Virus-Ticker: Bald 200.000 Amerikaner infiziert - Arzneimittelbehörde erteilt Notfall-Genehmigung für Plasma-Therapie

 

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24.08.2020 11:11  Aktualisiert: 24.08.2020 11:11
Im Folgenden lesen Sie den - regelmäßig aktualisierten - Virus-Ticker für Montag, den 24. August.
Virus-Ticker: Bald 200.000 Amerikaner infiziert - Arzneimittelbehörde erteilt Notfall-Genehmigung für Plasma-Therapie
Argentinien: Stadtangestellte desinfizieren die Straßen von Mar del Plata. (Foto: dpa)
Foto: Diego Izquierdo

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SPANIEN: In Spanien sind in den vergangenen 24 Stunden 2.060 weitere Tests positiv ausgefallen. Damit steigt die Gesamtzahl der positiven Corona-Tests in dem Land auf 405.436, wie das Gesundheitsministerium mitteilt.

DEUTSCHLAND: Für Hanau und fünf weitere Orte im hessischen Main-Kinzig-Kreis werden nach einem starken Anstieg der Infektionszahlen die Corona-Beschränkungen verschärft. Veranstaltungen in geschlossenen Räumen werden auf 50 Personen begrenzt, unter freien Himmel liegt die Höchstgrenze bei 100, teilt der Kreis mit. Treffen von Gruppen in der Öffentlichkeit und in Restaurants werden auf fünf Personen oder zwei Haushalte beschränkt, Bars und Restaurants müssen zwischen Mitternacht und 08.00 Uhr morgens geschlossen bleiben. In Hanau wurden in den vergangenen sieben Tagen mehr als 63 Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner festgestellt. Die Stadt liegt rund 25 Kilometer östlich von Frankfurt und ist nach Offenbach bereits die zweite hessische Kommune, die die kritische Schwelle von 50 Fällen je 100.000 Einwohnern überschritten hat.

ITALIEN: Im Wettlauf um einen Impfstoff kündigt Italien Tests mit einem potenziellen Mittel am Menschen an. Das auf Infektionskrankheiten spezialisierte Lazzaro Spallanzani-Institut in Rom wird in den kommenden Wochen mit 90 Freiwilligen einen potenziellen Impfstoff testen. "Wenn wir schnell sind, werden wir im nächsten Frühjahr die ersten Impfdosen auf den Markt bringen", erklärt Institutsleiter Francesco Vaia. Das Mittel namens GRAd-COV2 wurde von ReiThera, einem in Rom ansässigen Unternehmen, entwickelt.

FINNLAND: Finnland wird zur Eindämmung der Corona-Infektionen ab September öffentliche Versammlung auf 50 Personen begrenzen. Nachdem sich im August bis zu 500 Personen versammelt durften, gelten die neuen Grenzwerte sowohl im Innen- als auch im Außenbereich, teilt die staatliche Verwaltungsbehörde mit. "Es ist absolut notwendig, die Einschränkungen zu verschärfen, da sich die epidemiologische Situation in Finnland in eine ungünstige Richtung geändert hat und die bestätigten COVID-19-Fälle im Laufe des August gestiegen sind."

DEUTSCHLAND: Das Gesundheitsministerium hat eine Überprüfung der Test-Strategie nach dem Ende der Reise-Saison angekündigt. Ein Sprecher warnt in Berlin vor einer Überlastung des Systems, wenn es weiter auf Hochlast gefahren werde. Derzeit gebe es eine "theoretische Testkapazität" von 1,2 Millionen Tests pro Woche. Aktuell sei man bei 875.000 tatsächlichen Tests pro Woche, sagte der Sprecher. "Die Labore sind aktuell stark belastet." Wenn man dieses Niveau aufrechterhalte, seien personelle und materielle Engpässe zu befürchten. "Es wäre dann absehbar, dass das System an seine Grenzen stößt." Hintergrund ist, dass die Zahl der Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten und von Urlaubsreisen stark zugenommen hat.

