Deutschland

Ernst & Young erhält nächsten Millionen-Auftrag von Gesundheitsminister Spahn

Im Rahmen eines Folgeauftrags im Wert von 27 Millionen Euro soll die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young für das Bundesgesundheitsministerium den Kauf von Schutzmasken abwickeln. Seit dem 1. Januar 2015 hat Ernst & Young „von der Bundesregierung drei Aufträge in Vergabeverfahren ohne Ausschreibung“ erhalten.
18.11.2020 13:38
Aktualisiert: 18.11.2020 13:38
Lesezeit: 1 min
Ernst & Young erhält nächsten Millionen-Auftrag von Gesundheitsminister Spahn
13.11.2020, Berlin: Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, stellt in der Bundespressekonferenz den Zwischenbericht zur Konzertierten Aktion Pflege vor. (Foto: dpa) Foto: Kay Nietfeld

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young wird das Bundesgesundheitsministerium unter Jens Spahn auch weiterhin dabei unterstützen, den Einkauf von Milliarden von Schutzmasken abzuwickeln. Das erfuhr die „Welt“ nach einer Anfrage beim Bundesgesundheitsministerium. Es handelt sich dabei um einen Folgeauftrag im Wert von 27 Millionen Euro. Dieser Auftrag soll bis November 2021 laufen.

Das Blatt wörtlich: „Die erste Beauftragung von EY im Frühjahr war ohne Ausschreibung erfolgt. Dies war in der Corona-Krise erlaubt worden, weil die Vergabe schnell gehen musste. Für diesen eilig erteilten ersten Auftrag, der am Dienstag auslief, waren insgesamt mehr als 100 Berater des Unternehmens im Einsatz. Das Bundesgesundheitsministerium zahlte dem Unternehmen dafür ein Pauschalhonorar von 9,5 Millionen Euro plus Umsatzsteuer. Trotz der externen Beratung waren dem Ministerium durch seinen Maskeneinkauf und dessen schleppender Abwicklung enorme rechtliche Probleme entstanden. Mehr als 50 Lieferanten klagten gegen das Ministerium, weil dieses die Masken nicht wie vertraglich vereinbart unmittelbar bezahlte. Die Zivilverfahren laufen derzeit vor dem Landgericht Bonn.“

Aus einer Anfrage der Links-Fraktion im Bundestag geht hervor, dass Ernst & Young seit dem 1. Januar 2015 „von der Bundesregierung drei Aufträge in Vergabeverfahren ohne Ausschreibung“ erhalten hat.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Der wachsende Trend zu flexiblen Konsumausgaben bei deutschen Verbrauchern

Deutsche Haushalte verändern ihr Ausgabeverhalten grundlegend. Wo früher feste Sparpläne und monatliche Budgets den Alltag bestimmten,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Trockenheit kostet Landwirte 600 Millionen Euro
13.08.2026

Die Dürre hinterlässt auf deutschen Feldern deutliche Spuren: Millionen Tonnen Getreide und Raps sind bereits verloren. Für Verbraucher...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Aktien unter Druck: Milliardenverlust zeigt die verborgene Gefahr
13.08.2026

Ein gefeierter Tech-Investor setzte mit gewaltigem Hebel auf KI-Aktien und verlor innerhalb weniger Wochen rund 35 Milliarden US-Dollar....

DWN
Politik
Politik Rentensplitting statt Witwenrente: Steht die Hinterbliebenenrente vor dem Aus?
13.08.2026

Im Rahmen der Rentenreform steht plötzlich auch die Witwenrente zur Diskussion. Ein Expertenvorschlag: Ein verpflichtendes Rentensplitting...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Volvo ES90 im Test: Ein guter Grund, den Deutschen Lebewohl zu sagen?
13.08.2026

Der Volvo ES90 ist kein Elektroauto für Käufer, die möglichst günstig in die Premiumklasse einsteigen wollen. Doch wer Komfort,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Experten warnen: Pleitewelle hält bis mindestens 2027 an
13.08.2026

Seit Monaten steigt die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland. Daran dürfte sich so schnell nichts ändern, obwohl jüngste...

DWN
Politik
Politik Neue "Eisseidenstraße" nach Europa: Warum Reedereien Chinas Abkürzung meiden
13.08.2026

China eröffnet eine regelmäßige Arktisroute, die Transporte zwischen Asien und Europa erheblich beschleunigen könnte. Doch europäische...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Cernavoda: Rumänien schaltet AKW wegen Wassermangel ab
13.08.2026

Die Donau führt so wenig Wasser, dass Rumänien sein wichtigstes Atomkraftwerk komplett abschalten muss. Eine spektakuläre Rettungsaktion...

DWN
Politik
Politik KI-Steuer, steuerfreie Einkommen, Grundeinkommen? Zeit für einen Systemwechsel
13.08.2026

Wenn Erwerbsarbeit nicht mehr die Existenz sichert: Künstliche Intelligenz frisst Arbeitsplätze, Inflation und Steuern fressen Löhne,...