Berichte aus der Firmenwelt vom Dienstag, den 28. April

 

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28.04.2020 14:36  Aktualisiert: 28.04.2020 14:36
Es folgt ein Überblick über die wichtigsten Entwicklungen aus der Unternehmenswelt vom Dienstag. Neues gibt es unter anderem von HOCHTIEF, COMDIRECT und DELIVERY HERO.
Berichte aus der Firmenwelt vom Dienstag, den 28. April
Bauarbeiter arbeiten auf einer Baustelle. (Foto: dpa)
Foto: Julian Stratenschulte

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MONDELEZ - Bangalore: Der Konsumgüterkonzern Modelez zieht seine Prognose für 2020 zurück. Grund sei die Unsicherheit wegen der Coronvirus-Pandemie, teilt der für seine Keksmarken Oreo und Chips Ahoy bekannte Konzern mit. Im ersten Quartal sei der Umsatz auf 6,71 Milliarden Dollar von 6,54 Milliarden Dollar im selben Vorjahreszeitraum gestiegen. In Nordamerika seien die Erlöse im März um rund 15 Prozent geklettert und hätten damit die Schwäche in Schwellenmärkten mehr als ausgeglichen. Pro Aktie verdiente Modelez 69 Cent und übertraf damit die durchschnittlichen Analystenerwartungen von 66 Cent je Anteilsschein.

UBER - Bangalore: Der Fahrdienstanbieter verliert seinen Technik-Chef. Thuan Pham habe seinen Rücktritt zum 16. Mai eingereicht, teilte das US-Unternehmen in einer Pflichtmitteilung nach Börsenschluss mit. Er war seit 2013 bei dem Konzern. Einem Bericht des Webportals "The Information" zufolge überlegt Free-Now-Konkurrent zudem, wegen der Coronavirus-Pandemie etwa ein Fünftel der Belegschaft zu entlassen - mehr als 5400 der 27.000 Mitarbeiter. Ein Sprecher des Unternehmens sagte, man prüfe angesichts der Epidemie "jedes mögliche Szenario". Uber hatte Mitte des Monats seine Jahresprognose zurückgezogen.

RHÖN-KLINIKUM - Berlin: Der fränkische Krankenhaus-Betreiber beruft für den 3. Juni eine virtuelle außerordentliche Hauptversammlung ein. Die bisher für diesen Tage geplante reguläre Hauptsversammlung werde wegen der Coronavirus-Epidemie verschoben bis spätestens dem 31. August, hieß es am Abend in einer Pflichtmitteilung. Die Großaktionäre Asklepios (50 Prozent) und B. Braun Melsungen (25 Prozent) hatten eine außerordentliche Hauptversammlung gefordert, auf der jeweils die Vertreter der Gegenseite im Aufsichtsrat abberufen werden sollen. Rhön soll an den größeren Konkurrenten Asklepios verkauft werden.

TLG IMMOBILIEN - Berlin: Die Berliner Gewerbeimmobilien-Firma verschiebt wegen der Corona-Pandemie ihre ursprünglich für den 26. Mai 2020 vorgesehene Hauptversammlung. Der neue Termin werde zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben, teilt das Unternehmen mit. Es komme auch zu Verschiebungen bei den Terminen für die Finanzberichte im Jahr 2020. Die Unternehmensführung erwäge, eine Dividende in Höhe von 96 Cent pro Aktie für 2019 vorzuschlagen. Zudem solle die 400 Millionen Euro schwere Anleihe mit Fälligkeit im Jahr 2024 am 4. Mai 2020 um rund 260 Millionen Euro reduziert werden.

IAG - London: Der Mutterkonzern von British Airways und Iberia, die IAG, ist im ersten Quartal tief in die roten Zahlen gerutscht. Das Unternehmen bezifferte den Betriebsverlust vor Sonderposten auf 535 Millionen Euro nach einem Gewinn von 135 Millionen Euro im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Umsatz sei um 13 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro gefallen. Vor Steuern sei das Ergebnis von einer Sonderaufwendung von 1,3 Milliarden Euro wegen einer Überabsicherung des Treibstoffbedarfs für 2020 belastet worden. Zudem stimmt IAG die Belegschaft auf massive Stellenstreichungen ein. Bis zu 12.000 Jobs könnten ihm Rahmen einer Umstrukturierung wegfallen, um das Unternehmen in der Corona-Krise wetterfest zu machen.

