Politik

Saudi-Arabien kündigt Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen nach Ölpreisverfall an

Saudi-Arabien reagiert mit einem Sparprogramm und einer drastischen Steuererhöhung auf den jüngsten Verfall der Ölpreise in der Corona-Krise.
11.05.2020 12:58
Aktualisiert: 11.05.2020 12:58
Lesezeit: 1 min
Saudi-Arabien kündigt Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen nach Ölpreisverfall an
Saudi-Arabiens umstrittener Kronprinz Mohammed bin Salman. (Foto: dpa) Foto: Ralf Hirschberger

Die führende Ölmacht Saudi-Arabien reagiert mit einem Sparprogramm und einer drastischen Steuererhöhung auf den jüngsten Verfall der Ölpreise in der Corona-Krise. Vom 1. Juli an soll die Mehrwertsteuer im Königreich von derzeit 5 auf 15 Prozent verdreifacht werden, berichtete die Nachrichtenagentur Saudi Press Agency am Montag und berief sich auf Aussagen des saudischen Finanzministers Mohammed al-Dschadan. Die Nachrichtenagentur untersteht dem saudischen Informationsministerium. Saudi-Arabien steckt aktuell in der tiefsten Krise seit seiner Staatsgründung 1932. 

Darüber hinaus sollen die Staatsausgaben in einem Volumen von umgerechnet 26,6 Milliarden US-Dollar gesenkt werden, hieß es weiter in dem Bericht. Zu den Maßnahmen zählte Minister al-Dschadan das Streichen oder das Verschieben staatlicher Ausgaben. Dies gelte auch für geplante staatliche Kredite.

Laut Aussagen des Finanzministers in einem Telefoninterview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg soll mit den Maßnahmen gewährleistet werden, dass der Staat die Wirtschaft des Landes in den kommenden Monaten stützen kann. Nach Einschätzung des Ministers sollte die Steuererhöhung bereits im laufenden Jahr Wirkung zeigen, die volle Wirkung dürfte aber erst im kommenden Jahr entfaltet werden.

Saudi-Arabien leidet unter einem starken Verfall der Preise für Rohöl auf dem Weltmarkt. Neben den Folgen der Corona-Pandemie sorgte auch ein Preiskrieg zwischen dem führenden Land der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und Russland für eine scharfe Talfahrt der Ölpreise.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Kartellamt schränkt Amazons Preisvorgaben ein: Geldzahlung
05.02.2026

Die Marktmacht von Amazon ist enorm: Rund 60 Prozent des Online-Handels in Deutschland entfallen auf den US-Konzern. Nun geht das...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie unter Druck: Analysten senken Kursziele deutlich
05.02.2026

Die Rheinmetall-Aktie hat am Donnerstag stark nachgegeben. Analysten senken ihre Prognosen, charttechnische Signale verschärfen den...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Suzuki V Strom 800: Der leise Verlierer im Kampf gegen China
05.02.2026

Sie gilt als zuverlässig, ausgewogen und preislich konkurrenzfähig. Dennoch bleibt die Suzuki V Strom 800 im Verkaufsranking weit hinter...

DWN
Immobilien
Immobilien Immobilienmarkt verliert an Schwung
05.02.2026

Der Boom auf dem deutschen Immobilienmarkt gerät ins Stocken. Nach Jahren kräftiger Zuwächse steigen die Preise nur noch minimal – bei...

DWN
Politik
Politik New Start läuft aus: Nukleare Ordnung vor dem Zerfall
05.02.2026

Der letzte große Vertrag zur Begrenzung von Atomwaffen ist Geschichte. Mit dem Auslaufen von New Start verlieren die USA und Russland das...

DWN
Finanzen
Finanzen Tonies-Aktie: Toniebox 2 mit großem Erfolg für SDAX-Wert – Tonies-Zahlen schlagen Erwartungen
05.02.2026

Der Spielwarenhersteller Tonies sorgt mit starkem Wachstum und einem erfolgreichen Produktlaunch für Aufmerksamkeit an der Börse. Die...

DWN
Finanzen
Finanzen Krypto-News: Kryptowährungen brechen ein – Bitcoin-Kurs auf tiefstem Stand seit Trumps Wahlsieg
05.02.2026

Am Donnerstag geht der Krypto-Crash weiter, Star-Investor Michael Burry warnt bereits vor einer "Todesspirale". Der Bitcoin-Kurs gerät...

DWN
Immobilien
Immobilien Fördergelder: KfW bündelt Wohnförderung in zwei Basisprogramme
05.02.2026

Weniger Programme, mehr Tempo: Die KfW verspricht schnellere Kredite für Hausbauer und Sanierer. Dem Standort Deutschland insgesamt will...