DEUTSCHLAND: Einen Tag vor dem Treffen der Koalitionsspitzen unterstützt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) Pläne zur Verlängerung des Kurzarbeitergeldes. "Vor der Krise galt in unseren Umfragen der Mangel an Fachkräften als Geschäftsrisiko Nummer Eins", sagt DIHK-Präsident Eric Schweitzer dem Magazin "Focus". "Wenn jetzt viele unverschuldet in Not geratene Betriebe ihre Fachkräfte auch mit Kurzarbeitergeld über diese kritische Phase hinaus an Bord halten können, ist das grundsätzlich gut." Wenn der Staat mit seinen Hilfen die Grundlage für künftiges Wachstum lege, "werden auch die Steuereinnahmen wieder steigen und der Staat bekommt das Geld wieder herein". Die Wirtschaft müsse die öffentliche Hand finanzieren, nicht umgekehrt. Beide Seiten müssten gerade in Notlagen zusammenarbeiten. "Uns eint ein gemeinsames Ziel: Dass die Wirtschaft wieder möglichst stark aus der Krise herauskommt."

INDIEN: Indien meldet 61.408 Neuinfektionen. Damit steigt die Zahl der nachgewiesenen Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus auf über 3,1 Millionen, wie aus Daten des Gesundheitsministerium hervorgeht. Die Zahl der Todesfälle erhöhet sich binnen 24 Stunden um 836 auf 57.542. Indien ist nach den USA und Brasilien am schwersten von der Pandemie betroffen. Bereits am Sonntag waren mehr als drei Millionen Infektionen registriert worden, nachdem erst 17 Tage zuvor die Marke von zwei Millionen überschritten worden war.

DEUTSCHLAND: In Deutschland sind weitere 711 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) steigt damit die Gesamtzahl der Fälle auf 233.575. Den Angaben zufolge sind drei weitere Menschen an den Folgen des Virus gestorben. Insgesamt zählt das RKI nun 9.272 Todesfälle.

WELT: Weltweit sind einer Reuters-Zählung zufolge mehr als 805.075 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Mehr als 23,31 Millionen gelten als infiziert. Von der Pandemie am schlimmsten betroffen sind weiterhin die USA mit mehr als 175.000 Todesfällen und über 5,68 Millionen Infektionen, gefolgt von Brasilien und Indien.

DEUTSCHLAND: Die Deutsche Bahn wird in den Abendstunden ihre Präsenz von Sicherheitskräften an Stationen erhöhen. Das berichtet "Bild" (Montagausgabe). Demnach soll das zusätzlich eingesetzte Personal die Einhaltung der Maskenpflicht an den Bahnhöfen kontrollieren. "Maske tragen ist keine unverbindliche Empfehlung, sondern Pflicht. Es ist deshalb für uns nicht hinnehmbar, wenn sich Einzelne nicht an die Regeln halten", sagt Hans-Hilmar Rischke, Sicherheitschef der Deutschen Bahn, der Zeitung. Die Maßnahme wird dem Blatt zufolge von der Bahn als nötig erachtet, da bei einer ersten Masken-Kontrolle mit Video-Kameras auf sechs Hamburger S-Bahnhöfen Verstöße festgestellt wurden.

USA: Die US-Arzneimittelbehörde FDA lässt die Plasmatherapie zur Behandlung von Corona-Patienten zu. Die FDA erteilte am Sonntag eine entsprechende Notfallgenehmigung für die Anwendung von Rekonvaleszenzplasma. Das Blutplasma Genesener (Rekonvaleszenzplasma) enthält Antikörper, die den Corona-Erreger ausbremsen können. US-Präsident Donald Trump hatte am Vortag Mitarbeitern der Behörde vorgeworfen, die Entwicklung eines Corona-Impfstoffes oder -Medikaments zu verzögern. Ihm feindlich gesinnte Beamte erschwerten es den Pharmakonzernen, Probanden für Medikamente und Impfstoffe zu finden, schrieb Trump auf Twitter. Dies könnte ihn seinen Erfolg bei der Präsidentschaftswahl am 3. November kosten.

BRASILIEN: Das Coronavirus breitet sich in Brasilien weiter aus. Das Gesundheitsministerium meldet 23.421 Neuinfektionen. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen auf 3,605 Millionen. Die Zahl der Todesfälle legte um 494 auf 114.744 zu. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf.

