Politik

Pharma-Industrie behinderte Pandemie-Forschung in der EU

Die Pharmaindustrie hat im Jahr 2017 die Pandemie-Forschung behindert.
30.05.2020 12:06
Lesezeit: 1 min
Pharma-Industrie behinderte Pandemie-Forschung in der EU
Die Pandemieforschung ist enorm wichtig. (Foto: dpa) Foto: Jean-Christophe Bott

Den NGOs "Global Health Advocates" und "Corporate Europe Observatory" zufolge haben die großen Pharmakonzerne vor drei Jahren den Vorschlag der EU abgelehnt, an Impfstoffen gegen Krankheitserreger wie dem Coronavirus zu forschen.

Das geht aus einem Bericht der beiden NGOs hervor. Dort heißt es: „Unter dem Titel ´Innovation in der Gesundheitsforschung´ hat die Pharmaindustrie, vertreten durch den pharmazeutischen Handelsverband und die Lobbygruppe EFPIA (European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations), ein öffentliches EU-Forschungsbudget von 2,6 Milliarden Euro für den Zeitraum 2008-2020 genutzt, hat es aber bisher versäumt, sinnvoll in Forschungsbereiche zu investieren, in denen öffentliche Mittel dringend benötigt werden. Zu diesen Bereichen gehören die langfristige Vorbereitung auf Epidemien (auch durch Coronaviren verursachte), HIV/AIDS und armutsbedingte sowie seltene tropische Krankheiten. Stattdessen nutzte die Pharmaindustrie das Budget meist zur Finanzierung von Projekten in Bereichen, die kommerziell rentabler waren.“

Aus dem Bericht geht hervor, dass die Pharmaindustrie öffentliche Gelder für kommerzielle Interessen umleitet. „Insgesamt ergibt sich ein besorgniserregendes Bild eines institutionellen Aufbaus, der ,Pflichten und Verpflichtungen‘ für den öffentlichen Sektor und nur ,Privilegien und Vorteile‘ für den privaten Sektor schafft. Es handelt sich um eine nur dem Namen nach bestehende Partnerschaft, die von privaten Interessen geleitet wird, mit wenigen wirklichen Kontrollen bei der Wahl ihrer Prioritäten und wenigen Mechanismen, die sicherstellen, dass die Öffentlichkeit einen wirklichen Ertrag aus ihren Investitionen erhält.“, heißt es in dem Bericht.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bahn-Sanierung ohne monatelange Vollsperrungen: VCD legt Gegenentwurf vor
05.09.2026

Die Bahn will ihr marodes Schienennetz mit groß angelegten Generalsanierungen zuverlässiger machen. Doch das bisherige Konzept bringt...

DWN
Finanzen
Finanzen Restaurant-Aktien: Zwei Wachstumswetten für die nächsten 20 Jahre
05.09.2026

Tech-Aktien gelten als erste Adresse für spektakuläres Wachstum. Doch zwei Restaurantketten aus den USA könnten Anlegern langfristig...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Deepal S05 im Test: Der Chinese, der keiner sein will
05.09.2026

Der Deepal S05 kommt aus China, trägt aber deutlich europäische Züge. Entworfen wurde der Elektro-SUV in Turin, und genau das merkt man...

DWN
Politik
Politik Landtagwahl in Sachsen-Anhalt: Was Sie über die Sachsen-Anhalt-Wahl wissen sollten
05.09.2026

Sachsen-Anhalt steht vor einer Wahl, deren Folgen weit über Magdeburg hinausreichen könnten. Die AfD liegt vorn, mögliche Mehrheiten...

DWN
Finanzen
Finanzen Anleihen: Warum Schulden so teuer sind wie lange nicht
05.09.2026

Die Renditen langfristiger Staatsanleihen großer Volkswirtschaften sind auf Niveaus gestiegen, die teils seit der Finanzkrise nicht mehr...

DWN
Technologie
Technologie Biometrie-Panne: Die gefährlichste Rolle ist der Zwilling
05.09.2026

Manche Dinge sind offenbar selbst für die klügsten Systeme eine zu große Herausforderung. Und dies ist eine Glosse genau über diese...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: US-Aktien schließen im Minus; Trump schießt gegen die Fed
04.09.2026

Spannung an der Wall Street: Was die Märkte jetzt bewegt und warum Anleger aufmerksam bleiben sollten.

DWN
Technologie
Technologie Samsung-Streit: Stadt darf vorerst keine neuen iPads kaufen
04.09.2026

Viele Kommunen setzen bei der Digitalisierung ihrer Schulen auf Tablets von Apple. Doch ein Rechtsstreit mit Samsung zwingt die Stadt...