Politik

Bayern erwägt Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen

Die bayerische Staatsregierung erwägt, an öffentlichen Plätzen ein Alkoholverbot einzuführen - zum Schutz vor einer Corona-Ausbreitung. Der Deutschen Städte- und Gemeindebund unterstützt die Forderung, um künftig Krawalle durch alkoholisierte junge Menschen zu verhindern.
30.07.2020 14:00
Aktualisiert: 30.07.2020 14:17
Lesezeit: 1 min
Bayern erwägt Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen
24.07.2020, Hessen, Frankfurt/Main: Vier Männer stoßen am Abend der Alten Oper mit ihren Bierflaschen an. (Foto: dpa) Foto: Frank Rumpenhorst

Nach den nächtlichen Ausschreitungen in Stuttgart und Frankfurt am Main mehren sich Forderungen nach Alkohol-Sperrgebieten in Städten, um Krawalle zu verhindern. BR24 berichtet: „Die bayerische Staatsregierung macht sich für Alkoholverbote im öffentlichen Raum stark - zum Schutz vor einer Corona-Ausbreitung. Durch Alkohol lasse die Vernunft nach, Verbote seien der richtige Weg, sagt Gesundheitsministerin Huml.“

Gerd Landsberg, der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, sieht das ähnlich. „Die Kommunen sollten in größerem Umfang ermächtigt werden, für bestimmte Bereiche Alkoholverbote auszusprechen oder auch öffentliche Bereiche für bestimmte Zeiten zu sperren“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Es sei eine bedauerliche Entwicklung, die „natürlich auch die große Mehrheit der Menschen trifft, die sich ordnungsgemäß verhalten“.

Landsberg verzeichnet einen „zunehmenden Autoritätsverlust des Staates und seiner Repräsentanten». Treiber dieser Entwicklung seien soziale Netzwerke und vielfach auch Alkohol. «Die überwiegend männlichen Randalierer - wie jene bei den Vorfällen in Stuttgart und Frankfurt - haben ein hohes Aggressionspotenzial, das sie dann unter Alkoholeinfluss ausleben.“ Landsberg kündigte an, dass die Kommunen „ihre Gefahrenanalysen noch stärker auf diese neue Lage ausrichten“. Dazu gehörten eine deutlichere Polizeipräsenz und eine konsequente Verfolgung der Straftäter, aber auch der Einsatz von Streetworkern.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Armin Schuster plädiert gegenüber der „F.A.S.“ ebenfalls für ein härteres Vorgehen. „Wir brauchen insbesondere in einigen Großstädten eine andere Politik der inneren Sicherheit. Die verharmlosend tolerante urbane Wohlfühlpolitik in diesen Großstädten führt dazu, dass Täter kaum noch Sanktionen zu spüren bekommen und immer respektloser werden.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deal mit Nvidia: Bundesregierung plant Kooperation mit US-Chiphersteller
16.10.2026

Deutschland will die Lücke beim Einsatz künstlicher Intelligenz in der Industrie schließen. Viele deutsche KMU hinken bei der digitalen...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Ein Großhändler stellte 35 Roboter ein und verdreifachte so die Kapazität – ist das die Zukunft?
16.10.2026

Wenn Kunden eine Lieferung innerhalb von 24 Stunden erwarten, wird das Lager zu einem Wettbewerbsfaktor. Dies hat den dänischen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Die 723.000-Mitarbeiter-Lücke: Deutschlands schleichender Verlust an Wohlstand
16.10.2026

Die deutsche Wirtschaft steuert auf eine historische Belastungsprobe zu. Während politische Debatten häufig von akuten Konjunktursorgen,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche in der Dauerkrise: Immer mehr Ausfälle aufgrund psychischer Erkrankungen
16.10.2026

Die Krisen der vergangenen Jahre hinterlassen Spuren in der Psyche vieler Menschen und am Arbeitsmarkt: Immer mehr Arbeitnehmer fallen...

DWN
Politik
Politik Frühstartrente kommt: Bundestag beschließt 10 Euro für Kinder
16.10.2026

Mit der Frühstartrente will der Staat Kindern monatlich zehn Euro für ein langfristiges Aktiendepot geben. Wer zuerst von der...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Podcast Folge 47: Die Woche im Rückblick – KW 42
16.10.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...

DWN
Politik
Politik Analyse: Europa steht geschlossen gegen China, verschärft aber den Konflikt um den Milliardenhaushalt
16.10.2026

Die EU sieht erste Fortschritte im Handelskonflikt mit China. Doch das Defizit wächst weiter, und Brüssel bereitet bereits neue...

DWN
Politik
Politik Deal um Verbrenner-Aus: Deutschland und Frankreich haben sich geeinigt
16.10.2026

Deutschland setzt sich dafür ein, dass weiter Neuwagen mit Verbrennungstechnologie zugelassen werden können. Frankreichs Präsident...