Politik

Türkei: Behörden nehmen nach Erdbeben mehrere Bauherren fest

In der Türkei wurden angesichts des jüngsten Erdbebens mehrere Bauherren festgenommen. Sie sollen vorsätzlich gegen obligatorische Bauvorgaben verstoßen haben.
02.11.2020 16:05
Lesezeit: 1 min
Türkei: Behörden nehmen nach Erdbeben mehrere Bauherren fest
30.10.2020, Türkei, Izmir: Eine Frau weint und wird von weiteren Menschen getröstet, während Rettungskräfte nach Überlebenden unter den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes suchen. (Foto: dpa) Foto: Ismail Gokmen

Die türkischen Behörden haben angesichts des Erdbebens in der Stadt Izmir drei Bauherren, vier „technische Verantwortliche“, einen Supermarkt-Besitzer, einen Marktgebäudebesitzer und zwei weitere Personen festgenommen. Die Oberstaatsanwaltschaft von Izmir teilt in einer Mitteilung mit:

„Im Rahmen der von unserer Staatsanwaltschaft eingeleiteten Ermittlungen zu den Todesfällen und Verletzungen in den Gebäuden, die während des Erdbebens in der Provinz İzmir am 30.10.2020 zerstört und schwer beschädigt wurden, wurden der Bauherr der , Yağcıoğlu Apartments‘ , Ş.A., und der technische Verantwortliche O.A., der technische Verantwortliche der Blöcke B und C der Cumhuriyet-Wohnanlage‘, E.I., der Marktbesitzer der Yılmaz Erbek-Apartments, R.Y., der Marktgebäudebesitzer N.B., der technische Verantwortliche der Emrah-Apartments, T.A., der Bauherr der Doğanlar-Apartments, Ç.D., der Bauherr der Rızabey-Apartments, H.H.Ö., und zwei weitere Verdächtige festgenommen.“

Am 30. Oktober 2020 hatte sich in der Stadt Izmir ein Erdbeben ereignet, bei dem 91 Menschen ums Leben gekommen sind, während die Zahl der Verletzten bei 991 liegt. Die Behörden gehen davon aus, dass bei mehreren Gebäuden die obligatorischen Bauvorgaben für die Erdbebensicherheit nicht eingehalten wurden.

Ein dreijähriges Mädchen wurde 65 Stunden nach dem schweren Erdbeben im türkischen Izmir aus den Trümmern eines Wohnhauses geborgen worden. Das Mädchen mit dem Namen Elif klammerte sich an den Finger eines Feuerwehrmanns, als sie am Montagmorgen auf einer Trage weggebracht wurde. Einsatzkräfte klatschten und jubelten, einige brachen in Tränen aus. Das Mädchen habe seine Hand bis zum Krankenzelt nicht mehr losgelassen, erzählte Feuerwehrmann Muammer Çelik später im Sender NTV.

Er gehört zu einem Istanbuler Rettungsteam, dass zur Unterstützung nach Izmir gereist war. Celik sagte, sie hätten sich seit Sonntagabend auf die Rettung des Mädchens konzentriert. Als sie das Kind auf dem Rücken liegend entdeckten, hätten sie erst gedacht, es sei tot. „Sie hatte Staub im Gesicht, sie hatte ein schneeweißes Gesicht. Als wir ihr Gesicht saubergemacht haben, hat Elif ihre Augen geöffnet, in dem Moment sind wir wirklich erstarrt“, sagte er. Das Mädchen habe sie angelächelt. Es sei ein Wunder.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gestiegene Betriebskosten: Wachsender Druck auf Produktionsbetriebe

Die deutsche Wirtschaft steht im Jahr 2026 vor enormen Herausforderungen, welche die Gewinnspannen der Betriebe spürbar verringern. Laut...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gold für mehr als acht Milliarden Dollar: Russland meldet weitere Verkäufe
23.09.2026

Russlands Zentralbank verkauft seit Jahresbeginn kontinuierlich Gold. Fast 56 Tonnen verschwanden bereits aus den offiziellen Reserven, ihr...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: US-Indizes schließen uneinheitlich, da Trump ein Iran-Abkommen nach den Zwischenwahlen für möglich hält
22.09.2026

Politische Signale und starke Einzelwerte bewegen die Märkte im späten Handel.

DWN
Politik
Politik Mehrheit fordert Rücktritt von Kanzler Merz
22.09.2026

Mehr als die Hälfte der Befragten spricht sich für einen Rücktritt des Kanzlers aus. Unter den Anhängern einer Partei ist der Anteil...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Planet Labs: Berlin bekommt eine neue Satellitenfabrik
22.09.2026

In der Hauptstadt soll ein neuer Produktionsstandort für Satelliten entstehen. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in den USA, will aber...

DWN
Politik
Politik Ehemaliger Topberater des Weißen Hauses: Trump gibt Tech-Milliardären beängstigend viel Macht
22.09.2026

Künstliche Intelligenz könnte die Welt ähnlich tiefgreifend verändern wie einst das Manhattan-Projekt. Doch diesmal liegt die...

DWN
Finanzen
Finanzen Heizkosten steigen 2026: So teuer wird das Heizen
22.09.2026

Für viele Haushalte wird das Heizen 2026 teurer – besonders bei Öl und Holzpellets. Eine neue Prognose zeigt, welche Heizarten stärker...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs springt über 85.000 Dollar. Was hat die Erholung ausgelöst?
22.09.2026

Der Bitcoin-Kurs ist wieder deutlich gestiegen und kletterte über 85.000 Dollar. Bemerkenswert ist der Rebound, da kurz zuvor zwei...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Insolvenz: So schützen Unternehmer ihr Privatvermögen
22.09.2026

Gerät die Firma ins Wanken, kann es schnell um mehr gehen als das Unternehmen. Plötzlich stehen auch Haus, Depot und Ersparnisse auf dem...