Politik

Mit scharfer Munition: Ägypten führt Militär-Manöver an Grenze zu Libyen durch

Ägypten hat in der Nähe der libyschen Grenze ein Militär-Manöver unter Einsatz scharfer Munition durchgeführt. Zuvor hatte Kairo mit einer Militärintervention gegen die von der Türkei unterstützten Regierungstruppen gedroht.
11.07.2020 11:34
Aktualisiert: 11.07.2020 11:34
Lesezeit: 1 min
Mit scharfer Munition: Ägypten führt Militär-Manöver an Grenze zu Libyen durch
Ägyptens Militär-Manöver an der Grenze zu Libyen. (Grafik: Mapcarta/DWN)

Die ägyptische Armee hat in den vergangenen Tagen im Grenzgebiet zu Libyen ein Militär-Manöver unter dem Namen „Hasm 2020“ durchgeführt, berichtet Egypt Today. Sie fand im nordwestlichen Distrikt von Qabr Gabis statt, etwa 60 Kilometer von der libyschen Grenze entfernt.

Das Militär-Manöver umfasste unter anderem Multitasking-Flugzeuge, einschließlich Hubschrauber, die scharfe Munition verwendeten, so Arab News. Artillerieeinheiten und Panzer feuerten scharfe Munition ab.

„Die Übungen zielen darauf ab, Elemente von Söldnern, ihre Sammelpunkte, Kommandozentralen sowie ihre gesamte Logistik zu beseitigen“, teilte der ägyptische Staatsinformationsdienst mit.

Das Manöver richtete sich unmissverständlich gegen pro-türkische Verbände in Libyen. Während die Türkei die offizielle libysche Regierung militärisch unterstützt, gehört Ägypten zu den Unterstützern des Söldner-Generals Chalifa Haftar, der noch weite Teile Ost-Libyens kontrolliert.

Einen Tag vor Beginn des ägyptischen Manövers, hatte die türkische Marine angekündigt, vor der libyschen Küste eine Marine-Übung durchführen zu wollen. Die libysche Regierung hatte zuvor verkündet, die Hafenstadt zurückerobern zu wollen. Doch Ägypten, Frankreich, Russland und die Vereinigten Arabischen Emirate sind strikt dagegen, dass die Regierungstruppen Sirte zurückerobern. Die Hafenstadt stellt einen strategischen Zugangspunkt zu Libyens wichtigsten Ölfeldern, die weiterhin unter Haftars Kontrolle stehen.

Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi hatte Ende Juni 2020 mit einer direkten Militärintervention in Libyen gedroht, falls die libyschen Regierungstruppen die Stadt Sirte zurückerobern sollten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis-Prognose: Deutsche Bank senkt Erwartungen deutlich
29.06.2026

Eine weitere Großbank hat ihre Goldpreis-Prognose nach unten korrigiert. Die Experten der Deutschen Bank haben ihre Erwartungen für den...

DWN
Finanzen
Finanzen Die schwankende Adobe-Aktie wird immer attraktiver
29.06.2026

Die Adobe-Aktie ist stark gefallen und wirkt im Vergleich zu vielen Tech-Werten günstig bewertet. Doch Anleger fragen sich, ob Adobe seine...

DWN
Panorama
Panorama Sechs Tote in Stade nach Schießerei – Was bisher über die Tat bekannt ist
29.06.2026

In einer Jugendeinrichtung im niedersächsischen Stade sind Schüsse gefallen. Es gibt mehrere Tote und Schwerverletzte und die Politik...

DWN
Finanzen
Finanzen Airbus bekommt Rekordsumme: EU-Förderbank zahlt drei Milliarden 
29.06.2026

Die Europäische Investitionsbank soll Prioritäten der EU finanzieren helfen - etwa bei Sicherheit und Verteidigung. Die Förderbank...

DWN
Politik
Politik Spitzel, Quellen und Agenten: Maaßen kritisiert Verfassungsschutz
29.06.2026

Der frühere Chef des Inlandsnachrichtendienstes Hans-Georg Maaßen kritisiert beim 1. Demokratiekongress der AfD seine ehemaligen...

DWN
Politik
Politik Europäische Fonds: Wo EU-Geld am häufigsten durch Betrug verschwindet
29.06.2026

Während Italien und Rumänien in absoluten Zahlen an der Spitze der Länder stehen, ist der geschätzte Schaden pro Einwohner durch Betrug...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Insolvenzverfahren: Deko-Kette Depot schließt 66 Filialen in Deutschland
29.06.2026

Depot betrieb vor einigen Jahren noch rund 400 Geschäfte. Jetzt macht der Einzelhändler erneut eine große Zahl an Geschäften dicht....

DWN
Finanzen
Finanzen Ausgaben für Verteidigung: Höchster Anstieg staatlicher Investitionen seit 2000
29.06.2026

Die staatlichen Investitionen in Deutschland steigen 2025 so stark wie seit 25 Jahren nicht. Vor allem in einem Bereich fließt mehr Geld....