BOOKING.COM - Budapest: Die ungarischen Wettbewerbshüter haben die Online-Reisen- und Hotelbuchungsplattform wegen unfairer Geschäftspraktiken zu einer millionenschweren Strafe verurteilt. Die Behörde teilt mit, dass das Unternehmen umgerechnet 7,8 Millionen Euro zahlen müsse. Ungarn wirft Booking.com vor, Kunden mit irrefühender Werbung getäuscht und psychischen Druck auf Verbraucher ausgeübt zu haben. Damit habe die Firma schnellere Buchungen erzielen wollen. Das Unternehmen wollte sich dazu nicht äußern. Auf der Internetseite der Firma lassen sich Hotels und Ferienwohnungen, Flüge und Mietwagen buchen sowie Taxis zum Flughafen reservieren.

FACEBOOK - Bangalore: Der Zahlungsdienstleister Checkout.com unterstützt das soziale Netzwerk beim Aufbau der Digitalwährung Libra. Das Unternehmen wolle der von Facebook ins Leben gerufenen Libra Association beitreten, teilte Checkout.com mit. Durch das Projekt könnten Milliarden Menschen ohne Zugang zu einem Bankkonto finanziell aktiv werden. Wichtig sei, dass die hinter Digitalwährungen stehende Blockchain-Technologie reguliert werde, um eine sichere und stabile Infrastruktur zu gewährleisten.ICBC/CCB - Peking: Die beiden chinesischen Großbanken haben ihre Gewinne im ersten Quartal trotz der Corona-Krise gesteigert. Die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) verdiente mit 11,9 Milliarden Dollar gut drei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie sie mitteilte. Der Gewinn der China Construction Bank (CCB) kletterte um gut fünf Prozent auf 11,4 Milliarden Dollar. Trotz des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stillstands in Teilen Chinas in Folge der Corona-Pandemie legten die Institute nicht mehr als sonst für drohende Kreditausfälle zurück. Bei beiden Geldhäusern lag die Kreditausfallquote mit 1,4 Prozent in etwa auf dem Niveau des Vorquartals.

3M - Der Industriekonzern - zugleich weltgrößter Hersteller von Einweg-Atemschutzmasken des Standards N95 - zieht seine Jahresprognose zurück. Grund seien die unklaren Auswirkungen der Virus-Krise auf das Geschäft, teilt das auch für seine "post-it"-Klebezettel bekannte Unternehmen mit. Im abgelaufenen ersten Quartal liefen die Geschäfte bei 3M besser als vor Jahresfrist: Der Gewinn stieg deutlicher als erwartet um knapp 45 Prozent auf 1,29 Milliarden Dollar, der Umsatz legte um 2,7 Prozent auf 8,08 Milliarden Dollar zu. 3M-Aktien kletterten vorbörslich 3,5 Prozent.

PFIZER - Frankfurt: Dem US-Pharmariese macht weiter der Patentablauf für sein Schmerzmittel Lyrica zu schaffen. Angesichts sinkender Einnahmen brach der Gewinn im ersten Quartal um 12,4 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar ein, wie das Management mitteilte. Der Umsatz fiel um 8,3 Prozent auf 12,03 Milliarden Dollar.

HARLEY-DAVIDSON - Bangalore: Der US-Motorradhersteller hat wegen der Geschäftsschließungen zur Eindämmung der Coronapandemie im Auftaktquartal einen Gewinneinbruch verbucht. Das Nettoergebnis sank um 45 Prozent auf 127,9 Millionen Dollar. Der Umsatz ging um acht Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar zurück.

MERCK & CO - Der US-Pharmakonzern senkt wegen der unklaren Auswirkungen der Virus-Krise seine Jahresprognose. Nun werde im Gesamtjahr noch mit einem bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 5,17 und 5,37 Dollar gerechnet, teilt Merck vor US-Börseneröffnung mit. Bislang hatte das Unternehmen 5,62 bis 5,77 Dollar vorhergesagt. Im abgelaufenen ersten Quartal steigerte Merck seinen Gewinn um 10,4 Prozent auf 3,22 Milliarden Dollar. Vor allem das Medikament Keytruda zur Krebs-Behandlung wurde stark nachgefragt.