USA: US-Präsident Donald Trump wird einem Medienbericht zufolge in Kürze eine Notfallgenehmigung für Rekonvaleszenzplasma bekannt geben, mit dem Corona-Patienten behandelt werden können. Trump wolle die Ankündigung noch im Verlauf des Sonntags bei einer Pressekonferenz machen, berichtet die "Washington Post" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Das Blutplasma Genesener (Rekonvaleszenzplasma) enthält Antikörper, die den Corona-Erreger ausbremsen können.

USA: Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump erwägt einem Medienbericht zufolge eine beschleunigte Zulassung eines Impfstoff-Kandidaten, der vom britischen Konzern AstraZeneca zusammen mit der Universität Oxford entwickelt wird. Das Vakzin könnte damit noch vor den US-Wahlen am 3. November den Amerikanern zur Verfügung stehen, berichtet die "Financial Times" (FT). Es bestehe die Option, dass die zuständige US-Arzneimittelbehörde FDA im Oktober eine Notfallgenehmigung für den möglichen Impfstoff erteile.

USA: Die US-Seuchenzentren CDC geben 45.265 bekannte Neuinfektionen und 1006 weitere Todesfälle bekannt. Damit sind in den USA insgesamt 5,643 Millionen Infektionen und 175.651 Tote verzeichnet.

FRANKREICH: Das französische Gesundheitsministerium meldet 4897 Neuinfektionen nach 3602 am Vortag. Das ist der höchste tägliche Anstieg seit dem Ende eines zwei Monate dauernden Lockdowns im Mai. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich den Angaben zufolge um einen auf insgesamt 30.513.

GROSSBRITANNIEN: ist die Zahl der positiven Tests um 1041 auf 325.642 gestiegen, wie aus Regierungsdaten hervorgeht. Am Vortag hatte die zuständige Behörde 1288 Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der täglichen Todesopfer betrug sechs nach 28 am Tag zuvor. Bislang sind in Großbritannien insgesamt 41.429 Personen an dem neuartigen Coronavirus gestorben.

RUSSLAND: Russland will seinen in Entwicklung befindlichen Corona-Impfstoff rasche in die Massenproduktion bringen. Industrieminister Denis Manturow sagt der Nachrichtenagentur RIA zufolge, bis zum Jahresende sollen 1,5 bis zwei Millionen Dosen im Monat hergestellt werden. Diese Quote werde schrittweise auf sechs Millionen Dosen gesteigert. Großangelegte Tests des Impfstoffkandidaten sollen kommende Woche in Russland beginnen.

GROSSBRITANNIEN: In Großbritannien warnen führende Gesundheitsexperten eindringlich vor erneuten Schulschließungen. Einen entsprechenden Appell veröffentlichen die medizinischen Chefberater der Regierungen von England, Schottland, Wales und Nordirland in einer gemeinsamen Erklärung. "Wenn überhaupt werden nur sehr wenige Kinder oder Teenager langfristige Schäden durch Covid-19 erleiden allein dadurch, dass sie in die Schule gehen", heißt es darin. "Das muss der Gewissheit gegenübergestellt werden, dass viele Kinder und junge Menschen langfristige Schäden erleiden werden, wenn sie nicht in die Schule gehen."

PERU: In der peruanischen Hauptstadt Lima sind mindestens 13 Menschen in einem Nachtclub ums Leben gekommen, als sie vor einer Polizei-Razzia wegen Verstößen gegen Corona-Auflagen fliehen wollten. Die Opfer wurden zu Tode gedrückt oder erstickten, wie die Behörden mitteilen. Sie sprechen ferner von wenigstens sechs Verletzten, darunter drei Polizisten. Die Öffnung des Clubs war ein Verstoß gegen Einschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie. Nach Behördenangaben versuchten etwa 120 Besucher zu fliehen, als die Polizei eintraf.

ITALIEN: In Italien wird es nach Worten von Roberto Speranza trotz steigender Positiv-Tests keinen weiteren Lockdown geben. "Wir werden keinen neuen Lockdown haben", sagt Speranza der Tageszeitung "La Stampa". Die aktuelle Situation könne nicht mit der im Februar und März verglichen werden, als die Ausbreitung der Krankheit außer Kontrolle gewesen sei. "Ich bin optimistisch, wenn auch vorsichtig. Unser heimisches Gesundheitssystem ist viel stärker geworden." Italien habe die Zahl der Betten auf Intensivstationen verdoppelt.



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