Finanzen

Börsenboom vergrößert die Kluft zwischen Arm und reich

Lesezeit: 1 min
23.09.2020 10:59
Bereits im vergangenen Jahr hat der Börsenboom die globalen Bruttogeldvermögen der privaten Haushalte um 9,7 Prozent nach oben getrieben. Dabei ist die Kluft zwischen arm und reich weiter gewachsen.
Börsenboom vergrößert die Kluft zwischen Arm und reich
Die Skulpturengruppe "Bär und Bulle" steht vor der Börse in Frankfurt. (Foto: dpa)
Foto: Silas Stein

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Boomende Aktienmärkte haben 2019 das Vermögen der Menschen rund um den Globus nach Berechnungen der Allianz in Summe kräftig steigen lassen. Weltweit habe das Bruttogeldvermögen der privaten Haushalte zum Vorjahr um 9,7 Prozent auf 192 Billionen Euro zugelegt, teilte der Versicherungskonzern am Mittwoch mit. Dies sei das stärkste Wachstum seit dem Jahr 2005 gewesen.

Allerdings: Die Kluft zwischen reichen und armen Ländern hat sich den Angaben zufolge wieder vergrößert, der Löwenanteil von rund 84 Prozent des Vermögens ist im Besitz der reichsten zehn Prozent weltweit.

Die Corona-Krise dürfte nach Einschätzung der Allianz-Volkswirte dem Vermögenswachstum keinen Abbruch tun: Die Hilfspakete von Staaten und Zentralbanken schirmten die Vermögen «vor den Folgen einer Welt in Unordnung ab». Es sei daher sehr wahrscheinlich, dass das private Geldvermögen das Jahr der Pandemie mit einem Plus abschließen werde.

Für die elfte Ausgabe ihres «Global Wealth Report» hat die Allianz Daten zu Geldvermögen und Verschuldung privater Haushalte in 57 Staaten zusammengetragen. Berücksichtigt wurden Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionsfonds, nicht jedoch Immobilien. Abzüglich von Schulden erhöhte sich das Geldvermögen der Haushalte in den untersuchten Staaten 2019 um 11,1 Prozent auf netto 146 Billionen Euro.

In Deutschland stieg das Brutto-Geldvermögen nach Allianz-Angaben um 7,2 Prozent auf gut 6,66 Billionen Euro. Dies sei der stärkste Anstieg seit der Jahrhundertwende. Beim Netto-Geldvermögen pro Kopf - also abzüglich Schulden - blieb Deutschland demnach mit knapp 57 100 Euro in der Rangliste der 20 reichsten Länder weltweit auf Platz 18.


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Deutschland
Deutschland Heribert Prantl: „In der Geschichte der Bundesrepublik gab es noch nie so umfassende Eingriffe in die Grundrechte“

DWN-Chefredakteur Hauke Rudolph hat mit Heribert Prantl gesprochen. Der prominente Journalist und Jurist warnt davor, dass der Staat die...

DWN
Politik
Politik Irreführung der Öffentlichkeit? Inzidenz-Karten der Tagesschau werfen einige Fragen auf

Die Tagesschau hat auf Grundlage der Daten des RKI ihre Corona-Inzidenz-Karten derart verändert, dass die aktuelle Corona-Karte...

DWN
Politik
Politik Esken bereitet Deutsche vor: „Niemand muss Angst vor Rot-Rot-Grün oder Rot-Grün-Rot haben“

Die SPD-Co-Chefin Saskia Esken plant für die kommende Legislaturperiode entweder einer rot-rot-grüne oder rot-grün-rote...

DWN
Finanzen
Finanzen Hoffnung auf Bitcoin-ETF treibt Kryptowährung Richtung Allzeithoch

Bitcoin hat am Wochenende einmal mehr Anlauf auf sein Rekordhoch genommen. Namhafte Investoren und die Hoffnung auf einen neuen...

DWN
Finanzen
Finanzen Finanz-Insider: Der Euro ist unrettbar verloren

Durch eine Reihe extremer Maßnahmen ist es EZB und Politik noch einmal gelungen, den Zerfall der Eurozone abzuwenden. Doch die sich...

DWN
Politik
Politik Eine neue Geldtheorie soll den sozialistischen Green New Deal durchsetzen

Mit der Umsetzung einer neuen Geldtheorie soll der internationale Green New Deal durchgesetzt werden. Dadurch werde Kritikern zufolge die...

DWN
Deutschland
Deutschland Knaller-Urteil in Weimar: Keine Masken und kein Mindestabstand mehr für Schüler – Kindeswohl gefährdet

Das Amtsgericht Weimar hat entschieden, dass die Maskenpflicht, Mindestabstände und Schnelltests in Schulen nicht zulässig sind. All...

DWN
Deutschland
Deutschland Arbeitsminister Heil lehnt höheren Hartz IV-Regelsatz für Lebensmittel ab

Das Bundesarbeitsministerium will die Hartz IV-Regelsätze für Lebensmittel nicht erhöhen. Dabei können sich bereits heute viele Hart...