UPS - Bangalore: Der US-Paketdienst zieht wegen der Unsicherheiten um die wirtschaftlichen Folgen der Virus-Pandemie seine Jahresprognose zurück. Der Deutsche-Post-Rivale tritt zudem auf die Kostenbremse und will seine Investitionen um rund eine Milliarde Dollar gegenüber früheren Planungen kürzen. Auch Programme für den Rückkauf von Aktien würden ausgesetzt. Im ersten Quartal konnte UPS den Umsatz auch dank gestiegener Online-Einkäufe der Verbraucher auf 18 (Vorjahr: 17,2) Milliarden Dollar steigern, der Gewinn sank leicht auf 965 Millionen Dollar. Im internationalen Geschäft registrierte UPS in China im März anziehende Paket-Volumina.

PEPSICO - Bangalore: Der US-Getränkekonzern streicht wegen der Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie seine Jahresprognose. Bisher wollte der Coca-Cola -Konkurrent, der sich mitten in der Übernahme des Energiegetränkeherstellers Rockstar befindet, den Umsatz organisch um vier Prozent und den Gewinn je Aktie um sieben Prozent steigern. Im ersten Quartal legte der Umsatz von Pepsico um 7,7 Prozent auf 13,9 Milliarden Dollar zu. Der Gewinn fiel - auch wegen hoher Marketingausgaben zum Super Bowl - um rund fünf Prozent auf 1,34 Milliarden Dollar.

HOCHTIEF - Düsseldorf: Der Baukonzern ist sich angesichts der Corona-Pandemie nicht sicher, ob er seine Jahresprognose erfüllen kann. "Sobald wir eine bessere Vorhersehbarkeit der Folgen der Coronakrise in unseren Märkten haben, werden wir unsere Gewinnprognose für 2020 gegebenenfalls aktualisieren", sagte Vorstandschef Marcelino Fernandez Verdes bei der virtuellen Hauptversammlung. Im ersten Quartal seien der Betrieb und die große Mehrheit der Baustellen, Minenprojekte und Servicestandorte fortgeführt worden, betonte er. Auch habe Hochtief in den letzten Wochen rund 100 Millionen Euro investiert, um den Anteil an der australischen Tochter Cimic zu erhöhen. Dieser belaufe sich aktuell auf 76,7 Prozent.

SILTRONIC - München: Der Chipzulieferer spürt bisher keine Auswirkungen der Coronapandemie auf sein Geschäft. Umsatz- und Ergebnisrückgänge im ersten Quartal führt das Unternehmen auf die seit längerem bestehenden Überkapazitäten im Halbleitermarkt zurück. "Der Ausblick für das zweite Quartal 2020 ist noch gut", erklärte Siltronic. Die Jahresprognose, die der Vorstand unter den Vorbehalt der Pandemie-Folgen gestellt hatte, gelte unverändert. Im ersten Quartal lag der Umsatz mit 300 Millionen Euro knapp unter dem Vorquartal und 15 Prozent unter dem Vorjahresquartal. Der Betriebsgewinn (Ebitda) sank im Quartalsvergleich um sechs Prozent und im Jahresvergleich um 34 Prozent auf 84 Millionen Euro.

BP - London: Der Gewinn des Ölkonzerns ist wegen der schwindenden Nachfrage infolge der Coronapandemie eingebrochen. Der Nettogewinn fiel auf 800 Millionen Dollar nach 2,4 Milliarden Dollar vor Jahresfrist. Analysten hatten allerdings mit 710 Millionen Dollar noch weniger erwartet. Es gebe "ein außergewöhnliches Maß an Unsicherheit", nachdem der Ölpreis auf unter 20 Dollar pro Barrel gefallen sei, teilte BP mit.

ROVIO - Helsinki: Der Sparkurs des Angry-Birds-Machers hat den bereinigten Betriebsgewinn im ersten Quartal in die Höhe getrieben. Dieser kletterte um fast 75 Prozent auf 13 Millionen Euro, wie das finnische Unternehmen mitteilte. Der Umsatz hingegen fiel um sechs Prozent auf 66,6 Millionen Euro. Im März und April seien Nutzer wegen der Coronakrise aktiver gewesen, was sich auch bei den Erlösen bemerkbar gemacht hätte. Rovio sucht nach neuen Umsatzbringern neben seinem inzwischen zehn Jahre alten Kassenschlager "Angry Birds".

