Politik

Merkel-Regierung hat „großen Respekt“ für regierungskritische Demonstranten in Weißrussland

Die Bundesregierung hat die Gewalt gegen Demonstranten in Weißrussland scharf verurteilt. Man habe „großen Respekt“ für die Tausenden Weißrussen, die am Wochenende für Demokratie und ihre Bürgerrechte demonstriert hätten.
07.09.2020 23:34
Lesezeit: 1 min

Die Bundesregierung hat die Gewalt gegen Demonstranten in Belarus (Weißrussland) scharf verurteilt. Man habe „großen Respekt“ für die Tausenden Weißrussen, die am Wochenende erneut friedlich gegen Wahlfälschung, für Demokratie und ihre Bürgerrechte demonstriert hätten, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. „Die einzige Antwort, die Lukaschenko und seine Leute für diese Menschen derzeit zu haben scheinen, ist die nackte Gewalt.“ Die Bilder seien „erschreckend“.

„Wir fordern die sofortige Freilassung derjenigen, die vor den Wahlen, die am Wahltag und die seit den Wahlen inhaftiert wurden, nur weil sie ihre demokratischen, selbstverständlichen Bürgerrechte ausgeübt haben“, sagte Seibert.

Bei den Massenprotesten am Wochenende gegen Staatschef Alexander Lukaschenko wurden nach Behördenangaben mehr als 600 Menschen festgenommen. Bei der Demonstration in der Hauptstadt nahmen Zehntausende Menschen teil. Beobachter sprachen auch von rund 100.000 Teilnehmern. Es sind die größten Proteste in der Geschichte des Landes, die seit rund einem Monat andauern. Die Behörden sprachen lediglich landesweit von rund 30.000 Demonstranten.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amts betonte, die weißrussische Bevölkerung müsse selbst über ihr Schicksal entscheiden. Angebote der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), einen Dialog zwischen Bevölkerung und Regierung zu unterstützen, seien „der richtige Weg“. Versuche von außen, Einfluss auf die Richtung dieses Prozesses zu nehmen, betrachte das Auswärtige Amt „sehr kritisch“.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Renditen von US-Staatsanleihen belasten die Wall Street
07.10.2026

Steigende Renditen und neue Zinsängste bringen die US-Märkte ins Wanken – erfahren Sie, welche Schwergewichte es besonders hart trifft.

DWN
Finanzen
Finanzen Beitragsbemessungsgrenzen 2027: Millionen Bürger müssen mehr vom Lohn abgeben
07.10.2026

Für Gutverdiener steigen kommendes Jahr die maßgeblichen Beitragsgrenzen in der Kranken- und Rentenversicherung. Besonders deutlich...

DWN
Finanzen
Finanzen Fiskalischer Spitzenreiter: Wie Deutschland seinen Bürgern am meisten abknöpft
07.10.2026

Eine Analyse zur Steuerbelastung in Europa zeigt für das Jahr 2026 eine bittere Wahrheit für deutsche Steuerzahler: Die Bundesrepublik...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wang Fengying von XPeng im Porträt: Eine Chinesin mit amerikanischer Erfolgsgeschichte
07.10.2026

Wang Fengying gehört zu den einflussreichsten Managerinnen der chinesischen Autoindustrie. Bei Great Wall Motor prägte sie Vertrieb,...

DWN
Immobilien
Immobilien Superreiche fliehen aus London: Luxusimmobilien stürzen ab
07.10.2026

Londons Luxusimmobilien verlieren dramatisch an Wert, in manchen Nobelvierteln beträgt das Minus mehr als 25 Prozent. Während die...

DWN
Politik
Politik Nach Landtagswahlen: Mehrheit hält Merz' Kanzlerschaft für gescheitert
07.10.2026

Bundeskanzler Friedrich Merz kommt aus dem Umfragetief nicht heraus, die Mehrheit der Deutschen sieht keine Zukunft für ihn als Kanzler....

DWN
Politik
Politik Festanstellung adé: Verlängerte Befristungen für Arbeitsverträge geplant
07.10.2026

Die Koalition will die sachgrundlose Befristung für Arbeitnehmer verlängern. Eine Befristung des Arbeitsvertrages soll bald vier statt...