Finanzen

Bundesbank-Forderungen im Euro-System überschreiten Billionenschwelle

Lesezeit: 1 min
07.08.2020 12:15
Die Forderungen der Bundesbank im Zahlungssystem der Euro-Notenbanken haben erstmals die Billionenschwelle überschritten.
Bundesbank-Forderungen im Euro-System überschreiten Billionenschwelle
Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, am 23.09.2016 in Berlin im Wirtschaftsministerium. (Foto: dpa)
Foto: Klaus-Dietmar Gabbert

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Forderungen der Bundesbank im Zahlungssystem der Euro-Notenbanken haben erstmals die Billionenschwelle überschritten. Nach neuen Daten der Bundesbank kletterten sie im Juli um rund 24 Milliarden auf 1,019 Billionen Euro. In der Euro-Zone wird der gesamte grenzüberschreitende Zahlungsverkehr über das Verrechnungssystem mit dem Namen Target-2 abgewickelt. Deutschland ist dabei der größte Gläubiger. Die jüngste Entwicklung ist laut Bundesbank insbesondere auf die Aufstockung der Anleihenkäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) zurückzuführen, mit denen die Währungshüter die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise bekämpfen.

"Die Wertpapierankäufe führen aufgrund ihrer grenzüberschreitenden Effekte typischerweise zu einem Anstieg der Target-2-Salden", erklärte die Bundesbank. Aber auch andere Faktoren könnten aus ihrer Sicht hinter dem Zuwachs stehen. "Vor dem Hintergrund der aktuellen Lage könnten auch sogenannte Safe-Haven Zuflüsse in Reaktion auf die Coronapandemie einen Einfluss gehabt haben." Konkrete Hinweise aus dem Kapitalverkehr Deutschlands mit anderen Euro-Ländern gebe es dafür aber bislang nicht. Die Bundesbank geht davon aus, dass die Target-Salden dann wieder sinken werden, wenn die Zentralbankliquidität insgesamt heruntergefahren wird und Geldhäuser verstärkt wieder den Interbankenmarkt zur Liquiditätsversorgung nutzen.

In Deutschland gab es in den vergangenen Jahren unter Volkswirten eine hitzige Debatte über die Target-Salden. Manche Experten stufen das Target-2-System als tickende Zeitbombe ein. Ihre Argumentation: Sollte ein Land aus dem Euro aussteigen oder der Währungsraum gar auseinanderbrechen, könnte die Bundesbank auf ihren Forderungen sitzenbleiben. Andere Ökonomen bezeichnen solche Argumente dagegen als Panikmache.


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Deutschland
Deutschland Geschlossene Läden und Ausgangssperren: Merkel macht Deutschland endgültig dicht

Auf die Menschen in weiten Teilen Deutschlands kommen Ausgangsbeschränkungen und geschlossene Läden nach bundesweit verbindlichen...

DWN
Finanzen
Finanzen Gemeinsam mit Bill & Bill: Bundesministerium ist Mitglied bei Anti-Bargeld-Lobby

Die „Better than Cash Alliance“​​​​​​​ kämpft weltweit gegen die Bargeld-Nutzung und für den Einsatz digitaler...

DWN
Politik
Politik Papst Franziskus unterstützt Lockdowns, universelles Grundeinkommen und die Agenda des Weltwirtschaftsforums

Papst Franziskus ist ein Unterstützer der Corona-Lockdowns. Scharfe Kritik übt er an Anti-Corona-Demos. Die Ansichten dieses Papstes...

DWN
Finanzen
Finanzen Raus ins Grüne: Wie Sie ein Ferienhaus kaufen

Nicht erst zu Zeiten von Corona zieht es viele Menschen ins Grüne – darunter auch den Autor dieses Textes. Im Sommer 2020 hat er sich...

DWN
Politik
Politik Kindesmissbrauch im Live-Stream: Nur sechs Jahre für Auftraggeber dank deutscher Kuscheljustiz

Er ließ Kinder aus anderen Ländern vor laufender Kamera sexuell missbrauchen – nun ist ein Online-Täter aus München zu sechs Jahren...

DWN
Politik
Politik Bundesregierung bereitet Corona-Sondergesetze vor - Polizei-Hundertschaften riegeln Berliner Regierungsviertel ab

Die Bundesregierung hebelt den Föderalismus in Deutschland ab einer Inzidenz von 100 aus. Die Inzidenz steigt jedoch zwingend bei mehr...

DWN
Politik
Politik US-Verteidigungsminister Austin besucht Berlin und Stuttgart, stockt Truppenpräsenz in Deutschland auf

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin ist zu Besuchen in Berlin und Stuttgart eingetroffen. Die Zahl der in Deutschland stationierten...

DWN
Technologie
Technologie Chinas digitale Zentralbankwährung wird ein Ablaufdatum haben

Chinas Notenbank ist mit den Tests ihrer digitalen Währung weit vorangeschritten. Aus der neuen Technologie ergeben sich für die...