Politik

Gegen Russland: EU erwägt Aufstellung eigener Streitkräfte, USA will neue Waffen in Europa stationieren

Russland, die USA und jetzt auch noch die EU: Ist der Kalte Krieg zurück?
18.06.2020 13:00
Lesezeit: 1 min
Gegen Russland: EU erwägt Aufstellung eigener Streitkräfte, USA will neue Waffen in Europa stationieren
Die Nato gegen Russland - zurück zum Kalten Krieg? (Grafik: MIGFLUG)

Russlands Aufrüstung verläuft nach Ansicht der Nato derart schnell, dass auch die USA in Erwägung ziehen, neue Waffensysteme in Europa zu installieren. „Die Berichte, die wir [die Nato] erhalten, sind sehr beunruhigend, und wir wissen, dass wir uns auf (…) ein viel leistungsfähigeres russisches [nukleares] Arsenal vorbereiten müssen, als wir es in der Vergangenheit gesehen haben (…) Wird Europa mit neuen Fähigkeiten ausgestattet? Alles, was [von den USA] in Europa getan wird, wird mit Genehmigung der Länder getan, in denen eine Abschreckung eingerichtet werden könnte. Oder es könnte mobile Abschreckungsmittel geben“, zitiert der "EU Observer" den US-Botschafter bei der Nato, Kay Bailey Hutchison.

Unklar ist, ob Hutchinson mit seinen Aussagen atomare Waffen meinte. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte am selben Tag, der Westen "habe nicht die Absicht, neue landgestützte Atomraketen in Europa einzusetzen“.

Er sprach davon, stattdessen in den USA hergestellte Raketenabwehrsysteme und Kampfflugzeuge der nächsten Generation zu kaufen. Hutchinson meinte auch kürzlich, dass der Teilabzug von US-Truppen aus Deutschland dem Zweck diene, sie nach Polen zu entsenden. Dort könnten sie „am besten ... der Verteidigung ganz Europas dienen“.

Am gleichen Tag, als Hutchinson und Stoltenberg ihre Aussagen tätigten, hielten die EU-Verteidigungsminister eine Videokonferenz ab, in der sie über die Bildung eigener europäischer Streitkräfte diskutierte. „Im Hinblick auf unsere eigene Truppe müssen wir unsere Verteidigungsfähigkeiten strategisch planen und entwickeln, damit sie tatsächliche Leistungsfähigkeit entwickeln kann. Wir brauchen ein besseres gemeinsames strategisches Verständnis dessen, was wir als Europäer in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung tun wollen“, sagten die Außenminister Frankreichs, Deutschlands, Italiens und Spaniens in einem gemeinsamen Brief, der das Ergebnis ihrer Diskussion war.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Traditionsunternehmen Miele: Mittelständler mit Milliarden-Umsatz - Chef stirbt im Alter von 98 Jahren
19.10.2026

Als Hersteller für Haus- und Gewerbegeräte ist Miele weltweit bekannt. In Westfalen wurde das Traditionsunternehmen 1899 gegründet. Als...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Bald treffen die Giganten aufeinander: Die Wette auf Indien könnte lukrativer sein als die auf China
19.10.2026

Wenn nur zehn Prozent der Inder, die heute kein Auto besitzen, in den kommenden Jahrzehnten Eigentümer eines Neuwagens würden, sprächen...

DWN
Politik
Politik Steuerzinsen 2027: Nachzahlungen sollen doppelt verzinst werden
19.10.2026

100.000 Euro Steuernachzahlung, zwei volle Zinsjahre: Heute können daraus 3.600 Euro Zinsen werden. Unter dem geplanten neuen Satz wären...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft VW ID. Buzz im Test: Übernachten im Elektroauto wird zum Geduldsspiel
19.10.2026

Im Elektroauto schlafen, morgens Kaffee kochen und dabei unabhängig vom Campingplatz bleiben. Der neue Campingmodus des VW ID. Buzz soll...

DWN
Finanzen
Finanzen Was wäre, wenn ich statt des S&P 500 einfach seine Mutter kaufen würde?
19.10.2026

Ohne das Unternehmen S&P Global könnten die Finanzmärkte nur schwer funktionieren. Der Aktienkurs ist in diesem Jahr jedoch auf ein...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin und Co.: Sparkassen starten schrittweise Kryptohandel
19.10.2026

Der Wettbewerb im Kryptohandel nimmt zu: Nun wollen auch die Sparkassen mit einem eigenen Angebot Privatkunden ansprechen. Sie rollen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Anthropic: Milliardenverluste, Millionengehälter und ein gigantischer Börsenplan
19.10.2026

18 Millionen Dollar Vergütung für den Chef, fast 42 Milliarden Dollar Verlust für das Unternehmen: Beim KI-Entwickler Anthropic liegen...

DWN
Politik
Politik Heil statt Klingbeil? Ex-Arbeitsminister schließt Kandidatur für SPD-Vorsitz nicht aus
19.10.2026

Bekommt Lars Klingbeil jetzt Konkurrenz? Ex-Arbeitsminister Hubertus Heil bekommt nach eigenen Worten aus der SPD viele Ermutigungen, für...