Deutschland

DIHK lobt Gesetzentwurf zu Firmensanierung ohne Insolvenzverfahren

Nach dem Referentenentwurf, den Ministerin Christine Lambrecht vorgelegt hat, sollen Unternehmen ihr Sanierungskonzept auch außerhalb eines Insolvenzverfahrens durchsetzen können.
22.09.2020 15:39
Lesezeit: 1 min
DIHK lobt Gesetzentwurf zu Firmensanierung ohne Insolvenzverfahren
Christine Lambrecht (SPD), Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, letzte Woche im Bundestag. (Foto: dpa) Foto: Kay Nietfeld

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) begrüßt die Absicht des Bundesjustizministeriums, Unternehmen in finanziellen Problemen schon bald weitere Möglichkeiten zur Sanierung außerhalb eines Insolvenzverfahrens zu geben. Es sei wichtig, dass der Gesetzentwurf (siehe unten) dazu jetzt vorliege, teilte DIHK-Präsident Eric Schweitzer am Dienstag in Berlin mit.

«Gerade in der aktuellen Corona-Krise ist es gut, den durch die Pandemie in Schieflage geratenen Unternehmen eine Alternative zu einem herkömmlichen Insolvenzverfahren zu bieten», meinte Schweitzer. «Wichtig ist, dass das neue Instrument jetzt auch tatsächlich den Unternehmen ab Anfang 2021 zur Verfügung steht», fügte er hinzu.

Nach dem Referentenentwurf, den Ministerin Christine Lambrecht (SPD) am Samstag vorgelegt hatte, sollen Unternehmen, die ihren Gläubigern eine realistische Perspektive aufzeigen könnten, ihr Sanierungskonzept auch außerhalb eines Insolvenzverfahrens durchsetzen können. Dazu genüge es, eine Mehrheit der Gläubiger davon zu überzeugen.

Der neue Rechtsrahmen ermögliche es Firmen, «belastende Verträge zu beenden, wenn der andere Vertragsteil der Anpassung oder Beendigung nicht zustimmt, die für die Abwendung einer Insolvenz erforderlich ist».

Schon bisher können Unternehmen, die gute Aussichten auf eine Fortführung des Geschäftsbetriebs sehen, bei Gericht ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragen. Die Geschäftsleitung bleibt dann im Amt, ihr wird allerdings ein sogenannter Sachwalter zur Seite gestellt.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Fossiles Heizen: Explodieren die Preise 2027?
30.08.2025

Seit Jahren herrscht ein Kampf in Europa: Wie kann man die klimaschädlichsten Aspekte des Gebäudesektors in Angriff nehmen und...

DWN
Finanzen
Finanzen Wird die Grundsteuer erhöht? Zu viele Ausgaben, zu wenig Einnahmen - deutsche Kommunen vorm finanziellen Kollaps
30.08.2025

Fast neun von zehn Städten und Gemeinden in Deutschland droht in absehbarer Zeit die Pleite, wie der Stadt Moers in NRW. Die Kommunen...

DWN
Technologie
Technologie Atomkraftwerke in Deutschland: Rückbau "läuft auf Hochtouren"
30.08.2025

Seit dem endgültigen Atomausstieg läuft in Deutschland der Rückbau von Kernkraftwerken. Doch wie weit ist dieser Prozess tatsächlich?...

DWN
Finanzen
Finanzen Erneuerbare Energien-ETF: Vergleich – wie Anleger am besten vom globalen Energieumbruch profitieren können
30.08.2025

Der weltweite Energieumbruch verändert Märkte, Technologien und Kapitalströme – und die globale Energiewende ist längst Realität....

DWN
Technologie
Technologie Europas Energie aus dem All: Die Sonne könnte 80 Prozent liefern
30.08.2025

Forscher sehen eine radikale Lösung für Europas Energiekrise: Solarkraftwerke im All sollen bis 2050 vier Fünftel des Bedarfs decken –...

DWN
Technologie
Technologie Retro-Revival: Warum die Kassette ein Comeback erlebt
30.08.2025

Retro ist wieder in – und die Musikkassette steht dabei im Mittelpunkt. Einst totgeglaubt, erlebt sie heute ein überraschendes Comeback....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Zu viele Tools, zu wenig Schutz: Wie Unternehmen ihre Cyberabwehr selbst sabotieren
30.08.2025

Je mehr Sicherheitslösungen, desto sicherer? Das Gegenteil ist der Fall: Tool-Wildwuchs, inkompatible Systeme und überforderte Teams...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschland rüstet auf: Digitale Waagen gegen Brummi-Sünder
30.08.2025

Überladene Lkw ruinieren Straßen und bedrohen die Sicherheit. Deutschland setzt jetzt auf digitale Hightech-Waagen – und erklärt den...