Finanzen

Führender Deutsche-Bank-Analyst empfiehlt Gold, erwartet Crash des Geldsystems

Ein weiterer anerkannter Rohstoffanalyst sagt das Ende des Fiat-Geldes vorher. Er empfiehlt Gold und untermauert die Empfehlung mit einer historischen Preisanalyse verschiedener Rohstoffe.
25.07.2020 08:38
Aktualisiert: 25.07.2020 08:38
Lesezeit: 2 min
Führender Deutsche-Bank-Analyst empfiehlt Gold, erwartet Crash des Geldsystems
Goldbarren (Foto: Heraeus Holding) Foto: Krause;Johansen

Gold und Silber befinden sich in einem starken Bullenmarkt. Seit Jahresbeginn haben die Spotpreise um 23 Prozent beziehungsweise um 26 Prozent zugelegt. Und wer beim Edelmetallhändler Münzen oder Barren kaufen will, der muss erhebliche Aufpreise zahlen. Denn vor dem Hintergrund der weltweiten Rezession und der fiskalischen und monetären Reaktionen suchen Anleger verstärkt nach einem sicheren Wertaufbewahrungsmittel.

In einer aktuellen Studie überrascht nun auch der Deutsche-Bank-Analyst Jim Reid mit der Äußerung, er sei ein "Goldwurm" (engl. gold bug), mit anderen Worten: ein großer Fan des gelben Edelmetalls. Weiter sagt Reid, dass das "Fiat-Geld eine vorübergehende Modeerscheinung in der langfristigen Geschichte des Geldes sein wird". Dieser Satz ist überraschend, da Reid kein "Verschwörungstheoretiker" ist, sondern ein führender Analyst in der Londoner Filiale einer der größten Banken der Welt.

In seiner langjährigen Arbeit als Analyst sei es immer schwierig gewesen zu empfehlen, Rohstoffe zu kaufen und zu halten. Denn die meisten Rohstoffe entwickelten sich auf lange Sicht schlechter als die Inflationsrate. Der wahrscheinliche Grund dafür ist Reid zufolge, dass die meisten Rohstoffe in der Produktion verwendet werden und dass Alternativen gefunden werden, wenn sie zu teuer sind. "Wir werden auch effizienter bei der Nutzung der Rohstoffe."

Doch laut Reid gibt es einen wichtigen Rohstoff, der eine Ausnahmen bildet und auf den diese Argumentation eben nicht zutrifft: Gold.

Eine von Reid bereitgestellt Grafik veranschaulicht seine Argumentation. Dargestellt sind die inflationsbereinigten Kursentwicklungen der drei Rohstoffe Gold, Silber und Öl seit dem Jahr 1860. Die Daten zeigen, dass im Zeitraum zwischen 1860 und 1971 der reale Goldpreis um etwa 75 Prozent gefallen ist und die Preise für Öl und Silber sogar um mehr als 80 Prozent.

Doch dann wurde im Jahr 1971 der Goldstandard von den USA aufgekündigt und ein reines Fiatgeldsystem weltweit etabliert, und seitdem zeigt sich eine ganz andere Entwicklung. Seit 1971 haben sich die Preise von Öl und Silber real verdoppelt, sodass sie nun immerhin wieder die Hälfte ihres Preises aus dem 1860 erreicht haben. Der reale Goldpreis hingegen ist seit 1971 um den Faktor sieben angestiegen, sodass er nun doppelt so hoch liegt wie im Jahr 1860.

Reids Schlussfolgerung lautet: "Gold ist definitiv eine Absicherung gegen Fiat-Geld" und außerdem, was in der aktuellen Krise möglicherweise noch wichtiger ist, ein Übergangsvermögenswert für das jeweils nächste Geldsystem. Denn Europas Zentralbanken bereiten seit Jahren im Schulterschluss mit China und anderen Entwicklungsländern einen neuen globalen Goldstandard vor. Sobald dieser neue Goldstandard startet, dürfte der Wert des Goldes relativ zu anderen Vermögenswerten deutlich steigen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

 

DWN
Finanzen
Finanzen Abfindungswelle in der Autobranche: Wie der Fiskus zuschlägt - und wer ganz leer ausgeht
03.11.2026

Microsoft, Google und Meta – die Tech-Konzerne verschlanken ihre Belegschaft weltweit mit saftigen Abfindungen, damit Mitarbeiter...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Schaeffler-Aktie im Fokus: Schaeffler streicht Tausende Jobs und schließt Werke
03.11.2026

Die Krise in der Autoindustrie setzt sich fort: Schaeffler will vier deutsche Standorte schließen und Tausende Stellen streichen. Welche...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lebensmittelhersteller Völpel insolvent: Hohe Energiekosten belasten Familienunternehmen
03.11.2026

Die Völpel GmbH aus Königsmoos in Bayern ist auf die Herstellung von Trockenkräutern, Tees, Trockengemüse und Kräutersalz...

DWN
Politik
Politik Deutsche können sich "Bio" weiter leisten: Umsatzplus bei Bio-Lebensmitteln
03.11.2026

Wer kann sich Bio-Produkte in Zeiten von Stellenabbau und Wirtschaftskrise noch leisten? Wieso hält in Deutschland der Öko-Trend trotz...

DWN
Politik
Politik Leere Gasspeicher: Vorgaben bei Gasversorgung verfehlt - was bedeutet das?
03.11.2026

Der Winter steht bevor - und die Gasspeicher in Deutschland sind vergleichsweise gering befüllt. Vorgaben werden nicht eingehalten. Warum...

DWN
Politik
Politik US-Midterms 2026: Das Wichtigste zu den Kongresswahlen in den USA
03.11.2026

Steigende Preise, politische Unzufriedenheit und ein tief gespaltenes Land: Die USA stehen vor entscheidenden Kongresswahlen. Für Donald...

DWN
Politik
Politik Russischer Spion, gehacktes Telefon und geheime Milliardenkonten: Wilde Vorwürfe gegen Trumps Schwiegersohn
03.11.2026

Im Jahr 2018 soll sich der niederländische Geheimdienst in Jared Kushners Telefon gehackt und ihn überwacht haben, während er auf ein...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: S&P 500 und Nasdaq geben nach; Ölpreise fallen weiter
02.11.2026

Spannende Entwicklungen an den US-Börsen: Erfahren Sie, welche Faktoren die Märkte heute bewegt haben.