zwei Metern einhalten mussten. Laut Polizei befanden sich allerdings im Umfeld der Demo etwa 300 Personen, die «durch Transparente und lautstarke Äußerungen offenkundig mit den Versammlungsteilnehmern sympathisierten». Nach Polizeiangaben wurden mehrere Versammlungen aufgelöst. Gegen 40 Personen seien Verstöße gegen die sächsische Corona-Schutz-Verordnung angezeigt worden. Nach einer Stunde wurde die Kundgebung am Karl-Marx-Denkmal beendet.

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