CANCOM - München: Der Münchner IT-Berater will 2020 trotz der Coronakrise wachsen. Umsatz und operatives Ergebnis (Ebitda) sollen "moderat steigen", wie Cancom mitteilte. "Zwar wird auch Cancom sicher von Störungen in der IT-Lieferkette betroffen sein, und auch unsere Kunden sind von den Krisenmaßnahmen betroffen", sagte Vorstandschef Rudolf Hotter. Andererseits würden digitale Formen der Arbeit so intensiv wie nie genutzt. Angesichts einer hohen Eigenkapitalquote und geringer Bankschulden will Cancom für das abgelaufene Jahr eine stabile Dividende von 50 Cent je Aktie zahlen. Das Ebitda war 2019 um 15 Prozent auf 119,2 Millionen Euro gestiegen.

WASHTEC - Düsseldorf: Die Coronakrise belastet den Autowaschanlagen-Hersteller. Bei Umsatzeinbußen von 5,4 Prozent auf 87,3 Millionen Euro sank das operative Ergebnis (Ebit) im ersten Quartal trotz Kostensenkungen auf 1,7 (Vorjahr: 2,6) Millionen Euro. Seine Jahresziele hatte der Konzern wegen der Krise bereits zurückgezogen.

COMDIRECT - Frankfurt: Die Verwerfungen an den Finanzmärkten durch die Corona-Krise haben die Kassen der Commerzbank-Tochter gefüllt. "Unsere Kunden haben im ersten Quartal 2020 so viel gehandelt wie nie zuvor", sagte Vorstandschefin Frauke Hegemann. Die Online-Bank konnte sich über kräftig gestiegene Gebühreneinnahmen freuen und erhöhte ihre Prognose. Im ersten Quartal versechsfachte sich der Gewinn vor Steuern auf 77,9 (Vorjahr: 12,5) Millionen Euro, nach Steuern blieben 55,9 (10,3) Millionen Euro. Für 2020 rechnet Comdirect nun mit einem Ergebnis vor Steuern von 130 bis 150 Millionen Euro statt bisher 100 bis 120 Millionen.

SANTANDER - Madrid: Der Gewinn der spanischen Bank ist im ersten Quartal um 82 Prozent auf 331 Millionen Euro eingebrochen. Das Institut habe seine Rückstellungen deutlich erhöhen müssen, da im Zuge der Corona-Krise Kreditrückzahlungen ausfallen könnten, teilte Santander mit. In Spanien sind an den Folgen des Virus' mehr als 23.000 Menschen gestorben. Ohne Sonderfaktoren stieg der Gewinn etwas stärker als die Markterwartungen um ein Prozent auf 1,98 Milliarden Euro. Verwaltungsratschefin Ana Botin kündigte eine Überprüfung der Strategie an, sobald die Auswirkungen der Corona-Krise klarer seien.

SYMRISE - Berlin: Der Duft- und Aromenhersteller hält trotz der Coronakrise an seiner Prognose für das Gesamtjahr fest. Ziel sei es weiterhin, stärker als der weltweite Markt zu wachsen, teilte das international tätige Unternehmen aus Holzminden mit. Für diesen wird ein Plus von etwa vier Prozent erwartet. Im ersten Quartal legte der Umsatz um acht Prozent auf rund 917 Millionen Euro zu. Symrise stellt unter anderem Produkte für Nahrungsmittel wie Vanille für Eiscreme her, aber auch Stoffe, die für die Körperpflege und Hygiene genutzt werden. In der Krise gehören dazu auch Desinfektionsmittel.

KION - Düsseldorf: Der Gabelstapler- und Lagertechnikanbieter hat dank der ersten beiden starken Monate im ersten Quartal Gewinn gemacht. Bei einem Umsatzrückgang um 2,7 Prozent auf 2,028 Milliarden Euro sank das operative Ergebnis (Ebit) auf 144 (Vorjahr: 182,4) Millionen Euro. Der Auftragseingang schrumpfte um 1,8 Prozent auf 2,081 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis brach indes auf 27,2 (67,8) Millionen Euro ein. Der Vorstand hatte bereits Ende März seine Jahresziele kassiert, nachdem in dem Monat die Auswirkungen der Corona-Pandemie spürbar geworden waren.

DELIVERY HERO - Berlin: Der Essenslieferdienst hat zum Jahresstart einen Nachfrageboom erlebt. Im ersten Quartal kletterte der Umsatz um 92 Prozent auf 515 Millionen Euro, wie das in Berlin ansässige Unternehmen mitteilte. Nach anfänglich negativen Auswirkungen der Coronakrise hätten sich 50.000 neue Restaurants und 1500 Lebensmittelgeschäfte der Plattform angeschlossen. Delivery Hero, das sein Deutschlandgeschäft an den Konkurrenten Takeaway.com verkauft hat, hält am Ausblick fest.

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